Straffe Führung zahlt sich aus

Wachtberg ist gut aufgestellt! In einer Krise ohnegleichen ist es beruhigend, eine Bürgermeisterin am Ruder zu wissen, die die notwendigen Entscheidungen trifft

„Wachtberg ist gut aufgestellt! In einer Krise ohnegleichen ist es beruhigend, eine Bürgermeisterin am Ruder zu wissen, die die notwendigen Entscheidungen trifft“, zeigt sich der Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Gemeinde Wachtberg, Andreas Wollmann sehr zufrieden.

Bis auf wenige Ausnahmen zeigen sich die Wachtberger verantwortungsbewusst. Das Kontaktverbot, das von Amts wegen kontrolliert wird, wird eingehalten. Die Bürgerinnen und Bürger wissen, das Rathaus ist kein Papiertiger. Wo Auflagen bestehen, müssen sie eingehalten werden. Das muss logischerweise auch kontrolliert werden, sonst könnte jeder machen, was er will. Diese Kontrollen zeigen ihre Wirkung.
Niemand will ehrenamtliche Arbeit behindern. Aber in einer Gemeinde muss die Bürgermeisterin Prioritäten setzen. Dazu gehört, dass die Lösung der Kernprobleme einfach Vorrang hat. Jeder versteht das. Umso dankbarer ist die Wachtberger SPD denen, die in ehrenamtlicher Arbeit helfen und unterstützen. Dazu gehört der ökumenische Arbeitskreis, die Ehrenamtsbeauftragte der Gemeinde, die Nachbarschaftshilfe in Oberbachem, die evangelischen wie die katholischen Initiativen. Das ist gelebte Solidarität. „Sie sind alle Teil eines Netzwerkes, auf das wir stolz sein können“, betont Wollmann weiter.
Sollten andere Initiativen sich dem Netzwerk anschließen, dann sollten sie zuerst den Kontakt zur Bürgermeisterin und zur Ehrenamtsbeauftragten suchen, um ihren Teil mit einzubringen. Unabhängiges Dahinwursteln ist der gemeinsamen Sache eher nicht förderlich. So ist auch die Wachtberger SPD mit ihrem Hilfsangebot vorgegangen, das über Paul Lägel, Rats- und Kreistagsmitglied aus Adendorf, koordiniert wird.

Der Dank und der Respekt der Wachtberger SPD gilt auch der Verwaltung, die bisher klaglos tausende Überstunden geleistet hat, damit die Krise beherrschbar bleibt. Es ist nicht damit zu rechnen, dass vor dem Sommer eine entscheidende Wende eintreten wird.

„Fachkompetenz im Rathaus haben wir schon. Wir brauchen niemanden, der in dieser Hinsicht das Rad neu erfinden will“, bewertet Wollmann abschließend die Lage.

Der Steilpass im April 2020

Fußball wie auch andere Sportarten hat das winzige Coronavirus zum Erliegen gebracht. Das haben noch nicht einmal die Ultras hingekriegt. Einiges sollte aber doch festgehalten und nicht vergessen werden.

Wegen Corona ist die Fußball-EM auf 2021 verschoben worden. Portugal ist so ein Jahr länger Europameister.

In der Champion’s League hat es Leipzig mit dem 3 : 0 gegen Tottenham unter die besten acht in Europa geschafft. Zuvor hatten sie in London schon mit 1 : 0 gewonnen. Special One (Trainer Mourinho) konnte anschließend nur über seine Verletztenliste klagen.

Dagegen ist Dortmund nach dem 0 : 2 in Paris gegen den Scheichclub ausgeschieden und Trainer Tuchel verteidigte seine Trainerstellung. Wie ernst der französische Club die Partie nahm, zeigten die Verteidigerleistungen von Neymar und Canavaro. Die beiden Stürmer kennen sonst ihre eigene Hälfte nur vom Hörensagen. Ärgerlich sind nur die schauspielerischen Mätzchen von Neymar. Ich dachte, der würde auch einmal erwachsen werden. Das Spiel fand vor leeren Rängen statt. Gleichwohl hörte man die Geräuschkulisse eines vollen Stadions. Die Franzosen hatten das als Hilfsmittel zur eigenen Unterstützung so eingespielt, bis die UEFA dem Vorhaben nach 20 Minuten ein Ende bereitete.

Wie Dortmund ist auch Liverpool nach seiner Niederlage auf eigenem Platz gegen Atlético Madrid aus dem Rennen. Ich wünsche ihnen genügend Substanz, um die englische Meisterschaft zu erringen. Würde die Meisterschaft nicht ausgespielt werden, wäre das eine Katastrophe für den Klopp-Club Liverpool.

In der EuroLeague  mit Wolfsburg (1 : 2 gegen Donezk) und Frankfurt ( 0 : 3 gegen Basel) wird das Ende der Fahnenstange bereits mit dem Hinspiel erreicht sein. Dagegen hat Leverkusen nach dem 3 : 1 Sieg in Glasgow (Rangers) beste Chancen für das Achtelfinale.

Saarbrückens Weg als Viertligist aus der Regionalliga ins Halbfinale des Pokals war sensationell. Mit dem 1.FC Köln, Ingolstadt, dem KSC und nun auch Düsseldorf haben sie Teams aus der 1. und 2. Bundesliga herausgekegelt. Gegen Düsseldorf gelang das nach insgesamt 20 Elfmetern mit 7 : 6. Man erinnert sich an Sepp Herberger. Er begründete das Fesselnde am Fußball, dass man nie weiß, wie es ausgeht. Mit den Bayern, der Frankfurter Eintracht und Bayer Leverkusen im Halbfinale sieht das mit Saarbrücken irgendwie exotisch aus. Die Leverkusener fahren als Nächste ins Saarland.

Dann erreichte das mikroskopisch kleine Coronavirus, dass die Begegnung zwischen Mönchengladbach und Köln ( 2 : 1) als erstes Spiel vor leeren Rängen stattfinden musste.

Beim Spiel des SC Freiburg vs. Düsseldorf 0 : 2 leistete Trainer Streich (SC F.) in seiner Coachingzone Schwerarbeit. Der Rundfunkreporter, der ihn beobachtete, diagnostizierte: „ Der Streich ist jetzt bei 265.“ Es ist erstaunlich, wie er das sehen kann. Da drängt sich doch die Frage auf, wie hoch eigentlich hoher Blutdruck noch aushaltbar ist?

Nach dem Spiel der Freiburger gegen Union Berlin ( 3 : 1 ) sank Streichs Blutdruck wieder auf Normalmaß. So konnte er uns Neues verkünden: „ 36 Punkte sind etwas ganz anderes als 33.“ Stimmt. Er dachte an den Klassenerhalt. Wieder einmal zeigte sich Freiburgs Stärke bei Standards. Zwei Tore fielen, initiiert vom Italiener Grifo (Ein Eckball, ein Freistoß), der listig lächelnd dazu meinte: „ Der liebe Gott hat mir einen guten Fuß gegeben“.  Es gibt Teams wie Werder oder Union, die immer wieder auf Standardsituationen hereinfallen.

In Wolfsburg spielten sich die RedBulls weiter nach hinten. ( 0 : 0 ). Ihr Spiel hatte das Potential, um als homoöpathisches Narkosemittel staatlich anerkannt zu werden.

Die Kumpels des Freiburgreporters von der schreibenden Zunft haben mich ebenfalls sehr beeindruckt. So schreibt ein Schwabe: „ Überraschend hat eine der Leitkühe der Wasserbüffel im Bottwartal (Ldks. Ludwigsburg) ein Kind geboren“, also keinen kleinen Wasserbüffel. Sicher gibt es da schon Patenschaften, wie sie bei Eisbären üblich sind.

Das Orkantief Sabine wirkt immer noch nach. So berichtete die Aachener Zeitung aus Belgien: „ Es kam zu Verkehrsbehinderungen durch auf Bäume gestürzte Straßen“. Ich habe mich beim Straßenverkehrsamt erkundigt. Solche Straßen haben wir hier nicht.

Gut gefallen hat mir auch die Suche eines Mannes aus Bayern: „ Mann, 47 Jahre sucht Wohnung mit einer Frau.“ Der kommt gleich zur Sache und tändelt nicht lange rum. In der letzten Glosse habe ich berichtet, dass im Hessischen immer mehr LKW-Fahrer nüchtern sind und damit Entwarnung beim Aufenthalt dortselbst gegeben werden kann. Nun muss ich das wieder revidieren, denn die Hessisch/Niedersächsische Allgemeine macht auf eine Handballspielerin aufmerksam: „ Hanna von Dalwig ist mit 75 Toten bislang die beste Schützin im Verein.“ Man sollte also doch um Nordhessen herum einen Umweg fahren.

Selbst die „Süddeutsche“ verliert angesichts der CDU-Manöver schon mal den Überblick, wenn sie schreibt: „ AKK soll intern deutlich gemacht haben, dass sie die Abgrenzung von der CDU mit aller Härte durchsetzen will.“ Am 04.03. hat sich bei der Wahl von Ramelow gezeigt, dass einerseits CDU und FDP ihre parteipolitische Unschuld verloren hatten, andererseits die CDU auf den Pfad der Tugend zurück gekehrt ist. Die FDP hat sich währenddessen im Thüringer Landtag wie Rumpelstilzchen selbst unsichtbar gemacht.

Das Coronavirus begann im März alle anderen Themen zu überlagern. Gleichwohl gelang es Putin, den politischen Witz zu bereichern. Er wollte nach je zwei Amtsperioden, dazwischen wegen der Verfassung Medwedew, 2024 nicht aufhören. Schließlich sind die mit der Präsidentschaft verbundenen Privilegien nicht zu verachten. Darum bediente er sich eines Kniffs, der Erdogan mit seiner Verfassungsänderung wie ein Schülerbub aussehen lässt. Er setzte nämlich eine Kommission ein, die die bisherigen Paragraphen in einen Lostopf warf, tüchtig rührte und herauszog. Schwupp die wupp hatte er eine neue Verfassung.

Es blieb einer Dumaabgeordneten überlassen, die noch etwas werden will,  folgerichtig zu schließen, ohne rot zu werden, dass man bei einer neuen Verfassung mit der Zählung der Legislaturperiode wieder bei Eins anfangen könnte. Man stimmt in solchen Einrichtungen, die das Wort Parlament nicht verdienen, natürlich dem Herrscher zu. Man will sich ja nicht unglücklich machen. Und so geschah es. Das ist der perfekte Weg. Will Putin nach zwei Legislaturperioden weiter machen, kommen die Verfassungsparagraphen wieder ins Töpfchen, werden herausgezogen und eine neue Verfassung ist geboren, deren Legislaturperiode – logisch – bei Eins beginnt. Das ist wie im Märchen: Wenn er nicht gestorben ist, dann regiert er weiter seine Untertanen. Russland hat wieder einen Zar.

Den jahrelangen Dopingbetrug der russischen Staatsmacht fand ich schon dreist. Für dieses Manöver muss erst noch ein Begriff gefunden werden.

Wir alle wissen, Deutschland war zweigeteilt, in Aldi-Süd und Aldi-Nord. Vielleicht steckt aber doch mehr dahinter. Als ich die norddeutschen Journalisten Vorderwühlbecke und Opdenhövel verwechselte, waren für mich als Süddeutscher die norddeutschen Namen verwechselbar. Umgekehrt haben die Jungs vom Hamburger „Spiegel.de“ ihr Problem im Süden, wonach das „Trentino nicht …im Risikogebiet Italien liegt.“ Wo soll es denn nach der Vorstellung der Hamburger liegen? Ich gebe zu, dass ein Niederbayernkrimi schon von der Sprache her in Norddeutschland schwere Kost ist. Das „Deggendorfer Wochenblatt“ geht mit dem Versuch der doppelten Verneinung vor den bayerischen Kommunalwahlen noch einen Schritt weiter: „ Listenwahl: Das ist die einfachste Methode, bei der kaum kein Fehler passieren kann.“ Da führte wohl ein CSU-Kandidat dem Journalisten die Feder.

Mitte März wurde sportlich endgültig alles auf Storno gestellt. Mich stimmt es eigenartig nachdenklich, nun auf einmal mit 78 Jahren zum zweiten Mal zur Hochrisikogruppe gezählt zu werden. Eigentlich sind wir alle ein Leben lang eine Risikogruppe. Das sieht man schon an der jährlichen Kraftfahrzeugversicherung. Dort steckte man mich schon länger in die Hochrisikogruppe ( = das dritte Mal) . Dabei gibt es nur zweimal im Jahr einen Kontakt. Die Versicherung schickt mir ihre Rechnung, die regelmäßig höher ist als im letzten Jahr. Vornehm vermeidet sie einen Begriff, der nach Preiserhöhung aussieht. Noch vornehmer schreibt sie, wie alle anderen Versicherungen auch, über eine Gebührenanpassung. Zähneknirschend überweise ich den Betrag, ärgere mich ein paar Tage und vergesse die Dreistigkeit, mich als Hochrisikomensch zu sehen, bis zum nächsten Jahr.

Es gibt Krankheiten, hatte man sie, ist man für das weitere Leben immun dagegen. Ich aber nicht. Ich gehöre zum dritten Mal einer Hochrisikogruppe an. Das ist ziemlich ungerecht.

In der ersten Hochrisikogruppe befand ich mich in den Jahren des 2. Weltkrieges. Als Kind wurde ich von der Wohnung in den Luftschutzbunker und umgekehrt geschleppt, bis eine Brandbombe oben das Haus in Brand setzte, während meine Mutter und ich unten im Keller ausharrten. Es waren unerschrockene Feuerwehrleute, die uns da herausholten. Der ganze Hausstand war weg, Badnerland war abgebrannt. War dann ab 1945 die Gefahr entfallen, durch Bomben oder anderem Kugelhagel ins Risiko zu gehen, so bestand das nächste Risiko darin, etwas zu essen zu ergattern. Hier setzt heute die Kritik meines Freundes Peter ein, der das Nölen von Müttern der jetzigen Generation, dass sie irgendeinen Artikel nicht sofort kaufen konnten, nur schwer ertragen kann. „Was haben unsere Mütter dagegen ausgehalten? Mann war im Krieg oder tot oder in Gefangenschaft, Kinder mussten unter schwierigsten Bedingungen groß gezogen werden und zu essen gab es auch kaum etwas.“ Ich erinnere mich, wie mein Vater, als er aus der Gefangenschaft zurückkehrte, einmal in der Woche Zeitungspapier zurechtschnitt und an einem Haken in der Toilette aufhing. Bei Peter wurde noch mehr recycelt. Ergatterte seine Mutter z.B. Fisch, so wurde dieser beim Kauf in Zeitungspapier eingewickelt und zuhause wurde das Papier anschließend der Verrichtung zugeführt, die ich bereits geschildert habe. Gespielt wurde in Trümmern. Spielzeug hatten wir nicht. Ich weiß nicht, wann ich das erste Spielzeug in Händen hatte, vielleicht mit sechs, 1948. Gespielt haben wir Räuber und Gendarm in den Trümmern und Gebäudekellern der zerbombten Umgebung. In unserem Zuhause damals hatten wir ein Zimmer, da durfte ich eine Tür unter keinen Umständen aufmachen. Man konnte vom vierten Stock an dieser Stelle bis zum Keller sehen. Das Gebäude blieb halbwegs bewohnbar stehen, weil die Bombe, im Keller angelangt, nicht hochging, sondern entschärft werden konnte. Klar, dass ich jeden Tag mindestens einmal in den Abgrund schaute. Jetzt zum zweiten Mal in die Hochrisikogruppe eingeteilt zu werden, finde ich schon hart.

Auf einen besonders fiesen Trick kamen jüngst die Israelis. Sie setzten bereits infizierte Ausländer noch ins Flugzeug, damit sie die los waren. Prompt steckten diese eine deutsche Wissenschaftlerin an, die auf dem Heimflug von Tel Aviv war und zwei Reihen vor ihnen saß. Hoffentlich bekommt das der „Flügel“ der AFD nicht mit.

Ähnlich schäbig verhielt sich Donald Trump. Wegen seiner Wähler und angesichts des desolaten Gesundheitssystems in den USA musste er einen Schuldigen finden. Für ihn ist eindeutig: Schuld an diesem Schlamassel sind einzig und allein die Europäer, die den Virus      „ in großen Klumpen“ eingeschleppt hätten. Ein noch größerer Trottel ist sein Vizepräsident Mike Pence. Der erklärte Europa, mit Blick auf die Millionen Amerikaner, die Europa kaum dem Namen nach kennen, zum „Epizentrum“ dieser Pandemie. Es muss doch einen Ami geben, der weiß, wo Wuhan liegt und ihm dies zeigt. Die überwiegende Mehrheit der US-Amerikaner sind politisch wirklich Volltrottel, aber ein paar intelligente Typen an der Ostküste gibt es m.E. immer noch. Auf die hört man auf dem Land leider nicht.

Es gibt etliche Firmen, die an einem Impfstoff gegen das Virus arbeiten, z.B. die Firma CureVac. Sie gehört der Beteiligungsgesellschaft Dievini. Deren Mehrheitsaktionär mit 80% der Anteile ist Dietmar Hopp. Sind sie erfolgreich, so werden wir im nächsten Jahr von den Ultras getragene Heiligenbildchen mit dem Eigentümer von Dievini in den Stadien sehen, weil er sie vor einem todbringenden Virus bewahrt hat. Ja, das Leben schreibt schon tolle Geschichten.

Erfinderisch sind die Kioskbesitzer auf Fuerteventura. Eigentlich müssten sie ihren Laden dicht machen. Jetzt haben sie entdeckt, dass sie aufhaben können, wenn sie Atemschutzmasken wie Apotheken verkaufen. Leider habe ich noch nicht herausbekommen, über welche Vertriebswege ihnen das gelingt. Der Bundeswehr sind in Kenia Millionen abhanden gekommen. Ob ein Teil den Weg auf die Kanaren gefunden hat?

Das Virus hat auch eine gute Seite. Jetzt ist der unsägliche ESC-Contest (European Song Contest) abgesagt worden. Das ist die absolut überflüssigste Veranstaltung. Einmal habe ich den vorgesehenen deutschen Beitrag gehört. Das pubertäre Gesäusel würde nur zum Fremdschämen reichen.

Siegbert Heid, 02.04.20

Corona, bitte Abstand halten

Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die derzeitige Situation macht uns allen Sorgen und verunsichert, denn es geht um das Überleben vieler Menschen.

Nur mit Besonnenheit und nicht mit Panik werden wir die Zeit gut überstehen. Alle Beteiligten kämpfen mit vollem Einsatz gegen die Verbreitung des Virus und kümmern sich um die Infizierten und Erkrankten. Allen die in unserer Gesellschaft sich selbst in Gefahr bringen um uns allen zu Helfen und das tägliche Leben aufrechterhalten gilt unser Dank!

In dieser Zeit ist gerade auch Menschlichkeit, Rücksichtnahme und Vertrauen in Maßnahmen der Verwaltungen jeglicher Ebene wichtig, auch wenn sie uns mangels Detailkenntnis nicht direkt schlüssig erscheinen.

Wir alle erleben und durchleben zur Zeit eine Krise, deren Auswirkungen und Belastungen wir uns noch vor Kurzem nicht hätten ausmalen können. Wir alle sind verunsichert, wie wir mit dem Virus umgehen sollen, welche Maßnahmenwohl richtig und welche falsch sind. Die meisten Menschen sind nicht in der

Lage, das exponentielle Wachstum einer viralen Ausbreitung zu verstehen,geschweige denn, die richtigen Maßnahmen zu akzeptieren. Hier entsteht auch der Wunsch zu helfen und das ist begrüßenswert – aber bitte bedenken Sie, dass hier durchaus auch unter bestimmten Umständen mehr Unheil als Hilfe angerichtet werden kann.

Ich möchte nicht ein Kind von einem ggf. Corona-infizierten Helfer betreut sehen, möchte ebenfalls keinen Helfer von meinem Corona-infizierten Kind anstecken lassen. Auch wenn ich keine Richtlinie des RKI zur Kinderbetreuung irgendwo im Netz ausfindig machen konnte, so habe ich doch durch die vielen Hinweise und Empfehlungen gelernt, dass das Prozedere unbedingt professionell von Fachleuten, Profis strukturiert und umgesetzt werden muss.

Durch Anrufe und Gespräche konnte ich mich davon überzeugen, was unsere Verwaltung hier für einen tollen Job macht, von den „einfachen“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von dem Leiter unseres Ordnungsamtes bis hin zur Verwaltungsspitze. Unzählige Richtlinien von übergeordneten Behörden, die umgesetzt werden mussten, ständig tagende Krisenstäbe der verschiedenen Ebenen haben dazu geführt, dass unsere Verwaltung unter enormem zeitlichen Aufwand und psychischem Druck verantwortungsvoll diese Krise meistert. Hier ist der Platz für Profis, nicht für Amateure, so gut ihr Ansinnen – im besten Fall – auch sein mag.

Eine ehrenamtliche Betreuung von Hilfesuchenden kann allenfalls und nur eingeschränkt von unmittelbaren Nachbarn aus dem Ortsteil organisiert werden, eine nicht dafür qualifizierte nichtstaatliche Organisation halte ich nicht für zielführend. Unterstützen Sie die Hilfsorganisationen wie ASB, DRK, etc. durch Spenden oder durch Mitarbeit in „nicht gesundheitskritischen Bereichen“, um diese Organisationen zu entlasten. Überlegen Sie sich

Angebote, wie Onlinekonzerte, oder andere kreative Bereiche, Ehrenamt ist gut und wichtig, sie sind das „Salz in der Suppe“ unseres Gemeinschaftswesens. Ich kann den Bedarf vieler Bürgerinnen und Bürger, „Helfen“ zu wollen, durchaus verstehen, aber nicht nur alle(!)auf Bundesebene tätigen Experten, auch die politisch Verantwortlichen aller Ebenen betonen immer wieder, dass die oberste Maxime ist: „Keine Sozialkontakte!“.

Es ist jetzt nicht die Zeit für überflüssige Streitereien. In der aktuellen Krise muss der Fokus auf deren Bewältigung liegen – hier sind alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, den Verantwortlichen in Verwaltung und im Gesundheitswesen Folge zu leisten und Ruhe zu bewahren.

Daher unterstützt die Wachtberger SPD unsere Verwaltung und die Bürgermeisterin, deren Aufgabe aktuell ausschließlich in der Bewältigung der Coronakrise liegt.

Wer privat Ehrenamtler organisieren möchte – gerne – aber das ist und bleibt seine Privatinitiative. Hier aktuell einen Zwist und persönliche Animositäten in die Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit zu verbreiten, ist aus meiner Sicht nicht nur kontraproduktiv – ich denke, es gibt wirklich aktuell sehr viel wichtigere Dinge.

Andreas Wollmann

Ortsvereins- und Fraktionsvorsitzender

“Schöllepädche” in Adendorf auf einem guten Weg

SPD begrüßt Schulwegplanung in Adendorf. Zukünftig zwei Zebrastreifen in Adendorf

Mit der Planung des Schulweges in Adendorf können wir zufrieden sein, meint der Vorsitzende des Bau- und Vergabe Ausschusses Dr. Bernd Becker, SPD.
Erfreulich ist, dass es zukünftig zwei Zebrastreifen in Adendorf geben wird. Für die Schüler entsteht ein neuer auf der Höhe der alten Schule. Somit wird der, so autofrei wie mögliche, neue Schulweg über das “Schöllepädche” an der Feuerwehr vorbei und über die Sackgasse “Auf der Hostert” zusätzlich abgesichert. Im Interesse aller Adendorfer Bürger ist jedoch auch, dass der Zebrastreifen auf Höhe der Adendorfer Kirche bestehen bleibt.
Somit hat die Verwaltung, entgegen anderslautenden Vorschlägen, aus anderen Fraktionen und auch der Ortsvertretung, wieder mal eine gute Lösung gefunden.
Die ganze künstliche Aufregung ist verpufft und ein praktisch salomonischer Weg, der den Interessen Aller dient, gefunden.
Wie eine kleine, direkte ” Umfrage ” bei den Schülern ergab, kommen sie mit dem Weg gut zurecht, berichtet Ortsvertretungsmitglied Philipp Willert. Moniert haben die Schüler allerdings tote Mäuse und Vögel, die sich auf dem Schöllepädche fanden. Bis zur endgültigen Genehmigung führt der Schulweg wieder über den alten Zebrastreifen, da sich keine Schülerlotsen für eine Übergangslösung fanden.

Was den Ausbau der K 64 Adendorf – Eckendorf betrifft, so wird wohl noch einiges Wasser den Rhein runterfließen.
Damit dies nicht mehr auf der Fahrbahn, auf Höhe “Escheböhmsche” passiert, und im Winter für überfrierende Nässe sorgt, bat Ausschussmitglied Willert, dies bei der Planung zu berücksichtigen.
Nachdem, auf Betreiben der SPD hin, durch Beschilderung immerhin beidseitig auf die gefährliche Kurve hingewiesen wird, fordert die SPD weiterhin eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die gefährliche S-Kurve vor dem Ortseingang , so der Adendorfer Bürger Willert.

SPD Faktion würdigt Dr. Wolfgang Neusüß

SPD Faktion würdigt Dr. Wolfgang Neusüß

Mit der Ratssitzung vom 03. März 2020 endet für die Wachtberger Kommunalpolitik und vor allem die Wachtberger SPD eine Ära. Dr. Wolfgang Neusüß musste kurz vor Ende der Wahlperiode gesundheitsbedingt sein Ratsmandat aufgeben.

Seit Ende der 70er Jahre hat Dr. Wolfgang Neusüß, 1939 in Wien geboren, im Gemeinderat mitgewirkt, zunächst als Sachkundiger Bürger und seit 2004 als Mitglied des Rates.

Die politischen Schwerpunkte des promovierten Volljuristen waren entsprechend seinen früheren beruflichen Aufgaben als Unterabteilungsleiter im Bundesbauministerium die Planungs- und Bauangelegenheiten der Gemeinde. Dem Umwelt- und Naturschutz mehr Gewicht in der Kommunalpolitik zu geben war immer einer seiner zentralen Beweggründe, sich in der Ratsarbeit zu engagieren. In der Verkehrspolitik galt folgerichtig dem Radwegebau sein besonderes Augenmerk. Dementsprechend war er über lange Jahre Mitglied des Planungs- und Umweltausschuss und des Ausschusses für Infrastruktur und Bau.

Von 2005 bis 2012 war er Vorsitzender der SPD-Fraktion, deren jetziger Vorsitzender, Andreas Wollmann, das ausscheidende Ratsmitglied gestern nochmals in der Fraktion würdigte: „Mit Wolfgang Neusüß, der aus gesundheitlichen Gründen sein Ratsmandat abgibt, verliert die SPD einen Mitstreiter, der mit großer Sachkunde in Planungs-, Bau- und Umweltfragen die Arbeit der Fraktion, in den Fachausschüssen und im Rat maßgeblich geprägt hat. Dabei legte er immer Wert darauf, mit dem Gewicht seiner Worte ausgleichend in der Sache konsequent Politik zu machen. Das ist heute, in einer Zeit wo auch im Rat oft eher die lauten und schrillen Töne dominieren eine Tugend, an der wir uns als SPD Fraktion ein Beispiel nehmen“.

Bürgermeisterin Renate Offergeld tritt wieder an

Bürgermeisterin Renate Offergeld tritt wieder an

Bei der Kommunalwahl am 13.09.2020 bewirbt sich Renate Offergeld um eine zweite Amtszeit als Bürgermeisterin unserer Gemeinde. Auf der Sitzung des Vorstandes des SPD-Ortsvereins am 03.02.2020 erklärte Renate Offergeld ihre Bereitschaft zur erneuten Kandidatur für das Amt der Bürgermeisterin. Der Vorstand war beeindruckt von der kurz gefassten Rückschau ihrer bisherigen Arbeit, die geprägt war von dem Anspruch des Miteinander, aber auch von ihrer klaren Vorstellung zur Fortsetzung dieser sehr verantwortungsvollen Aufgabe und ihre große Freude an dieser Aufgabe sowie die vertrauensvolle Mitarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Wachtberger Rathaus.

Das Votum des Wachtberger SPD-Vorstandes, Renate Offergeld als Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin für die kommende Wahlperiode vorzuschlagen, fiel einstimmig aus. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Andreas Wollmann sagte dazu: „Die erneute Bewerbung von Renate Offergeld um das Amt der Bürgermeisterin ist ein Glücksfall für Wachtberg. Ihre gelebte soziale Kompetenz findet seit vielen Jahren viel Anerkennung und Vertrauen in der hiesigen Bürgerschaft, Vereinen und sozialen Einrichtungen. Renate Offergeld war und ist eine ausgezeichnete Besetzung für das Amt.

Am 29.03.2020 erfolgt die offizielle Nominierung durch die Mitglieder des SPD Orts-vereins Wachtberg. Gleichzeitig werden die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl gewählt und das Wahlprogramm verabschiedet.

Der Steilpass im Januar 2020

 

Mit Beginn der Wintersaison machen Sportlerinnen und Sportler unterschiedlicher Disziplinen auf sich aufmerksam. Da raste Sportkamerad Thomas Dreßen in den USA bei seinem ersten Abfahrtsrennen nach schwerer Verletzung auf Platz 1. Chapeau!!!  Ihn ahmte die Italienerin Irene Curtoni mit ihrem Super- G Sieg nach. Bemerkenswert war ihr Kommentar: „ Ich bin schon oft hingefallen, aber noch öfter aufgestanden“.  Ich frage mich allerdings, wie man öfter aufstehen kann, ohne hingefallen zu sein. Und Skispringer Leye lüftete ein Geheimnis. „Wir schauen  nach vorne“. Es wäre nicht auszudenken, wenn sie rückwärts schauen würden.

Leser Mirko, gerade vom DOSB-Präsidenten Hörmann (Deutscher Olympischer Sportbund) mit der Goldenen Ehrennadel des DOSB für Verdienste um den deutschen Sport geehrt          [ sie sieht besser aus als ein Bundesverdienstkreuz], erinnerte mich daran, dass ich letztes Jahr Leipzigs Stürmer Werner als Chancentod herb kritisierte. In der Bundesliga, in der er sich auf seine Mitspieler mit eingeübten Spielzügen verlassen kann, kommt er inzwischen nach 17 Spielen auf 18 Tore. Da weiß er, wo das Tor steht. Insoweit akzeptiere ich Mirkos Kritik. In der Nationalmannschaft sehe ich ihn aber immer noch wie Falschgeld herumlaufen. Es würde mich freuen, wenn ich zur EM im nächsten Jahr meine Meinung dazu richtigstellen müsste.

Mit der Überschrift „Sprung nach oben“ titelte ein Sportjournalist seine Meldung über den Standort der deutschen Fußballnationalmannschaft, wonach man sich um einen Platz, nun auf 15, verbesserte. Ein richtiger Sprung, der das Wort verdient, gelang Myanmar (früher Burma) von 147 auf 136.

Im Brot- und Butter Geschäft der Bundesliga backt nun Bäckersohn Klinsmann in Berlin seine Ware. Im ersten Spiel hatte er noch nicht viel anzubieten. Man verlor gegen den BVB 1 : 2. In Frankfurt erreichte man ein 2 : 2. Als Neuerer bekannt, will er den früheren Nationalspieler Arne Friedrich als „Performance Manager“ gewinnen. Vielleicht braucht er noch einen „Equipment Supervisor“ (Zeugwart) oder einen „Corner Flagstylist“ (Eckfahnenbetreuer) oder gar eine „Housekeepingjuniormanagerin“ (Zimmermädchen)? Sollte noch die Stelle des Global Senior Chief Executive (Rentner) frei sein, würde ich mich dafür bewerben.

Von Berlin kommt überhaupt lustige Kunde. Man hat jetzt für den Flughafen die richtigen Dübel gefunden. Der Obmann des Verkehrsausschusses verkündete zum Nikolaustag die frohe Nachricht:„ Entscheidend war die finale Klärung der Dübelfrage“. Da frage ich doch ganz humorlos, ob man die richtigen Dübel nicht schon früher hätte finden können.

Vielleicht ist es nur mir aufgefallen: Die Zahl der Sendungen im Fernsehen mit Humorfachverkäufern nimmt zu. Ergänzt man sie durch die ungewollten Komiker aus Politik und Sport, dann geht es lustig zu, blendet man einmal Kriege wie in Syrien mit daraus folgenden Flüchtlingsströmen aus. „Ich weiß nicht immer, wovon ich rede, ich weiß jedoch, dass ich recht habe.“ Jeder tippt sofort auf Donald ( der mit der roten Krawatte), tatsächlich stammt das Zitat vom Boxphilosophen Muhamed Ali, alias Cassius Clay.

Mit besonderem Genuss verfolge ich die Rechenkünste der sprechenden oder schreibenden Journalistenzunft. Jüngst fragte die Wuppertaler Rundschau nach dem Verständnis für eine Erhöhung von Strom- und Gaspreisen. 36 % antworteten mit ja = Verständnis und 121% mit nein. 157 Leser nahmen an der Befragung teil. Dieses Verständnis von Prozentzahlen ist an Originalität kaum zu überbieten

Dazu belehrt uns die Funk-Uhr: Regelmäßiges Händewaschen dämmt Erkältungsviren und hemmt eine Ansteckung. Die Anzahl der Viren wird nach dem Händewaschen um ein Tausendstel gesenkt. Da wäscht man doch gleich nochmal vor Freude die Hände.

Alle wissen, weil in vielen Steilpässen dokumentiert, dass das Spielglück im Fußball einem Kuhschwanz gleicht, mal zuckt er in die eine Richtung, mal in die andere. Das erlebte jüngst Mario Gomez mit dem VfB Stuttgart in Sandhausen. Mit 2 : 1 verloren die Schwaben in Baden, obwohl Gomez drei Tore erzielte. Nach Meinung des Schiedsrichters standen regelmäßig „ wenige Zentimeter seines Körpers im Abseits“. Der Mario schimpfte anschließend weniger über den Kuhschwanz, mehr über den Videobeweis, dem er die Qualität eines Kuhfladens beimaß.

Mit Qualität beschäftigte sich im Dezember auch der FAZ-Sportredakteur Christian Eichler. Er stellte sich seine erste Frage: Kann man mit einem Auge bei den Bayern gewinnen? Ja, wenn es nach Leverkusens Torwart Hradecky geht. Er spielte zwanzig Minuten mit einer verrutschten Kontaktlinse. Gleichwohl hielt er, einäugig, 12 Bälle, die auf ihn zukamen. Dann stellte Eichler die zweite Frage: Kann man mit einem Auge schielen? Antwort: Anatomisch gesehen nein. Sportlich gesehen: Warum nicht? Weil der Finne Hradetzky auf Platz 1 der Tabelle schielt. Daraus folgt die dritte Frage: Kann man als Fußballer mit Sehfehler Titel gewinnen? Dr. Peter Kunter, promovierter Zahnarzt wurde 1974 mit der Eintracht als Kontaktlinsenträger im Tor deutscher Pokalmeister. René Adler oder David de Gea ( span. Nationaltorwart), beide Kontaktlinsenträger, folgten. Iniesta mit denselben schoss Spanien 2010 zum WM-Titel und Jérome Boateng wehrte im Endspiel 2014 gegen Argentinien alle gegnerischen Attacken ab.

Ein Sonderfall – so Eichler – ist Jonas Hector, 1.FC Köln. Er braucht eine Sehhilfe, mag aber keine Kontaktlinsen, während Brillen auf dem Spielfeld verboten sind. Im EM-Viertelfinale 2016 gegen Italien gab es einmal mehr ein Elfmeterschießen. 17 Schützen waren schon angetreten, dann musste Hector ran. Ohne Sehhilfe gelang es ihm, den Ball hinter Gianliugi Buffon im Tor unterzubringen. Dagegen brachten die Kontaktlinsen Michael Ballack kein Glück. Vor dem letzten Saisonspiel im Jahr 2000 führte Bayer „Vizekusen“ Leverkusen mit drei Punkten Vorsprung und verlor in Unterhaching. Ballack traf mit Sehhilfe ins eigene Tor und nix wars mit dem Meistertitel.

Jüngst erreichten von angetretenen Vier, Drei (Bayern, BVB und Leipzig) die Play-Offs in der Champion’s League. Für Bayer Leverkusen war die Gruppenphase ein Fortbildungskurs mit Juventus Turin und Atlético de Madrid als Ausbilder. Wir werden sehen, ob sie das Gelernte in der Euroleague zusammen mit Frankfurt und Wolfsburg anwenden können. Mönchengladbach hat sich mit dem 1 : 2 gegen eine Istanbuler Mannschaft in letzter Sekunde selbst ins Knie geschossen und schied aus.

In der Bundesliga ist es spannend wie selten. Das kommt von einer Ausgeglichenheit der ersten sechs Teams, ohne  ihnen darüber hinausgehend internationale Klasse zuzugestehen.

Das 3 : 3 des BVB gegen Leipzig war ein Spektakel. Kaum minder das 3 : 1 der Bayern in Freiburg. Die Duselmannschaft aus München setzte sich erst in der Nachspielzeit durch. Fünf Minuten schenkte ihnen der Schiedsrichter. Im darauf folgenden Spiel des BVB in Hoffenheim war allerdings nichts mehr von Dortmunds Spielfreude zu sehen. Man führte zwar mit 1 : 0. Aber die tapferen Arbeiter im Blaumann schafften in diesem zähen Spiel zunächst den Ausgleich und dann kurz vor Schluss auch noch das Siegtor. Kurz vorher war ein vielversprechender Angriff der Dortmunder wegen Abseits abgepfiffen worden. Der hilflose Kommentator sprach von einer Entscheidung um „Zehennagelsbreite“. Der muss einen Röntgenblick haben, wenn er auch in die Schuhe sehen kann. Die Dortmunder haben das Spiel buchstäblich „vergeigt“.

Damit bin ich bei der komplexen Partizip-Perfektbildung meines Enkelsohnes. Der Schiedsrichter hat gepfeift, meinte er. Nein, er hat gepfiffen. Aber ich habe klaviert. Nein, da hast Du Klavier gespielt, da brauchst Du noch das Hilfsverb haben, wenn Du mit Deiner Schwester auf die Klaviertasten trommelst. Er ist da sehr genau. Jüngst holten wir die Kinder vom Kindergarten ab. Da schönes Wetter war, fragte die Oma, ob sie im Freien gewesen wären. Nein, meinte er, wir waren draußen, aber nicht im Freien, denn da war ein Zaun um uns herum.

In verschiedenen Szenen zeigte sich die Stärke, aber auch die Schwäche des Videobeweises. Abseits wird millimetergenau registriert, wenn irgendein Körperteil nicht mehr auf gleicher Höhe ist. Arm, Bein, Kopf oder Hüfte sind gängige Beispiele. Es wäre ein echtes Novum, wenn einmal ein Spieler wegen Abseits zurück gepfiffen werden würde, weil sein Penis in offensichtlicher Vorfreude auf abendliche Abenteuer, die Linie millimeterscharf zuerst queren würde. Das wäre doch einmal etwas Neues.

Ob Handspiel oder nicht vorliegt, vermag zur Zeit niemand zu erklären. Ich habe gesehen, wie ein Verteidiger, den Arm eng am Körper, etwa aus zwei Metern voll angeschossen wurde. Der Schiedsrichter gab Elfmeter. Am selben Spieltag sprang bei einem Eckball ein Verteidiger hoch und hielt den Arm oben noch einmal einen Meter höher. Aus der Ballberührung folgte kein Elfmeter. Das begreift kein Mensch.

Mal hilft der „Kölner Keller“ bei der Entscheidungsfindung, mal nicht, vor allem dann nicht, wenn die Beobachter im Keller sich gerade ein Bier oder eine Currywurst holen. Im Kölner Keller sitzen die Beobachter des Geschehens an den Videogeräten. Sie sollen die Schiedsrichter auf dem Platz unterstützen. Der eine mehr, der andere weniger mag Theatralik. Da wird gepfiffen, das Spiel unterbrochen und mit großen Gesten jedem Analphabeten erklärt, dass der Schiri jetzt zum TV-Gerät geht. Danach hebt oder senkt er den Daumen zugunsten einer Mannschaft. So muss es in der Antike im römischen Colosseum zugegangen sein. Hob oder senkte der Kaiser den Daumen, war das das endgültige Schicksal für den Betreffenden.

Mir schiene es fairer, wenn man das Orakel von Delphi wieder einführen könnte. Seit dem 8. Jh. v. Chr. holten sich die alten Griechen dort Rat. Das war eine Geldfrage. Die Reichen erhielten ausführliche Beratung. Die Armen durften nur eine Frage stellen, die mit Ja oder Nein beantwortet werden konnte. Darauf langte Pythia, die weissagende Priesterin, in einen Topf mit weißen und schwarzen Bohnen. Weiß hieß Ja, schwarz hieß Nein.

Dabei saß sie auf einem Dreifuß über einer Erdspalte. Daraus wallende Dämpfe versetzten sie in einen Trancezustand. Das wäre heutzutage nicht vorstellbar, weil schon die Berufsgenossenschaft den Dreifuß nicht zulassen würde. Dazu käme der Brandschutz mit Auflagen, denen gegenüber der Berliner Flughafen ein Kleinauftrag wäre. Gleichwohl wäre es gerechter, das Orakel anzurufen, als den Vorlieben und eigenmächtigen Interpretationen eines Schiedsrichters ausgesetzt zu sein.

Am Ende der Hinrunde beschäftigt Torwart Alexander Nübel die Gemüter in Gelsenkirchen. Als er von Paderborn nach Schalke wechselte, fanden alle Schalker den Wechsel ganz normal. Jetzt, nach der Nichtvertragsverlängerung mit wahrscheinlichem Weggang nach München, sehen das wiederum alle Schalker diesen Wechsel als Verrat. Dabei ist das Verhalten für einen freiberuflichen Fußballspieler nachvollziehbar. Bayerns Torwart Neuer ist 33. Er wird nicht jünger.  Nübel ist zehn Jahre jünger. Da die Bayern für die nächsten 10 Jahre wieder einen überragenden Torwart suchen, wird er auf das Angebot eingehen, das ihm 5,5 Mill. € im Jahre bringen soll. Die Schalker wollten ihn mit sieben Mill. € zum Bleiben motivieren, aber für das internationale Renommé nimmt man schon einmal ein geringeres Anfangsgehalt in Kauf.

Da ich nach meiner Einschätzung gefragt wurde, wer am Ende der Rückrunde ganz vorn sein wird, lege ich mich fest: Leipzig wird Meister vor den Bayern, den Gladbachern, dem BVB, Schalke 04 und Bayer Leverkusen. In der 2. Bundesliga werden der HSV und der VfB wieder aufsteigen, Bielefeld spielt die Relegation und am Tabellenende hoffen wir, dass die Ermüdung des KSC überwunden sein wird und ihn vor dem Abstieg in Liga 3 bewahrt.

 

Siegbert Heid, 02.01.2020

Paul Lägel will es erneut wissen

Paul Lägel will es erneut wissen

SPD Wachtberg nominiert Paul Lägel als Kandidaten für Wahl zum Kreistag

Paul Lägel wird bei der Kommunalwahl 2020 in Wachtberg für den Kreistag kandidieren. Auf einer sehr gut besuchten Mitgliederversammlung in Niederbachem wurde Lägel, der auch stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde ist, auf Vorschlag des Ortsvereinsvorstands einstimmig nominiert. Lägel, der 2014 den Sprung in den Kreistag schaffte, aktuell in einer Reihe von Ausschüssen und Gremien mitarbeitet, will es erneut wissen und seine Arbeit im Kreistag auch in der kommenden Wahlperiode fortsetzen.
Wichtige Anliegen sind für ihn, die Mobilitätsebene auf Kreisebene mitzugestalten, d.h. unter anderem Staus im Berufsverkehr zu verhindern. Des Weiteren ist ihm der Ausbau der Kita-Plätze und die Abschaffung der Kita-Gebühren ein wichtiges Anliegen. Die Pflege und der Erhalt unserer einzigartigen Landschaft ist für ihn primäres Ziel, die Interessen von Umweltschutz und Landwirtschaft müssen zueinander geführt werden. Lägel: “Es gibt noch viele weitere Themen, die weiterentwickelt bzw. neu angegangen werden müssen, wo der Kreis maßgeblicher Entscheidungsträger ist.“

Neubau Spielplatz Pech –  Theorie und Praxis von Bürgerbeteiligung

Liebe Eltern von Kindern im Spielplatzalter in Pech und Umgebung,

seit 2017 wartet ihr darauf, mit euren Kindern erlebnisreiche Stunden auf dem neugestalteten Spielplatz in Pech zu verbringen. Dieses tut ihr allerdings nicht tatenlos: Auf mehreren Ortsvertretungssitzungen seid ihr mit euren Kindern für die Neugestaltung des in die Jahre gekommenen Pecher Spielplatzes eingetreten. Ideen wurden zusammengetragen und dem Architekten als Grundlage für seine Planung vorgelegt. In einer von der Verwaltung anberaumten Bürgerversammlungen zum Architektenentwurf haben auch Jugendvertreter großes Interesse an den für sie geplanten Objekten bekundet. In mehreren Treffen haben Verwaltung, der Architekt, Vertreter der Elterninitiative und der Ortsvertretung Pech über Einzelheiten der Planung und Möglichkeiten der Kosteneinsparung  diskutiert. In einer gemeinsamen Sitzung von Mitgliedern der Ortsvertretung, der Elterninitiative und der Verwaltung wurde zuletzt auch eine Möglichkeit gefunden, mit den knappen Restmitteln die angrenzenden Grünflächen so zu gestalten, dass sie gut zu dem neuen Ortseingang passen. Klar, 250.000 Euro sind eine Menge Geld für einen Spielplatz. Aber seit über sechzig Jahren wurde in den alten Pecher Spielplatz nicht investiert. Die Neuanlage soll sich weiterhin möglichst natürlich in die vorhandenen Gegebenheiten einpassen und für Groß und Klein eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen.

Im Frühjahr 2020 sollte endlich mit den Arbeiten begonnen werden. Eine zweite Ausschreibung hatte annehmbare Konditionen erbracht, fehlte nur noch die Aufhebung des Sperrvermerkes für eingeplante 70.000 Euro. Diese versagten die Fraktionen mit Ausnahme der SPD in der Sitzung des zuständigen Ausschusses am 3. Dezember. Doch nicht nur das: Ratsherr Kleikamp schaffte es, einen großen Teil der Ausschussmitglieder davon zu überzeugen, das gesamte seiner Meinung nach unpädagogische Projekt einzustampfen und neu zu beplanen! Die bereits angefallenen Planungskosten von ca. 45.000 €  können damit abgeschrieben werden.

Herr Kleikamp (CDU), der an keiner einzigen der oben angeführten Veranstaltungen teilgenommen hat, wird jetzt mit Herrn Lengrüsser (Grüne) einen Bürgerworkshop ins Leben rufen, der der Verwaltung konkret sagt, wie ein Spielplatz für Kinder unter pädagogischen Gesichtspunkten ganz zeitnah und billiger gestaltet werden kann. Als Eckpunkte wurden gleich in der Sitzung festgelegt: Auf keinen Fall Angebote für Jugendliche und keine Parkanlage. Eine Parkanlage stellt man sich eigentlich größer vor als die Spielplatzfläche in Pech, soll dann auf eine Begrünung und Sitzgelegenheiten verzichtet werden? Wir können nur hoffen, dass Herr Kleikamp dieses Mal auf eine entsprechende Qualität der  Spielgeräte achtet und keine für den heimischen Garten gedachten Klettergeräte aus dem Versandhandel verplant, wie er es bei der ersten öffentlichen Begehung des alten Pecher Spielplatzes wegen der schnellen Umsetzbarkeit und des günstigen Preises vorgeschlagen hatte.

Liebe Eltern, vielen Dank für euer Interesse, an dieser Spielplatzplanung mitgewirkt zu haben; vielen Dank für eure Zeit, für eure Ideen, die ihr für eine ansprechende Umgestaltung eingebracht habt. Nur schade, dass eure Kinder wohl schon aus dem Spielplatzalter raus sein werden, wenn  Pech endlich wieder einen benutzbaren Spielplatz  hat.

SPD Pech, Jutta Danylow, Roswitha Schönwitz

Der Steilpass im Dezember

Ist Rechtsradikalismus rund um den Fußball ein früher Hinweis für eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung nach rechts? Soweit wollten meine Leser, die mir auf den letzten Steilpass antworteten, nun doch nicht gehen. Sie stimmten aber zu, dass diejenigen, die die einfachen Antworten auf schwierige und komplexe Themen haben, nicht nur in Deutschland einen beträchtlichen Zulauf haben. Der Populismus erlebt, nicht nur in den USA, gepaart mit Fake News, eine ungeahnte Konjunktur. Hinzu kommt in Ostdeutschland das Gefühl der Benachteiligung. Das Beispiel der Vielzahl von rechtsextremistischen Konzerten im Osten Deutschlands unterstreicht die Ahnungslosigkeit derer über ihre historische Vergangenheit, die von einer Wannseekonferenz (Beschluss der Judenvernichtung) oder einem Hitler-Stalin-Pakt noch nie etwas gehört haben. Die 50 Millionen Toten des 2. Weltkrieges sollten ein Thema im Schulunterricht sein. Gefühlte Benachteiligung, Unwissenheit und Anfälligkeit gegen gezielte Manipulationen über soziale Medien, mit denen Fake News Realitäten suggeriert werden, sind aber eine gefährliche Melange, mit der sich die demokratischen Parteien auseinanderzusetzen haben. Auf eine Gefahr erlaube ich mir aber doch hinzuweisen: Je mehr Bürger aus dem bürgerlich-konservativen Milieu zur AFD wechseln, desto mehr wird der rechtsradikale Kern der AFD kaschiert.

Sport und Politik sind schon immer miteinander verzahnt. Wir erleben das eigentlich täglich in der Kommunalpolitik. Von daher ist es jetzt nicht so schwierig, die Seite Sport aufzuschlagen, die uns wieder mitten auf den Fußballplatz führt. Auf europäischer Ebene ist die Darbietung der Bundesligisten eher mittelprächtig. Im Februar wird sich allerdings erst zeigen, wer durch das Raster der Gruppenphase gefallen ist. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen.

Abwechslung erhöht zur Zeit die Spannung in der Bundesliga. Der BVB fuhr mit einer 4:0 Packung aus München nach Hause. Noch eine Woche zuvor brillierten die Dortmunder mit ihrem 2 : 0 Sieg gegen Wolfsburg. Sie spielten Hacke, Spitze, 1,2,3. Das zweite Tor erzielten sie nach einem dreifachen Hackentrick, da benötigten sie noch nicht einmal den von Belá Rethy so bewunderten doppelten Doppelpass. Dann kam die Ernüchterung. Dabei verlor der BVB zweimal. An der Börse sackte der Aktienkurs im S-Dax um 3 % ab. Sie zieren dort den letzten Platz.

Der Kommentar des englischen „Guardian“ nach dem Rugby-WM-Sieg Südafrikas über England passt wunderschön zu diesem Desaster: „ Diese Rohlinge aßen unser Gedränge (Rugbyfachausdruck, hat nichts mit Gehänge zu tun) auf, als wäre es mit der Holzkohle schön durchgegrillt und in einem Brötchen mit Senf und gebratenen Zwiebeln serviert worden.“

Das passt gut, denn beide Mannschaften sollten einmal nach England schauen. Sadio Mane aus dem Senegal, Stürmer in Liverpool (vielleicht aktuell bester Stürmer der Welt), sprintet nach einem verlorenen Zweikampf zurück und versucht, den Ball wieder zu erobern, als wäre er persönlich beleidigt worden. In so einer Situation findet man bei Dortmund Behäbigkeit und bei den Bayern biedere Saturiertheit. Es gibt allerdings einen Unterschied im Ergebnis. Während die Bayern eher gewinnen (mit Ausnahme des 1 : 2 gegen Leverkusen), blamierten sich die Borussen nach einer desolaten Vorstellung in der ersten Halbzeit mit einem 3 : 3 gegen den Tabellenletzten Paderborn. GF Watzke sprach der Mannschaft Mut zu und zitierte Martin Luther: „Aus einem verdruckten Arsch kann kein fröhlicher Furz kommen.“ Gegen Barca hat es nichts genutzt, gegen Hertha und deren neuem Trainer Klinsmann schon. Das hat dem Trainer in Dortmund (vorerst)den Job gerettet.

Nachdem sich Uli Hoeness nun vom unmittelbaren Fußballgeschäft verabschiedet hat, irrt jeder, der annimmt, unser Sportkamerad würde am Tegernsee schweigen und den Enten zuschauen. Er wird sicher bald von der Auslinie zu hören sein. Alle hatten bei seiner Verabschiedung Kreide gefressen, sowohl seine Bewunderer wie seine bisherigen Kritiker. Bemerkenswert fand ich seinen alten CSU-Spezi und Bayerischer Rundfunkreporter Waldemar Hartmann, der auf seine Fähigkeiten als Verkäufer zu sprechen kam. „ Uli hätte sogar dem Papst ein Doppelbett verkauft“. Wie immer lag Loddar (Matthäus) knapp daneben: „Der Uli, der hat nie was hinten herum gemacht“. Da war doch was – oder?

Die Zurufe von der Auslinie bekommen dem Fußball so wenig wie der Politik. Gerade die Sozialdemokraten sind vom „Morbus Stegner Syndrom“ gebeutelt. Stegner, Regionalpolitiker aus Schleswig-Holstein ist der auf den Fotos des SPD-Parteivorstandes, den immer heftige Zahnschmerzen plagen, wenn die anderen in lustiges Gelächter ausbrechen. Er lässt keine Gelegenheit aus, die eigene Partei und deren Führung kaputt zu reden. Bis heute hat er nicht begriffen, dass nichts den Wähler mehr schreckt als üble Nachrede. Bei der CDU schickt sich Friedrich Merz an, diese Rolle nahtlos zu übernehmen. Wenn man seine Partei und seine Wähler richtig nerven will, dann muss man Personaldebatten führen und sich mit sich selbst beschäftigen. Hoffentlich hat das bei der SPD nun ein Ende gefunden, sonst kratzt die Partei an der 5 % Hürde, obwohl sie in der Großen Koalition eine gute Arbeit macht. Der vereinigte deutsche Journalismus schreibt dies allerdings konsequent nieder.

Mit dem neuen Führungsduo sind die innerparteilich auseinanderdriftenden Vorstellungen nicht erledigt. Die Strategie des umtriebigen Kevin Kühnert mag für die Jusos funktionieren. Werden die Jusoträume von Verstaatlichung großer Unternehmen (z.B. hat er konkret schon BMW genannt) oder von einem Menschenrecht auf Einwanderung zur sozialdemokratischen Leitlinie, dann gehen sowohl Parteimitglieder wie Wähler von der Fahne. Der Hamburger Bürgermeisterkandidat Peter Tschentscher wird das erste Opfer dieser Utopisten sein.

Zurück zum Fußball. Gleichsam heimlich, still und leise haben sich Gladbach und Freiburg nach vorne geschoben. Zwar versuchte der Argentiner Abraham (Frankfurt) das nach bekannter Gauchoart zu verhindern ( denken wir 2014 an die Verletzungen von Ginther und Schweinsteiger im Endspiel gegen Argentinien), indem er Trainer Streich niederstreckte. Das half ihm aber nichts. Dafür sitzt er jetzt bis ins neue Jahr auf der Tribüne. Gladbach überzeugte beim 3 : 1 gegen Bremen vor allem spielerisch. Mit Thuram und Co. haben sie vorne gleichsam wuchtige Wandschränke. Wer dagegen die körperlose Variante wählt, hat schon verloren. Das passierte jetzt den so tapferen Freiburgern mit 4 : 2.

Mit dem 4 : 0 gegen Weißrussland hat die Nationalmannschaft die Qualifikation für die nächste WM bestanden. Dabei war der Sieg durchaus schmeichelhaft. Man kann sich nicht automatisch auf Neuer im Tor verlassen, der einmal einen sog. „Unhaltbaren“ um den Pfosten drehte und danach noch einen Elfmeter parierte. Die Verteidigung war häufig völlig abwesend.  Gut, dass es bei diesem Wettbewerb noch keinen Videobeweis gibt. Zwei der Tore waren irregulär, das eine war Abseits und bei dem anderen versperrte Werner dem Torwart, weit im Abseits stehend, die Sicht.

Der 6 : 1 Sieg gegen Nordirland war mehr, als man erhoffen konnte. Toni Kroos hat dabei seine große Klasse gezeigt. Mit einem Steilpass – flach oder hoch im Bogen – hebelte er sieben Verteidiger auf einen Streich aus. Das klappte nicht immer, doch immer wieder. Die deutschen Angreifer umrundeten die sieben Verteidiger wie Wespen, die sich an ein Marmeladenglas heranmachen. Entweder über Toni Kroos oder über Außen gelang es ihnen, sechs Mal den Ball ins Marmeladenglas zu befördern.

Deutschland hat bei der EM-Gruppenauslosung mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal die schwerste Gruppe erwischt. Die hiesigen spanischen Zeitungen lassen eine gewisse Zufriedenheit darüber durchschimmern. Sie erinnern an das Losglück der Deutschen in früheren Wettbewerben. Spanien hat mit Polen und Schweden Gegner zugelost bekommen, die die spanischen Sportjournalisten schon zu Pflichtsiegen interpretieren. Damit wird die eigene Mannschaft schon jetzt ganz schön unter Druck gesetzt.

Außerhalb von Politik und Fußball begegnen wir erstaunlichen Dingen. Gerichtlich wurde festgeschrieben, dass ein trockenes Brötchen eine zubereitete Speise ist. Damit umgeht man einen Streit um Sonntagsöffnungszeiten von Bäckereien mit Tischen. Der Erfinder dieser salomonischen Lösung hat sich m.E. für höhere Aufgaben qualifiziert.

Gottes Fußtruppen haben es wieder einmal krachen lassen. Zwei aus Afrika stammende und auf Sizilien tätige Nonnen sind schwanger. Noch im Februar hat Papst Franziskus zugegeben, dass sexueller Missbrauch von Ordensschwestern in der katholischen Kirche keine Seltenheit ist. Da man sich heute schwer täte, wie vor über 2000 Jahren den heiligen Geist als Verursacher zu identifizieren, schweigt man sich aus. Die Realität geht halt oft andere Wege. Vielleicht könnte Kardinal Woelki einspringen und die Patenschaft übernehmen. Die Story mit Maria, die ein Kind gebar, das nicht von Josef stammte, sondern von einem Lover, den man als Heiligen Geist bis heute unsichtbar macht, kriegt man nur einmal hin. Oberchef Franziskus sollte die Kurve schaffen und den Mitgliedern seiner Truppe ihr Sexualleben gönnen. Die Borgias haben es in der Renaissance ja schon einmal vorgemacht. Das trüge zur allgemeinen Entspannung bei und die katholische Kirche könnte sich auf die Aufgaben konzentrieren, die ihr Gründer damals skizziert und vorgelebt hat.

Es ist eigentlich jedes Jahr das gleiche Spiel. Kurz vor der Weihnachtspause beginnt das „Trainerkegeln“. Nach dem 3 : 3 von Dortmund zu Hause gegen Paderborn wackelt nun auch Favre. Dabei kann der Trainer nur begrenzt eingreifen, wenn z.B. Sancho mit seinen 18 Jahren keine Lust mehr hat, engagiert Fußball zu spielen. Das ist ein Indiz, dass er den Verein wechseln will, zu einem, der einen größeren Fleischtopf hat. Dann kommen Verletzungen einiger wichtige Spieler hinzu – und schon steckt man mittendrin in der Misere. Der Platzverweis von Hummels in Berlin stimmt da keinen Dortmunder fröhlicher.

Das ist nur beim 1.FC Köln anders. Leser Paul wies mich auf die desolate Lage des Clubs hin. Er schlug vor, den Fall näher zu begutachten. Die Rotation des gesamten Führungspersonals aufgrund des Tabellenstandes hängt vielleicht mit der Karnevalszeit zusammen. Labbadia hätte Karnevalsprinz d.h. Cheftrainer werden können, wollte aber nicht. Jetzt ist es Gisdol geworden. Dann schaute ich mir den Brief von Paul nochmals an und siehe da, er stammt aus dem Jahr 2017. An Aktualität hat er nichts eingebüßt.

Ich freue mich immer, wenn Fußballer besondere Formulierungen oder Ausdrücke wählen oder gar neu erfinden. So sprach KSC-Trainer Schwartz nach dem 0 : 3 in Stuttgart von einem Stuttgarter „Glücksfickertor“. Vielleicht können gerade meine Karlsruher Freunde mir erklären, was damit gemeint ist.

Der Inselfußball auf den Kanaren ist von sympathischer Atmosphäre geprägt, ein Kontrast zu deutschen Stadien. Am Sonntag spielten die Konkurrenten Gran Tarajal (unser Städtchen) und Arrecife (Lanzarote) gegeneinander. Das Stadion hier mit einem herrlichen Blick auf den Atlantik und die breite Bucht des Städtchens mit feinstem dunklen Lavasand ist für sich schon ein Erlebnis. Kein Wunder, dass mit den benachbarten Sportanlagen (Olympisches Schwimmbecken) Moderne Fünfkämpfer, Zehnkämpfer, Triathleten und Schwimmer aus ganz Europa sich treffen, von den Profiradrennställen gar nicht zu reden. Zum Lokalderby der vierten spanischen Liga ( vergleichbar mit der Regionalliga in Deutschland und hier die oberste Liga aller kanarischen Inseln), kamen knapp 1.000 Zuschauer. Die Fans aus Lanzarote reisten mit der Fähre an, es war eine tolle Stimmung, das Bier floss in Strömen. Die Fans von der anderen Insel waren mit Fahnen, Megaphonen, Trommeln und anderen Lärmgegenständen ausstaffiert. Die eigenen Lärmelemente kannten wir schon, man musste sich nur weit genug entfernt setzen. Der Eintritt kostet fünf Euro, das Kartensystem ist genial einfach. Man kauft sich an der Kasse einen Beleg, der dann beim Eintritt gleich wieder eingesammelt wird. Er kann so beim nächsten Spiel wieder zum Einsatz gebracht werden.

Wie in jedem Stadion halfen die Zuschauer dem Schiedsrichter bei der Spielabwicklung. Die Abseitsregel gegen die eigene Mannschaft war grundsätzlich außer Kraft gesetzt, gleichzeitig verfügte man aber über eine Sensorik, die das Abseits der gegnerischen Mannschaft millimetergenau erkannte. Darüber hinaus wurde der Schiedsrichter von beiden Seiten lautstark beraten, wann er eine gelbe Karte zu vergeben hatte. Tat er das nicht, ergoss sich die Flut kräftiger spanischer Schimpfworte über ihn und die Umgebung. Gleichwohl war man friedlich, der Spaß wogte die Tribünenreihen rauf und runter.

Als Lanzarotefans einen populären Ohrwurm über Majoreros (Einheimische) anstimmten, fielen die Fuerteventuraner sofort mit ein, weil sie sich noch mehr als Majoreros fühlten. Das ganze Stadion sang gemeinsam das Lied. Die Heiterkeit auf den Rängen war gelungen. Anschließend musste mit Bier kräftig nachgekühlt werden, denn die Temperatur Ende November lag nicht unter 25 Grad. Mit 1 : 0 gewann unsere Mannschaft. Friedlich verließen die Fans beider Lager nebeneinander das Stadion. Die Polizei hätte sich durch eine Alkoholkontrolle eine goldene Nase verdient, war aber vorsichtshalber nirgends zu sehen.

Siegbert Heid, 02.12.19