von Otis Henkel | Jan. 17, 2025 | Gemeinderat, Haltung, Klimaschutz
Informieren und Mitgestalten
SPD fordert Bürgerforum zur klimaneutralen Wärmeversorgung
Was haben mitteltiefe Geothermie in Villip, eine Großwärmepumpe in Berkum und die Nutzung von Solarthermie und Fließgewässerwärme in Niederbachem gemeinsam? Sie alle können Bausteine für zentrale Wärmenetze werden, um die Häuser und Wohnungen der Wachtberger Bevölkerung kostengünstig und nachhaltig zu beheizen, so Dr. Christian Schmid vom Beratungsunternehmen Intep aus Berlin in der Sitzung des Umweltausschusses am 12. November 2024.
Wachtberg will bis spätestens 2035 klimaneutral werden und ist gesetzlich verpflichtet, bis Mitte 2028 einen kommunalen Wärmeplan zu erstellen. Dieser gibt Auskunft darüber, welche Wärmeversorgung in den jeweiligen Gebieten zukünftig möglich sein wird. Derzeit wird der weitaus größte Teil der Wärme mit fossilen Brennstoffen erzeugt.
So erhalten Hausbesitzer Klarheit darüber, welche Möglichkeiten für regeneratives Heizen in Wachtberg bestehen. Wo ist zum Beispiel der Anschluss an ein Wärmenetz möglich? Läßt das Stromnetz den Betrieb einer Wärmepumpe zu oder gibt es in Zukunft ein klimaneutrales Gasnetz? Es wird jedoch keine Technologie vorgeschrieben und es wird auch keinen Anschlusszwang an Wärmenetze für bestehende Gebäude geben.
Intep berät die Gemeinde bei der Erstellung einer solchen Wärmeplanung und ist mit dem Bericht so gut wie fertig. Dr. Roswitha Schönwitz, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, fordert: „Es ist jetzt an der Zeit, nicht nur die Kommunalpolitik, sondern auch die Wachtberger Bürgerinnen und Bürger über die bisherigen Schritte und Ergebnisse auf dem Weg zu einer kommunalen Wärmeplanung zu informieren. Durch den direkten Austausch können Bedenken und Anregungen aufgenommen und berücksichtigt werden. So können wir die Akzeptanz für die geplanten Maßnahmen sichern.“
Übrigens: Die Swisttaler Bürgermeisterin hatte bereits Anfang November 2024 zu einem solchen Bürgerforum eingeladen – die Resonanz in der Bevölkerung war groß.
Individuelle Wärmepumpe oder dezentralisierte Wärmenetze – Hinweise gibt die kommunale Wärmeplanung. Foto: SPD Wachtberg
von Otis Henkel | Mai 5, 2024 | Allgemein, Haltung, SPD Ortsverein
Auch in Wachtberg ein gemeinsames Zeichen setzen gegen Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit.
Die aktive Auseinandersetzung mit rechtsextremen und demokratiefeindlichen Kräften in Deutschland ist wichtiger denn je. Nicht zuletzt die viel beachteten Recherchen des gemeinnützigen Medienunternehmens CORRECTIVE haben gezeigt, dass unsere Demokratie zunehmend in Gefahr gerät. Die Recherchen deckten auf, wie hochrangige AfD-Politiker, Neonazis und finanzstarke Unternehmer im November gemeinsam die Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland planten. Auch die Berichte über die Verhaftung eines engen Mitarbeiters des Europa-Spitzenkandidaten der AfD wegen des Verdachts der Spionagetätigkeit für China sind ein Signal: Gemeinsam müssen wir das weitere Erstarken der rechtsextremen Kräfte stoppen!
Die Demonstrationen, die bereits in zahlreichen Städten und Gemeinden unseres Landes und auch im Rhein-Sieg-Kreis stattgefunden haben, belegen, dass ein „Flagge zeigen“ der demokratischen Kräfte unserer Gesellschaft ein probates Mittel dazu ist. Wachtberg darf hier nicht zurückstehen. Paul Lägel, Mitglied der SPD-Fraktionen in Wachtberg und im Kreistag und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, betont: „Auch in Wachtberg müssen wir zeitnah unter dem Motto: „Nie wieder ist jetzt“ gegen Rechtsextremismus protestieren. Erste Gespräche mit den anderen Fraktionen haben einen breiten Konsens gezeigt. Ich werde nun im Auftrag des Ortsvereins mit weiteren Gruppen Kontakt aufnehmen, mit dem Ziel einer gemeinsamen Veranstaltung, die von einem breiten Konsens getragen wird. Diesem Auftrag fühlen wir uns verpflichtet und werden ihn auch erfüllen!“
Die Wachtberger SPD-Fraktion unterstützt dies ausdrücklich. Wir sind sicher, dass sich viele Menschen anschließen werden, um gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen!
von PR Redakteur | Juni 22, 2021 | Haltung, SPD allgemein
Urgestein prägte Villip und Wachtberg –
SPD gedachte des 100. Geburtstages von Jakob Bach
Wachtberg, 20. Juni. Jakob Bach hat viel für seinen Heimatort Villip und die gesamte Gemeinde Wachtberg geleistet. Dessen sind sich Freunde und Weggefährten des sozialdemokratischen Urgesteins einig. Am 20. Juni wäre „Köbes“, wie der SPD-Kommunalpolitiker rheinisch-lässig aber respektvoll allgemein genannt wurde, 100 Jahre alt geworden. Grund genug für die Gemeinde Wachtberg und die SPD, zu einer Feierstunde an das Grab von Jakob Bach auf dem Villiper Friedhof und einem anschließenden Treffen im Hof Kemp einzuladen.
Bei der Feier würdigte Bürgermeister Jörg Schmidt die großen Verdienste Bachs zunächst für Villip und später für die neu entstandene Gemeinde Wachtberg und legte namens der Gemeinde einen Kranz nieder. Die SPD-Fraktion und der Ortsvereins-Vorstand ehrten Bach ebenfalls mit einem Kranz. Der neue Vorsitzende der SPD-Wachtberg, Paul Lägel, zeigte sich erfreut, dass es eine seiner ersten offiziellen Aufgaben in dieser Funktion sei, Jakob Bach die Ehre zu erweisen: „Ich selbst habe Jakob nicht mehr in der politischen Arbeit erlebt. Er ist 1994 nach fünf Ratsperioden und über 25jähriger Ratsarbeit aus dem aktiven politischen Leben ausgeschieden. Sein Ruf in den politischen Gremien unserer Partei klang aber fort wie ein Donnerhall. Er war unser Vorbild in der politischen Arbeit und ist es bis heute geblieben“. Nach heutigen Begriffen sei Jakob Bach ein großer „Kümmerer“ gewesen. Er half seinen Mitmenschen, wo immer er konnte. „Diese Nähe zum Wähler, dieses Nah-bei-de-Leut-Sein, wie man in der Pfalz sagt, brachte ihm 1964 bei der Kommunal- und Kreistagswahl stolze, ja sagenhafte 82,5 Prozent der Stimmen, bis heute unerreicht – und so wird es wohl bleiben“, so Lägel.
In der Tat half Jakob Bach seinen Mitmenschen, wo immer er konnte. Und das im wahrsten Sinne des Wortes von Grund auf. So half er vielen Villipern mit seinem Bagger beim Ausheben ihrer Baugrube, aus der dann ihr Eigenheim erwuchs. Wie vielfältig sind die Spuren Bachs in Villip sind, weiß auch die ehemalige Bürgermeisterin Renate Offergeld, die Jakob Bach gut gekannt hat. Stets setzte er sich für den Erhalt des historischen Erbes, zum Beispiel alter Wege- und Grabkreuze ein. Auf seinen zahlreichen Spaziergängen durch den Ort und die Gemarkung entdeckte er manche Missstände und sorgte unbürokratisch und oft mit eigenen Händen für Abhilfe. Auf sein Betreiben geht auch die Befestigung des Villiper Dorf- und Kirmesplatzes zurück. Eigentlich müsse der Kirchplatz den Namen „Jakob-Bach-Platz“ tragen, hört man immer wieder in Villip. Nach einem schweren Unfall auf der
Landesstraße 158, bei dem zwei Mitbürger zu Tode kamen, setzte Bach sich zusammen mit seinem damaligen Fraktionskollegen Kurt Zimmermann für den sicheren Ausbau und vor allem der Einführung von Tempo 60 auf der unübersichtlichen gefährlichen Strecke zwischen Villip und Bad Godesberg ein. Auch für die Einrichtung der Ampelanlage an der Kreuzung L 158/Im Bruch/Zukunftsweg setzte sich das Gespann Bach-Zimmermann mit Nachdruck ein.
Ärger blieb dem allseits geschätzten Kommunalpolitiker Bach allerdings nicht erspart. Als Vorsitzender des Tiefbauausschusses der Gemeinde Wachtberg war wohl die härteste Nuss, die er zu knacken hatte, der Ausbau der Waldstraße in Villiprott. Endlose Diskussionen mit den Bürgern, Entlassung des zunächst beauftragten Planers und Neuvergabe des Auftrages, Rücktrittsforderungen an Bach, aber auch zum Glück auch Rückenstärkung von anderer Seite sind nur einige Stichpunkte. Gefühlte „Generationen“ von Berichterstattern bei General-Anzeiger und Bonner Rundschau hatten immer wieder neuen Stoff, bis Jakob Bach nach jahrelangem Tauziehen endlich im Bauausschuss vermelden konnte: „Die Kuh ist vom Eis!“. Dass Jakob Bach mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, versteht sich bei all seinen Verdiensten um die Allgemeinheit fast von selbst.
Seine spektakulärste Aktion war wohl die Bergung des seit dem 23. Dezember 1944 als vermisst geltenden Jagdfliegers Heinrich (Heinz) Bartels in einer Talsenke südlich der Burg Gudenau. „Am 26. Januar 1968 wurde die Maschine von Heinrich Bartels, eine Messerschmitt Bf 109 G-10 „Gelbe 13“, bei Villip in der Nähe von Bad Godesberg gefunden. Der Fallschirm lag noch intakt in der Kanzel, neben den körperlichen Überresten Bartels“, heißt es dazu im Lexikon der Wehrmacht. Jakob Bach sorgte dafür, dass die sterblichen Überreste des Ritterkreuzträgers Oberleutnant Heinz Bartels auf dem Villiper Friedhof beigesetzt wurden. Das Grab befindet sich direkt am östlichen Eingang des Friedhofs vom Kirchvorplatz aus. In der Nähe der Absturzstelle erinnert das Bartels Kreuz an den Gefallenen. Ende der 1970er Jahre besuchte der in den USA lebende Sohn des Piloten, ebenfalls mit Namen Heinz Bartels, Villip. Jakob Bach führte ihn zu der Absturzstelle und zu dem Grab seines Vaters. Der Fallschirm des Jagdfliegers befindet sich jetzt im Deutschen Technikmuseum in Berlin.
von PR Redakteur | März 22, 2020 | Bürgersprechstunde, Gemeinde Wachtberg, Haltung
Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die derzeitige Situation macht uns allen Sorgen und verunsichert, denn es geht um das Überleben vieler Menschen.
Nur mit Besonnenheit und nicht mit Panik werden wir die Zeit gut überstehen. Alle Beteiligten kämpfen mit vollem Einsatz gegen die Verbreitung des Virus und kümmern sich um die Infizierten und Erkrankten. Allen die in unserer Gesellschaft sich selbst in Gefahr bringen um uns allen zu Helfen und das tägliche Leben aufrechterhalten gilt unser Dank!
In dieser Zeit ist gerade auch Menschlichkeit, Rücksichtnahme und Vertrauen in Maßnahmen der Verwaltungen jeglicher Ebene wichtig, auch wenn sie uns mangels Detailkenntnis nicht direkt schlüssig erscheinen.
Wir alle erleben und durchleben zur Zeit eine Krise, deren Auswirkungen und Belastungen wir uns noch vor Kurzem nicht hätten ausmalen können. Wir alle sind verunsichert, wie wir mit dem Virus umgehen sollen, welche Maßnahmenwohl richtig und welche falsch sind. Die meisten Menschen sind nicht in der
Lage, das exponentielle Wachstum einer viralen Ausbreitung zu verstehen,geschweige denn, die richtigen Maßnahmen zu akzeptieren. Hier entsteht auch der Wunsch zu helfen und das ist begrüßenswert – aber bitte bedenken Sie, dass hier durchaus auch unter bestimmten Umständen mehr Unheil als Hilfe angerichtet werden kann.
Ich möchte nicht ein Kind von einem ggf. Corona-infizierten Helfer betreut sehen, möchte ebenfalls keinen Helfer von meinem Corona-infizierten Kind anstecken lassen. Auch wenn ich keine Richtlinie des RKI zur Kinderbetreuung irgendwo im Netz ausfindig machen konnte, so habe ich doch durch die vielen Hinweise und Empfehlungen gelernt, dass das Prozedere unbedingt professionell von Fachleuten, Profis strukturiert und umgesetzt werden muss.
Durch Anrufe und Gespräche konnte ich mich davon überzeugen, was unsere Verwaltung hier für einen tollen Job macht, von den „einfachen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von dem Leiter unseres Ordnungsamtes bis hin zur Verwaltungsspitze. Unzählige Richtlinien von übergeordneten Behörden, die umgesetzt werden mussten, ständig tagende Krisenstäbe der verschiedenen Ebenen haben dazu geführt, dass unsere Verwaltung unter enormem zeitlichen Aufwand und psychischem Druck verantwortungsvoll diese Krise meistert. Hier ist der Platz für Profis, nicht für Amateure, so gut ihr Ansinnen – im besten Fall – auch sein mag.
Eine ehrenamtliche Betreuung von Hilfesuchenden kann allenfalls und nur eingeschränkt von unmittelbaren Nachbarn aus dem Ortsteil organisiert werden, eine nicht dafür qualifizierte nichtstaatliche Organisation halte ich nicht für zielführend. Unterstützen Sie die Hilfsorganisationen wie ASB, DRK, etc. durch Spenden oder durch Mitarbeit in „nicht gesundheitskritischen Bereichen“, um diese Organisationen zu entlasten. Überlegen Sie sich
Angebote, wie Onlinekonzerte, oder andere kreative Bereiche, Ehrenamt ist gut und wichtig, sie sind das „Salz in der Suppe“ unseres Gemeinschaftswesens. Ich kann den Bedarf vieler Bürgerinnen und Bürger, „Helfen“ zu wollen, durchaus verstehen, aber nicht nur alle(!)auf Bundesebene tätigen Experten, auch die politisch Verantwortlichen aller Ebenen betonen immer wieder, dass die oberste Maxime ist: „Keine Sozialkontakte!“.
Es ist jetzt nicht die Zeit für überflüssige Streitereien. In der aktuellen Krise muss der Fokus auf deren Bewältigung liegen – hier sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, den Verantwortlichen in Verwaltung und im Gesundheitswesen Folge zu leisten und Ruhe zu bewahren.
Daher unterstützt die Wachtberger SPD unsere Verwaltung und die Bürgermeisterin, deren Aufgabe aktuell ausschließlich in der Bewältigung der Coronakrise liegt.
Wer privat Ehrenamtler organisieren möchte – gerne – aber das ist und bleibt seine Privatinitiative. Hier aktuell einen Zwist und persönliche Animositäten in die Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu verbreiten, ist aus meiner Sicht nicht nur kontraproduktiv – ich denke, es gibt wirklich aktuell sehr viel wichtigere Dinge.
Andreas Wollmann
Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzender