Fair Play? Nicht mit der CDU

Fair Play? Nicht mit der CDU

SPD kritisiert Bandenwerbung

Die CDU Wachtberg will sich offenbar die Gunst der Sportvereine im Ländchen erkaufen. So inszenierten sich CDU-Vertreter jüngst mit zwei großen „CDU-Bannern“ an den Sportplätzen in Berkum und Pech als wohlwollende Unterstützer.

Eine Partei als Sponsor? Otis Henkel, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, kritisiert dies deutlich: „Die SPD-Fraktion hält von einer solchen Einflussnahme nichts. Abgesehen davon, dass sicherlich alle Vereine Unterstützung verdient hätten und nicht nur ausgewählte, sind Sportvereine auch zur parteipolitischen Neutralität verpflichtet. Parteipolitik hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen! Das ist ein ungeschriebenes Gesetz, an das sich bisher alle demokratischen Parteien gehalten haben. Die CDU hat dies nun bewusst missachtet – ein klares Foulspiel“.

Übrigens: Kurz nachdem die Bandenwerbung angebracht war, ließ sie der erste Verein nach Kritik aus den eigenen Reihen wieder entfernen.


Pecher Tierscheune vor dem Aus? SPD-Kreistagsfraktion hakt auf Bitten der SPD in Wachtberg nach!

Pecher Tierscheune vor dem Aus? SPD-Kreistagsfraktion hakt auf Bitten der SPD in Wachtberg nach!

Die Pecher Tierscheune ist im gleichnamigen Ortsteil von Wachtberg wohlbekannt. Innerorts hatte sie schon einige Standorte ausprobiert, bis sie 2019 außerhalb des Orts landete – mit Erfolg. „Das angebotene therapeutische Reiten für Kinder ist sehr beliebt und der Bedarf ist groß!“, stellte die Wachtberger SPD-Landtagskandidatin Dr. Charlotte Echterhoff bei einem Ortsbesuch fest.

Doch die Pecher Tierscheune scheint vor dem Aus. Darüber sprach Paul Lägel, SPD-Kreistagsabgeordneter aus Wachtberg, mit Echterhoff. Die SPD-Kreistagsfraktion hat nun eine Anfrage an den Landrat auf den Weg gebracht, um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Unter anderem möchte der Wachtberger Kreistagsabgeordnete Paul Lägel wissen, welche politischen Beschlüsse notwendig wären, um den Erhalt der Pecher Tierscheune am Standort zu sichern. Die jüngsten kommunalpolitischen Entwicklungen lassen die Vermutung aufkommen, dass das Reiten dem in unmittelbarer Nachbarschaft geplanten Pflegeheim weichen soll. Im Wachtberger Rathaus scheint die Reittherapie unerwünscht.

„Ich halte es für falsch, verschiedene Nutzungsarten auf dem Gelände gegeneinander auszuspielen. Eine Ko-Existenz von Pflegeheim und therapeutischem Reiten sollte das Ziel sein – möglich ist es in jedem Fall!“, begründet Echterhoff ihr Engagement in der Sache. Der Investor scheint jedenfalls keinen Konflikt mit seiner Seniorenwohnanlage zu sehen. Ein Miteinander sei möglich, war seine öffentliche Aussage im zuständigen Ausschuss des Wachtberger Rats.

Zum Hintergrund:

Die Besitzer des Grundstücks mit Reithalle hatten bereits vor längerem parallel zum Verfahren um die Seniorenanlage einen Bauantrag gestellt, um An- und Umbauten des Vorbesitzers genehmigen zu lassen. „Die Umbauten sind geringfügiger Natur und wären in jedem anderen Kontext problemlos genehmigt worden“, kommentiert Dr. Roswitha Schönwitz (SPD), langjähriges Mitglied im Wachtberger Ausschuss.

Der Kreis hatte die Einwilligung der Gemeinde schon vor der Sitzung ersetzt, also die Baugenehmigung erteilt, weil er der Auffassung war, die Gemeinde hätte früher entscheiden müssen. Dennoch hat die Wachtberger „Regierungsmehrheit“ von CDU und Grünen für den Vorschlag der Verwaltung gestimmt, dem Bauantrag nicht stattzugeben. Mit diesem Votum hat die Gemeinde nun gegen die vom Kreis erteilte Baugenehmigung geklagt und die Besitzer der Tierscheune müssen befürchten, dass sie diese nicht mehr betreiben dürfen.