Schulkonflikt mit Meckenheim: SPD sucht Lösungen

Anstelle von Schuldzuweisungen braucht es nun vereinte Kräfte

Vor dem Hintergrund der öffentlich gewordenen Spannungen zwischen den Kommunen Meckenheim und Wachtberg im Hinblick auf die Schulplatzvergabe an der Theodor-Heuss-Realschule sowie der Diskussion um die fehlenden schulischen Kapazitäten steht für die Wachtberger SPD-Fraktion fest, dass dieser Konflikt nicht zulasten der betroffenen Familien und Kinder geführt werden darf.

Jutta Danylow, SPD-Ratsmitglied in Wachtberg und Vorsitzende des zuständigen Ausschusses für Bildung und Gesellschaft, erklärt: „Die derzeitige Problematik rund um die Schulplatzvergabe an der Realschule Meckenheim zeigt, wie schwierig die Lage insgesamt ist. Klar ist aber auch: Es bringt uns nicht weiter, wenn sich Kommunen jetzt gegenseitig die Schuld zuschieben. Damit ist weder den betroffenen Familien noch den Schülerinnen und Schülern geholfen.“

Statt gegenseitiger Vorwürfe brauche es jetzt konkrete und nachhaltige Lösungen, die über die aktuelle Situation hinausgehen und die Bildungslandschaft insgesamt stabilisieren. „Aus Sicht der SPD ist vor allem die Bezirksregierung gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit in Wachtberg künftig auch entsprechende Schulformen angeboten werden können. Nur so lässt sich dauerhaft vermeiden, dass so viele Kinder auf Schulen in Nachbarkommunen angewiesen sind“, so Danylow weiter.

Die Wachtberger Sozialdemokraten betonen, dass bereits im Hintergrund an Lösungen gearbeitet werde und man sich in engem Austausch mit den relevanten Akteuren befinde. „Aktuell geht es vor allem darum, die Situation sachlich zu bewerten und kurzfristige Übergangslösungen für die betroffenen Kinder zu sichern. Parallel müssen wir die strukturellen Fragen der Schulentwicklung in der Region endlich gemeinsam angehen und verlässliche Perspektiven schaffen“, so das Wachtberger SPD-Kreistagsmitglied Otis Henkel.

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Zu viel Gelassenheit bei zu großen Summen?

Zu viel Gelassenheit bei zu großen Summen?

SPD-Fraktion fordert transparente Kostenplanung beim Millionen-Projekt Grundschule Villip

Die geplante Erweiterung der Grundschule Villip stand erneut im Ausschuss für Infrastruktur und Bauen auf der Tagesordnung. Dabei wurde deutlich: Verwaltung und Planer zeigen sich sehr zuversichtlich, die aktuell veranschlagte Millionensumme trotz Planänderungen einhalten zu können. Risiken sieht der Planer vor allem bei den Ausschreibungen, insgesamt sei jedoch „gut genug geplant“ worden.

Für die SPD-Fraktion ist diese Gelassenheit bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht ausreichend. Denn weiterhin ist unklar, in welcher Höhe die angekündigten 3,6 Millionen Euro an Fördermitteln tatsächlich fließen. Sollten die Mittel geringer ausfallen, müsste erneut umgeplant werden.

Gerade die Erfahrungen mit anderen Bauprojekten in Wachtberg, etwa beim Hallenbad in Berkum, zeigen aus unserer Sicht, wie wichtig eine realistische Einschätzung von Risiken ist. „Wir wollen eine moderne und gute Grundschule für unsere Kinder in Villip. Aber wir erwarten auch Transparenz, belastbare Zahlen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern“, betont das Villiper Ratsmitglied Charlotte Becker.

Für uns gilt: Eine solide Planung bedeutet, Chancen und Risiken gleichermaßen im Blick zu behalten. Qualität für die Kinder und Haushaltsdisziplin gehören für die SPD-Fraktion in Wachtberg untrennbar zusammen.

Die Grundschule Villip im Blick: Für die geplante Erweiterung setzt sich die SPD-Fraktion für eine solide Planung, klare Zahlen und volle Kostentransparenz ein.

SPD macht Schule – Alles Realschule, oder was?

Die Fraktionsmitglieder der CDU sind überzeugt: Sie bohren das ganz dicke Brett, indem sie aus unserer profilierten Hauptschule (Hans-Dietrich-Genscher-Schule, kurz HDG-Schule) eine Realschule machen. Zwar kann man an der HDG-Schule schon jetzt den mittleren Schulabschluss erwerben, doch sie darf sich nicht Realschule nennen. Leider entspricht die Darstellung der CDU nicht dem, was interfraktionell diskutiert und einstimmig beschlossen wurde. 

Doch der Reihe nach: In den letzten Jahren gab es hohe Anmeldezahlen an der Meckenheimer Realschule. So zeichnete sich bereits ab, dass es für Wachtberger Kinder schwierig werden könnte, dort aufgenommen zu werden. Die Meckenheimer Verwaltung schlug zuletzt der Gemeinde Wachtberg eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung vor, in der eine jährliche Zahlung in Höhe eines sechsstelligen Betrags für die Beschulung von Kindern aus Wachtberg gefordert wurde.

Jutta Danylow, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion und Ratskandidatin für Niederbachem, ergriff die Initiative und organisierte mehrere fraktionsübergreifende Gespräche, die zu einem gemeinsamen Arbeitsauftrag an die Wachtberger Verwaltung führten. Diese soll die Möglichkeiten prüfen, an der bestehenden Hauptschule einen „echten“ Realschulzweig zu installieren, an dem ab Klasse 5 nach dem Lehrplan einer Realschule unterrichtet wird. Der Rat verabschiedete daraufhin einstimmig eine Resolution an das Ministerium für Schule und Bildung in Düsseldorf zur „Errichtung eines Realschulzweiges an der HDG-Schule.

Wohlgemerkt: Mit der Resolution wird nicht die Umwandlung in eine Realschule gefordert. Dann hätten wir nämlich keine Hauptschule mehr. Eine Änderung im Schulgesetz oder ein Schulversuch sollen ermöglichen, dass an die bestehende Hauptschule ein echter Realschulzweig angegliedert wird.  Die Realisierung dieser Vorstellung liegt jetzt in der Hand der Verwaltung, die sich bei den entsprechenden Stellen dafür einsetzen muss.  

Sanierung der Grundschule Villip

Sorgen unklare Pläne für hohe Mehrkosten?

Bekommt Villip doch noch die große Turnhalle, die für den Sportbetrieb wünschenswert wäre? Seit der Architekt dazu ein erweitertes Konzept vorgelegt hat, sind die Begehrlichkeiten erneut aufgeflammt. Prognostizierte Mehrkosten: 1,3 Millionen Euro. Die Kämmerin warnt vor einer jährlichen Mehrbelastung von 70.000 Euro, was eine Erhöhung der Grundsteuer B um 10 Prozentpunkte bedeuten würde.
Die SPD-Fraktion befürchtet jedoch weitaus höhere Gesamtkosten, wenn die Planung konkret wird. Die genannten 7,3 Millionen Euro ohne große Turnhalle sind aus unserer Sicht nur die Spitze des Eisbergs. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass in den Plänen des Architekten bisher keine Raumbezeichnungen oder Maßangaben enthalten sind. Die Pläne enthalten allerdings in der Kostenberechnung nicht berücksichtigte optionale Erweiterungen. Diese werden aber für eine bedarfsgerechte Sanierung tatsächlich notwendig sein, was zu erheblichen Mehrkosten führen wird.
Ein Beispiel: Im Verwaltungstrakt müssen ein Lehrerzimmer, ein Schulleiterzimmer, ein Besprechungsraum, eine Teeküche, ein Hausmeisterraum und sanitäre Anlagen untergebracht werden. Im vorliegenden Plan ist dafür nicht genügend Platz. Das funktioniert nur, wenn der vom Architekten vorgeschlagene optionale Anbau auf der gegenüberliegenden Seite des Schulhofes an die bestehenden Schülertoiletten realisiert wird. Damit entstehen zusätzliche Kosten.
SPD-Fraktionsmitglied Jutta Danylow, ehemalige Rektorin des Grundschulverbundes Villip-Pech, fordert: „Wir brauchen Klarheit, ob in dem optisch ansprechenden Entwurf des Architekten weitere Preistreiber versteckt sind. Damit die Sanierung endlich beginnen kann, erwarten wir detaillierte Pläne und eine verlässliche Kostenkalkulation. Die Sanierung ist dringend nötig. Wir müssen aber sicher sein, dass wir eine Konzeption beschließen, die die Anforderungen erfüllt und die wir uns auch leisten können.“

Gesamtschule für Wachtberg – geht das? Eine neue Perspektive für unsere Schullandschaft.

Gesamtschule für Wachtberg – geht das? Eine neue Perspektive für unsere Schullandschaft.

Schule ist nicht nur in Wachtberg ein wichtiges Thema. Zu ihrer Diskussionsveranstaltung konnte die SPD zahlreiche Eltern, Lehrer, Kommunalpolitiker und andere Interessierte begrüßen. Aufhänger war, dass 1436 Kinder und Jugendliche täglich nach Bonn, Meckenheim oder Rheinbach pendeln, um dort eine weiterführende Schule zu besuchen. Eine vergleichsweise geringe Zahl geht nach Berkum an unsere Hans-Dietrich-Genscher-Schule, eine profilierte Hauptschule.

Jochen Ott, Landtagsabgeordneter und ehemaliger Lehrer, und Dagmar Naegele, langjährige Gesamtschulleiterin und erfahrene Gesamtschulgründerin, stellten sich der Diskussion. Ott betonte, Wachtberg müsse sich entscheiden, ob es in Zukunft Auspendler- oder Schulstandort sein wolle: „Entweder Augen zu, bis die HDG-Schule wegen rückläufiger Anmeldezahlen von außen geschlossen und das Kollegium zerschlagen wird, oder selbst aktiv werden und ein Zukunftskonzept entwickeln.“

Naegele betonte, das Pendeln sei für Heranwachsende eine große Belastung. Hinzu kämen hohe Abbrecherquoten an Gymnasien und Realschulen mit erneutem Ausscheiden aus dem Klassenverband. Ein stabiles Umfeld, wie es eine Gesamtschule bietet, gibt nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch den Eltern Sicherheit. Hier bietet sich die Möglichkeit, in dauerhaften Klassenverbänden unterschiedliche Abschlüsse zu erreichen. Kein Kind bleibt sitzen, kein Kind wird zurückgelassen.

Aber ist eine Gesamtschule bei uns überhaupt realisierbar? Bisher galt als Voraussetzung, dass mindestens 100 Anmeldungen aus Wachtberg vorliegen. Die Diskussion hat gezeigt, dass diese Zahl auch durch Anmeldungen aus Nachbargemeinden erreicht werden kann. So könnten wir es schaffen. Viele Wachtberger Eltern wünschen sich mehr Schulangebote vor Ort. Für die SPD ist klar: Wir müssen alles tun, um die Chance einer Gesamtschule zu nutzen. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg!
Gesamtschule für Wachtberg – geht das? Diskussionsabend mit Jochen Ott am 27. November 2024

Gesamtschule für Wachtberg – geht das? Diskussionsabend mit Jochen Ott am 27. November 2024

Immer häufiger äußern Bürgerinnen und Bürger in sozialen Netzwerken den Wunsch nach einer Gesamtschule in Wachtberg. Aspekte wie wohnortnahe Schulbildung, längeres gemeinsames Lernen, mehr Chancengerechtigkeit und eine differenzierte Förderung gewinnen zunehmend an Bedeutung bei der Wahl einer weiterführenden Schule. In letzter Zeit sorgen jedoch vermehrt Artikel in der Bonner Presse für Unruhe in den Familien. Es wird berichtet, dass Anmeldungen von Schülerinnen und Schülern aus dem Umland, insbesondere an Gesamt- und Realschulen, häufiger abgelehnt werde müssen. Auch am nahegelegenen Campus in Meckenheim wurde beschlossen, die Anzahl der Abweisungen auswärtiger Schüler zum Schuljahr 2024/25 drastisch zu erhöhen, da die Aufnahmekapazität überschritten ist.


Jochen Ott, Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion kommt nach Wachtberg

Die SPD Wachtberg veranstaltet am 27. November 2024 in der Gaststätte des Hotels zu den Linden (Berkum, Rathausstraße 24-26) eine Diskussion über die Notwendigkeit einer weiterführenden Schule in Wachtberg, die eine größere Anzahl von Schülerinnen und Schülern beschulen könnte. Von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr haben alle Interessierten die Möglichkeit, mit dem Landtagsabgeordneten Jochen Ott ins Gespräch zu kommen. Jochen Ott, ausgebildeter Lehrer, war von 2017 bis 2022 schulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und ist seit 2023 deren Vorsitzender.

Nicht nur Eltern, sondern alle, die sich für die Wachtberger Schulpolitik interessieren, sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und mitzudiskutieren. Bereits eingeladen wurden unter anderem Vertreter der Schulen, der Schulverwaltung, der Kirchen und der im Rat vertretenen politischen Gruppierungen. Jutta Danylow, ehemalige Schulleiterin und bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Wachtberger Rat, wird durch die Veranstaltung führen und freut sich darauf, viele Bürgerinnen und Bürger begrüßen zu können.