neuer Vorstand in der SPD-Gemeinderatsfraktion

Neuer Fraktionsvorstand gewählt

Auf der ersten Fraktionssitzung der SPD-Fraktion im neuen Gemeinderat wurde die Spitze der Fraktion neu gewählt. Gewechselt hat die Fraktionsgeschäftsführung, Frau Dr. Roswitha Schönwitz, seit Jahren sachkundige Bürgerin im Planungs- und Umweltausschuss mit hoher Fachkompetenz im Bereich Naturschutz übernimmt die Geschäftsführung von Hans-Otto Schacknies.

Herr Schacknies bleibt stellvertretender Fraktionsvorsitzender, genauso wie Frau Jutta Danylow, die Schriftführerin im Fraktionsvorstand bleibt. Fraktionsvorsitzender der 7-köpfigen SPD-Gemeinderatsfraktion bleibt Andreas Wollmann.

Zu Beginn der neuen Wahlperiode wurde nochmals festgestellt, dass das Ergebnis der Wahl enttäuschend war und das die SPD es nicht vermocht hat, die vielen guten Initiativen, die aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im „alten“ Rat nur mit wechselnden Bündnispartnern erzielt wurden, den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln. Eine verbesserte und anders strukturierte Öffentlichkeitsarbeit ist daher erforderlich und angedacht. Froh ist die Fraktionsspitze darüber, dass eine größere Anzahl jüngerer Bürgerinnen und Bürger dafür gewonnen werden konnte, in den Ausschüssen und Ortsvertretungen die SPD-Ratsmitglieder zu verstärken.

„Selbstverständlich bekommt der neu gewählte Bürgermeister Schmidt die Frau Offergeld nicht zugebilligten 100 Tage Einarbeitungszeit“ betont der neue und alte Fraktionsvorsitzende. Die Arbeit, so Wollmann weiter, müsse in einigen Bereichen neu strukturiert werden, da in der SPD-Fraktion auch viele Wechsel stattgefunden haben. Die langjährigen Ratsmitglieder Anneliese Boley und  Dr. Wolfgang Neusüß haben schon im Laufe der letzten Ratsperiode ihre kompetente und engagierte Mitarbeit beendet. Zum Ende der Ratsperiode sind die Ratsmitglieder Dr. Bernd Becker und Hiltrud Kowalik, Katharina Bleutge, sowie Wolf Metschulat ebenfalls ausgeschieden. Auch bei den sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern, hier seien beispielhaft Bernadette Conraths und Siegbert Heid erwähnt, hat es einen Umbruch gegeben. Wollmann bedankt sich im Namen der SPD für das herausragende Engagement und verspricht eine entsprechende Würdigung baldmöglichst nachzuholen, wenn dies wieder möglich sein wird.

Der Steilpass im Oktober

Der Steilpass im Oktober

Zum Länderspiel gegen die Ukraine war man bis auf Sané und Reus mit der vollen Kapelle angereist. Man gewann zwar mit 2 : 1, aber das Spiel war alles andere als überzeugend. Es war ein deutsches Festival an manchmal grotesk anmutenden Fehlpässen. Es ist schwer, gegen eine doppelte Viererkette anzuspielen, ohne Frage. Die könnte man mit langen Querpässen auf die Außen knacken. Es fehlte aber einer, der wie Jerome Boateng diese Kunst beherrscht. Insofern übertraf man sich bei 75 % Ballbesitz geradezu im Hin- und Herschieben des Balles.

Erwischte der Gegner nach einem Fehlpass dann den Ball, stürmten die schnellen Ukrainer in blitzschnellem Konterspiel auf das deutsche Tor zu. Meistens war dann doch an der Strafraumgrenze Schluss, man muss sich aber fragen, warum können die so blitzschnell kontern und Löws Truppe kann das nicht? Auch im Badischen grammatisch falsch bleibt mir Löws Fazit haften: „ Wir hätten können noch höher gewinnen nach dem[ zwischenzeitlichen] 2 : 0.“ Ergänzend muss ich hinzufügen, aber gegen einen erstklassigen Gegner hätten wir Null Chance gehabt.

Aufgefallen ist mir ein Schnelligkeitsdefizit. Das deutete sich im Spiel gegen quirlige Türken    ( 1 : 1 ) bereits an. Augenfällig wurde es auch dem Laien gegen die schnellen ukrainischen Konterspieler. Konkret zeigte es sich im Laufduell Süles gegen seinen ukrainischen Gegenspieler, das zum Elfmeter führte. Die Deutschen sind in engen Situationen einfach zu langsam. Wird dem in den Nachwuchsmannschaften nicht entgegen gearbeitet, wird es nichts mit Deutschlands Fußball als ernsthaften Konkurrenten im Europa- und Weltfußball. Da bleibt noch etliches rätselhaft.

Das einige Tage später gegen die Schweiz erzielte 3 : 3 bestätigte die Defizite. Die beiden Recken Hummels und Boateng in der Abwehr sind eben nicht so schnell zu ersetzen. Zudem ist Thomas Müller in einer Form, in der er in jeder anderen Nationalmannschaft zu den tragenden Säulen gehören würde. Gerade in Bielefeld ( 4 : 1 für die Bayern) zeigte er seine überragende Form. Auf ihn, so ohne gleichwertigen Ersatz zu haben, leichtfertig zu verzichten, ist grobe Fahrlässigkeit.

 Das Umschaltspiel der Schweizer war doppelt so schnell wie das der deutschen Mannschaft. Aber das hatten wir ja schon gegen die vorigen Gegnern gesehen. Dagegen wurde aber von der Seite des verantwortlichen Trainers nichts getan. Versöhnt wurden wir durch die beiden Treffer von Havertz und Gnabry. Vor seinem Tor zeigte Havertz mit einem grandiosen Dribbling und souveränem Abschluss, warum die Engländer bereit waren, eine hohe Ablösesumme zu bezahlen. Gnabrys Hackentrick zum Ausgleichstor war technisch ein ebensolches Schmankerl. Gut zu gefallen durch seine Zweikampfstärke wusste Goretzka, während Toni Kroos in seinem 100. Länderspiel im Aufbauspiel stets eilfertig angespielt wurde, dadurch aber das Konterspiel gar nicht zur Entfaltung brachte.

Wenn „Ergebnisse der Klebstoff für Erfolg sind“, wie Löw meinte, dann sollte er sich einen neuen Klebstoff besorgen.

Klebstoff hätte Hoffenheims Sebastian Rudy nichts genutzt. Beim Spiel gegen den BVB ( 0 : 1 für den BVB ) packte man den alten Spruch der Makkabäer aus: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Hoffenheims Posch traf Dortmunds Piszczeck im Gesicht, mit der Folge, dass der Dortmunder Pole wegen einer Einblutung am Auge den Platz verlassen musste. Das ließ den Dortmunder Passlack nicht ruhen. Als ihm Hoffenheims Rudy blöd kam, verlor derselbe einen Teil seines Vorderzahnes. Man sah bei der Übertragung, dass das Stück Zahn meterweit über den Platz flog. Später schrieb der BVB unter ein Bild mit Passlacks blutigem Trikot-Ärmel: „ Bis aufs Blut“. Da aber Handfeuerwaffen und Messer vorher abgegeben werden mussten, gab es keine weiteren Vorkommnisse.

In der Bundesliga wird zwar allenthalben die fehlende Stadionatmosphäre bedauert und die Verluste durch den Wegfall des Konsums beklagt, gleichwohl hat sich der Fußball im Kerngeschäft nicht verändert. Er ist Teil der Unterhaltungsindustrie. Sein Weg als virtuelle Angelegenheit ist unumkehrbar. Man muss sich nur einmal die Zahlen der Zuschauer ansehen, die z.B. mit Bundesligaspielen in Asien erreicht werden. Für Deutschland hat der DFL-Geschäftsführer Seifert ganz cool festgestellt, dass bei vollen Stadien an einem BL-Spieltag 360.000 Zuschauer gezählt werden, an den TV-Geräten aber 15 Millionen. Unter diesem Aspekt wird er das Gejammere der Ultras ganz gelassen zur Kenntnis nehmen.

Die Bundesliga wird sich auf niedrigerem wirtschaftlichen Umsatz einpendeln, das sie aber verkraftet. Ob das anderen Bundesligen genau so gelingt, wird sich zeigen. Dabei haben es die Hallensportarten sicher schwerer wegen der zusätzlich schlechteren Voraussetzungen mit den Hallen.   

Während in der Champion’s League (CL) Leipzig das erste Spiel gegen einen türkischen Verein 2 : 0 gewann, musste Borussia Dortmund in Rom gegen Lazio eine bittere 3 : 1 Niederlage einstecken. Immobile, einst wenig erfolgreicher Stürmer in Dortmund, sprühte vor Spielfreude, schoss das erste Tor und spielte ansonsten den Borussen Knoten in die Beine. Die Gladbacher verschafften sich Respekt mit einem 2 : 2 bei Inter Mailand, während die Bayern gegen die Rabaukentruppe unter dem Namen Atlético Madrid souverän mit 4 : 0 gewannen. Diese Kloppertruppe verzichtet auf jeden Charme, schafft es damit aber immer wieder in die CL-League.

In der zweiten Runde ließen die Bayern in Moskau nichts anbrennen und gewannen dort mit 2 : 1. Schwächen in der Konzentration kosteten Mönchengladbach im Heimspiel gegen Real Madrid den Sieg. Beim 2 : 2 glichen die Madrilenen in der letzten Minute der Nachspielzeit aus. Ein Tor in der Nachspielzeit kostete zuvor auch in Mailand den Sieg. Dortmund siegte gegen St.Petersburg mit 2 : 0, während Leipzig bei seinem Ausflug nach England mit 0 :5 gegen Manchester United unterging.

In der Euro-League zeigte sich Hoffenheim von der Schlacht mit Dortmund gut erholt. Sie gewannen gegen Roter Stern Belgrad souverän mit 2 : 0. Die gute Vorstellung deutscher Vereine auf europäischem Parkett rundete Bayer Leverkusen mit einem klaren 6 : 2 gegen Nizza ab.

Rätselhaftes erleben wir außerhalb des Sportgeschehens. So berichtet die „Sindelfinger Zeitung“: „Tiefgarage hängt weiter in der Luft“. Sollte man die nicht umbenennen?

Früher bin ich gern mit Austrian Airlines geflogen, soweit ich in Asien zu tun hatte. Jetzt aber würde ich es mir doch überlegen, denn die Linie schreibt im Bordmagazin: „Fluggäste sind überall auf der Welt verpflichtet, nicht nur ihren Gurt zu schließen, sondern auch die Fenster geöffnet zu halten.“ Da wird es doch ein wenig ungemütlich kalt in der Sauerstoffarmut da oben.

Corona überlagert in den Nachrichten von morgens bis abends alles. In der Gratwanderung zwischen allgemein bundesweiten Regeln und regional begrenzten Konkretisierungen             ( Berchtesgaden ) regt mich das wehleidige Gejammer auf, dass das ritualisierte Saufen auf 23.00 Uhr begrenzt wird. Zynisch kann man raten, dann fangt halt früher mit dem Saufen an. Wenn man in der WDR-Lokalzeit Bonn vier junge Männer an einem kleinen Tisch ohne Maske eng zusammen sitzend und Bier saufend sieht, wie sie über Coronarestriktionen jammern, dann ist das nur noch peinlich. Um dem die Krone aufzusetzen sagt einer der vier: „ Man macht uns unsere Zukunft kaputt.“ Das ist so dämlich, dass mir geradezu schlecht wird. Als ob seine Zukunft durch Saufen gesichert wäre.

Dieser Unverstand ist vorsätzlich dumm. Mein Freund Klaus meinte in diesem Zusammenhang vor kurzem, wir werden hoffentlich im nächsten Jahr einen Impfstoff gegen den Coronabazillus haben. Gegen den Bazillus grenzenloser Dummheit haben wir dagegen immer noch nichts. Ich habe die Vermutung, dass der Respekt und die Vorsicht vor Corona auch etwas mit Bildung zu tun hat.

Wer intensiv die Zeitung liest, erkennt einen täglichen Irrsinn um uns herum. Ein 82-jähriger joggt des Nachts durch die Gegend und wird von einem Radfahrer umgenietet. Er überlebt den Zusammenstoß nicht. Ich frage mich, warum der nicht tagsüber joggen kann?

In Goch am Niederrhein hat sich ein 54-jähriger „Prophet des Ordens der Transformation“ niedergelassen. 54 Frauen und Männer hat er als Glaubensanhänger um sich geschart. Wie deppert muss man denn sein, um so einen Blödsinn nicht im Ansatz zu erkennen? Es gibt Erkenntnisse, dass sich eine zunehmend größer werdende Zahl an Menschen inzwischen  nur an sog. „sozialen Medien“ orientiert, die für mich „Asoziale Medien“ sind. Dort wird jeder Verschwörungstheorie, und sei sie noch so absurd, geglaubt.

Oder in Trier will ein LKW-Fahrer durch eine viel zu kleine Bogentoreinfahrt fahren. Dass das nicht geht, ist auf dem Zeitungsfoto mit bloßem Auge zu erkennen. Trotzdem fährt der wie ein Geistesgestörter in das Mauerwerk hinein. Sechs Wohnungen sind jetzt unbewohnbar. 

Wie immer setzt Gröpaz Trump ( Größter Populist aller Zeiten ) bei Corona noch einen drauf. Er negiert nicht nur trotz rasant ansteigenden Zahlen in den USA die Gefährlichkeit der Pandemie, er nennt auch den international anerkannten Fachmann Fauzi, der auch die Trump-Regierung beraten hat, einen Idioten. Schlimmer geht es nicht mehr. Statt nachdenklich zu werden, himmeln ihn seine Anhänger weiter an. Das ist unerträglich.

Es gibt nichts, was an Absurdität noch gesteigert werden könnte. So haben Hoteliers „Betriebsschließungsversicherungen“ abgeschlossen. Eine Zahlung daraus verweigern Versicherungen, weil bei 2018 oder früher abgeschlossenen Verträge der Begriff „Corona“ im Kleingedruckten fehlt. Es stört die Burschen auch nicht, dass 2018 kein Mensch Covid 19 kannte. Damit beweisen sie einmal mehr, was wir von ihnen halten. Teure Verträge sollen verscherbelt werden, um sich über das Kleingedruckte im Schadensfall aus der Verantwortung zu stehlen.

Der Versicherungsbegriff zeigt uns, wie flexibel die deutsche Sprache sein kann. Da braucht sie keine Anglizismen wie z.B. Lost, das Jugendwort des Jahres. Wortsammler erfreuen sich seit Corona auch an der „verantwortungsvollen Normalität“ oder am „Beherbungsverbot“. Jetzt ist mit dem von Wirten erfundenen „Betreuten Trinkens“ ein Juwel hinzu gekommen. Wirte schenken zu saufen aus, bis der Arzt kommt, das aber unter ihrer Betreuung. Die vier oben genannten Kumpane sollen also nicht zuhause saufen, sondern unter der Betreuung des Wirtes in der Kneipe. Das ist ein origineller, aber leider unwirksamer Beitrag zur Bekämpfung des Virus. Aber der Begriff ist fein. Jetzt ist die Erfindung von „Betreutem Essen“ nicht mehr fern. Leute, haut Euch unter unserer Betreuung die Wampen voll und esst nicht unbetreut, was fleißige Hausfrauen und Hobbyköche zuhause fabrizieren. Das wäre der zweite Grundgedanke, der den Wirten sicher noch kommen wird. Erst „Betreutes Essen“ und dann „Betreutes Saufen“ ist wohl die Idealvorstellung heutzutage. Jetzt ist allerdings erst einmal Schluss mit der Betreuung. 

Keine strahlt uns TV-Zuschauer über die Nachrichten so an wie Landwirtschaftsministerin Klöckner. Das fasziniert mich immer wieder. Sie ist dabei weder meine Landwirtschaftsministerin, noch meine oder unser aller Verbraucherministerin oder die Kümmerin bäuerlicher Landwirtschaft ( Klein- und Mittelbetriebe, sowie nachhaltig arbeitende Betriebe), sie ist nur die Interessenvertreterin von Großbetrieben, die mit ihrer Anbauweise am Artensterben unmittelbar beteiligt sind. So beschloss man unter ihrer Leitung 387 Milliarden € an Subventionen für die kommenden sieben Jahre. Das sind fast 40 % des EU-Gesamtbudgets. Der Großteil fließt nicht an bedürftige oder umweltfreundliche Betriebe. Er wird vergeben nach der Fläche des Hofes. Davon profitieren Großbetriebe und Milliardäre. Das freut Günther Fielmann. Der Brillenverkäufer hat 2019 mehr als 630.000.- € aus EU-Agrartöpfen abgesahnt. Der kann wirklich lachen. Wenn die Klöckner uns dagegen anlacht, dann lacht sie uns aus. 

 

 

Siegbert Heid, 28.10.20

Schwarz-grüner Koalitionsvertrag in Wachtberg –

Bündnis90/ Die Grünen gehen den bequemen Weg

Erstmals in der Geschichte unserer Gemeinde ist es zu einem Koalitionsvertrag für die zukünftige Ratsarbeit gekommen. Zunächst hatten vier Gruppierungen – Grüne, Unser Wachtberg, SPD und FDP – das Potential für eine nachhaltige Zusammenarbeit sondiert. Dabei konnte aus unserer Sicht in über 80 Prozent der Themen und Projekte eine solche Übereinstimmung erzielt werden. Die restlichen Differenzen waren nachrangig und kein Hinderungsgrund für eine feste Kooperation.

Leider fehlte dann den Grünen der Mut, neue Pfade unter eigener Führung zu gehen. Sie hat sich für den „bequemen Weg“ entschieden und bei der CDU untergehakt, um in dieser Konstellation ihre Politik umsetzen zu können.

Auf 13 Seiten listet der Koalitionsvertrag von Grünen und CDU die Ziele und Maßnahmen ihrer Zusammenarbeit für die Wahlperiode 2020-2025 auf. Von Bauen und Wohnen, über Umwelt, Landschaftsentwicklung und Kinderbetreuung bis hin zu Verkehr und Infrastruktur. In einer ganzen Reihe von Punkten finden auch wir Sozialdemokraten uns wieder, sind bereit zu sinnvoller Diskussion und werden das Machbare mittragen.

Andere für die Gemeindeentwicklung wesentliche Themen finden im Koalitionsvertrag dagegen nur am Rande Erwähnung. Das zentrale Themenfeld Finanzen, heftig debattiert in der letzten Wahlperiode, wird mit nur sechs Zeilen abgehandelt. Damals plädierten Grüne, Unser Wachtberg und SPD gemeinsam mit der Verwaltung für eine maßvolle Erhöhung der Grundsteuer, um die Gemeindefinanzen auf eine solide Basis zu stellen. Die Gewerbesteuerausfälle in Folge der Coronakrise verschärfen diese Notwendigkeit dramatisch. Die CDU verweigerte sich und torpedierte jeden Haushalt. Stattdessen richtete man Arbeitskreise ein und konsultierte Experten, um neue Einnahmequellen zu suchen und Ausgaben zu reduzieren – jedoch ohne Ergebnis.

Nachdem nun die Wahlen gelaufen sind, wird dem Wähler offenbart, dass die Suche erfolglos war und außerdem die Grünen analog ihren Wahlaussagen den Koalitionspartner drängen, den notwendigen Schritt zu Steuererhöhungen zu gehen. Ein vorausschauendes Kalkül, das nun vom Wähler „zu schlucken“ ist.

Die SPD-Fraktion im Rat wird weiter seriöse Haushaltspolitik betreiben und darauf achten, dass auch in der begonnenen Ratsperiode die soziale Gerechtigkeit in der Gemeindeentwicklung nicht unter die Räder kommt.

Gemeinderat platzt aus allen Nähten

Wachtberg leistet sich 50 Ratsmitglieder. Bonn mit 16-mal mehr Einwohnern kommt mit 66 Ratsmitgliedern aus. Mehrkosten von rund 60.000 Euro pro Jahr belasten den Haushalt zusätzlich – Dank der CDU Wachtberg.

Die SPD-Fraktion hat in den vergangenen Jahren zweimal den Antrag gestellt, den Wachtberger Gemeinderat zu verkleinern. Beide Anträge sind von CDU, UWG und FDP abgelehnt worden. Nun ist das eingetreten, was die SPD mehrfach prognostiziert hat. Der Rat ist von 44 Ratsmitgliedern nach der Wahl 2014 weiter auf nunmehr 50 Ratsmitglieder aufgebläht worden. Maximal stehen Wachtberg nach dem Kommunalwahlgesetz eigentlich nur 38 Ratsmitglieder zu. Wenn aber die prozentuale Anzahl der Direktmandate einer Partei die prozentuale Anzahl aller auf sie entfallenden Stimmen übersteigt, haben die anderen Parteien oder Wählergemeinschaften einen Anspruch auf entsprechende Ausgleichsmandate. 12 Ratsmitglieder mehr als maximal vorgesehen werden den Haushalt mit mindestens jährlich 60.000 Euro belasten. Dies hätte vermieden oder zumindest gemindert werden können, wenn CDU, UWG und FDP den Anträgen der SPD gefolgt wären, die Ausgangszahl für die Größe des Rates von 38 auf 34 zu verringern. Mit diesem Antrag ist die SPD weit hinter der nach dem Kommunalwahlgesetz minimal möglichen Anzahl von 20 Ratsmitgliedern zurückgeblieben. Die Zahl 34 stellt auch einen verantwortbaren Kompromiss zwischen möglichen Kosteneinsparungen und einer dann immer noch gegebenen gleichmäßigen Abdeckung des Gemeindegebietes mit Wahlbezirken dar. 

Ein politischer Mehrwert ist mit den zusätzlichen 12 Ratsmitgliedern nicht verbunden. Höhere Kosten für Aufwandsentschädigungen, Drucksachen, Räume und Raumausstattungen sowie aufgeblähte uneffektive Ausschüsse werden die Ratsperiode 5 Jahre prägen. Auch Demokratiekosten brauchen einen Rahmen. Insofern bleibt zu hoffen, dass nunmehr Vernunft einkehrt und ein neuerlicher Vorstoß zur Verkleinerung des Rates eine Mehrheit findet. Die SPD wird unmittelbar nach der Konstituierung des neuen Rates und der Bildung der Ausschüsse erneut die Verkleinerung des Rates beantragen – § 3 II des Kommunalwahlgesetzes erlaubt eine Änderung bis spätestens 45 Monate nach Beginn der Ratsperiode – das sollte ausreichend Zeit für die Bedenkenträger in der CDU sein – es sei denn sie wollen, dass sich der Wachtberger Rat weiter an Bonn mit seinen 66 Ratsmitgliedern annähert 

Der Steilpass im August 2020

Der Landesmeisterschaft ( vgl. Glosse im Juli ) folgten jetzt noch die Vereinsspiele auf europäischer Ebene.

In der EuroLeague waren drei deutsche Mannschaften im Achtelfinale vertreten: Wolfsburg, Frankfurt, Leverkusen. Lediglich Leverkusen erreichte das Viertelfinale gegen Inter Mailand. Dort war mit der 2 : 1 Niederlage Endstation. Man hatte über das ganze Spiel den Eindruck, dass hier eine richtige Männermannschaft (Mailand) gegen eine A-Jugend spielte. Die Mannschaft aus Italien hielt ein Konzept durch. Hohes Pressing, verbunden mit extremer Laufbereitschaft und ein genaues Passspiel auf die beiden Spitzen, variiert zwischendurch durch ein offensives Spiel über die Außen, demonstrierte eine Überlegenheit, die nie infrage gestellt wurde. Lukaku als vorderster Stoßspieler ersetzte eine ganze Elefantenherde. Banden die Außenstürmer im Angriff drei Leverkusener Verteidiger, dann war bei Lukaku nur noch ein Aufpasser. Trainer Bosz änderte seine Dreier-Kette in der Verteidigung das ganze Spiel nicht. Leverkusen wurde in diesem Wettbewerb noch nicht einmal Vizekusen. Insgesamt blamierten die deutschen Vertreter in der EuroLeague den deutschen Fußball.

Das Endspiel in der EuroLeague, Sevilla vs. Inter Mailand, war hochspektakulär, hitzig und nickelig. Von der ersten Minute an hatte der Schiedsrichter große Anstrengungen unternommen, um die unter Strom stehenden Coaches und Spieler unter Kontrolle zu halten. Nach Fouls hatte die Mannschaft aus Mailand die Oberhand. Das reichte zum Glück nicht. Sevilla gewann mit 3 : 2.

In der Champion’s League drehte sich Trainer Tuchels Schicksal im Viertelfinale in der 90. Minute. Atalanta Bergamo führte bis dahin 1 : 0. Dann gelangen dem Team aus Paris noch zwei Treffer zum    2 : 1. In einem couragierten Spiel gewann Leipzig in der gleichen Runde mit Glück und Geschick 2 : 1 gegen die robusten Spieler von Atlético Madrid. Deren argentinischer Trainer Diego Simeone müsste eigentlich einmal eine Dokumentation gewidmet werden. Wie er beim Einlaufen der Teams schon einmal dem Schiedsrichter zeigt, wo er die gelben und roten Karten für den Gegner aufbewahren soll, damit sie gleich zur Hand sind, bis hin zu den Ausdrucksarten von Glück und Schmerz am Spielfeldrand. Ein Balletttänzer müsste nach Ende eines derartigen Spieles völlig fertig mit der Bahre vom Feld getragen werden.

Leipzig ließ sich indes nicht irritieren. Ohne Timo Werner, der zwecks besseren Gelderwerbs auf die Insel zog, vergaßen sie nicht, Fußball zu spielen. Dann im Halbfinale gegen Paris St. Germain reichte es nicht ganz. Sie haben den deutschen Fußball ehrenvoll vertreten.  

Dann kam der Galaauftritt der Münchner Bayern. Ich bin kein Fan dieses Vereins, habe aber großen Respekt vor den sportlichen Leistungen, die auf besonnenem wirtschaftlichem Kalkül beruhen. Da gibt es keinen Scheich, der mal aus der Portokasse 100 Millionen bereit stellt oder ein Zuckerwasserverkäufer, der mit einem Schachzug einen Verein weitgehend entschuldet.

8 : 2 gegen die europäische Macht FC Barcelona. Das traf den spanischen Verein ins Mark. Noch nie zuvor hat Barca so viele Tore auf europäischer Ebene kassiert. Die Bayern haben Messi, Suarez, Vidal, Piquet, Busquets, Jordi Alba und Co. auf Normalmaß gestutzt. Nach dem Scheitern in der spanischen Meisterschaft (Meister Real Madrid ) müssen die Verantwortlichen ein Konzept entwickeln, wie sie die in die Jahre gekommenen Stars, alle um die 33,ersetzen können. Barca braucht bis auf den Torwart Ter Stegen eine Rundumerneuerung. Als erste Maßnahme haben sie jetzt den Trainer rausgeschmissen. So zäumt man das Pferd von hinten auf. Wie das 1 : 7  bei der WM für die Brasilianer 2014 ist ein unumgänglicher Umbruch mit einem gewaltigen Knall verbunden. Interessant ist, dass Thomas Müller Schütze des ersten Tores in beiden Spielen war.

Wo war eigentlich Dembe´lé? Dieser hirnlose Schnösel wurde von niemandem vermisst. Beim BVB erzwang er seinerzeit seinen Wechsel nach Barcelona, indem er vertragsbrüchig wurde und dies mit glatter Arbeitsverweigerung unterstrich. Mit solchen Typen wird Barcelona keine Neuaufbau starten können.

Die spanische Sportpresse war sich uneinig. War das ein Tsunami, ein Wirbelsturm, eine Lawine, verursacht von einer Dampfwalze oder einem Schredderautomaten, ausgeführt von Dämonen oder Totengräbern?

Die Sporttageszeitung „AS“ ( erscheint in Madrid und ist damit Real, Atlético und Getafe freundlich ) fasst alles in einem Satz zusammen: „ Barcelona hat jetzt in der Hölle eingecheckt.“

Die Bayern gewannen zwar das Halbfinale gegen Olympique Lyon mit 3 : 0, das klare Ergebnis täuscht aber hinweg, dass es zwischendurch durchaus wacklig war.

Tuchels Leistung, in Paris aus einer Ansammlung von Stars ein Ensemble zu schaffen, wird inzwischen allgemein anerkannt. Im Finale gegen die Bayern spielten beide Teams ihre Musik auf hohem Niveau. Hatte das Team aus Paris den einen oder anderen Streicher mehr im Team, setzten die Münchener ein paar Bläser mehr ein. Letztendlich entscheidend war der Mann an der Pauke. Kingsley Coman haute in der 59. Minute drauf und knallte seinen Kopfball unerreichbar für Torwart Navas ins Netz.  

Von den vier Teams im Halbfinale wurden drei von deutschen Trainern geleitet ( Paris: Tuchel, Leipzig: Nagelsmann, München: Flick ). Ist das nur Zufall? Den Titel in der CL zuvor hat mit Liverpool ein vierter deutscher Trainer errungen ( Klopp ). Kommt von meinen Lesern hierzu eine Stellungnahme? Es würde mich freuen.   

Zwei französische und zwei deutsche Vereine im Halbfinale. Das hat es auch noch nicht gegeben – kein Verein aus der spanischen, englischen oder italienischen Liga.       

Ein Thema möchte ich noch aufgreifen, bevor es im sportlichen Geschehen untergeht: Juristen und Schiedsrichter spielen gerne Schicksal. So hat Manchester City eklatant gegen das Financial Fair Play Abkommen verstoßen. Die UEFA sprach eine zweijährige Sperre aus. Der Verein klagte dagegen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS. Was macht der? Die Sperre wird aufgehoben, zugunsten einer Geldstrafe von 10 Mill. €. Die spürt der Scheichclub noch nicht einmal.

Wer erinnert sich noch? Vor Jahren spielte der KSC in der Relegation gegen den Bundesligisten HSV. Nach einem 1 : 1 in Hamburg musste er in Karlsruhe nur das 0 : 0 halten. Das ging 90 Minuten gut. Es wurde eine Verlängerung von drei Minuten angegeben. Das ging auch dann gut. Doch der Schiedsrichter ließ weiter spielen. Er hätte abpfeifen müssen. Dann gab es in der Verlängerung der Verlängerung an der Karlsruher Strafraumgrenze einen Strafstoß nach einem angeblichen Foul, das nur der Schiedsrichter sah. Mit einem Kunstschuss, den er weder vorher noch danach jemals noch einmal fertig brachte, schoss der Hamburger das Tor. Hamburg blieb in der Bundesliga. Der kleine KSC hatte das Nachsehen.

In diesem Jahr wiederholte sich die Szene eine Etage tiefer. Ingolstadt forderte den Zweitligisten Nürnberg. Die Nürnberger gewannen zuhause mit 2 : 0. In Ingolstadt führten die Hausherren bis zur 90. Minute mit 3 : 0. Es wurden vier Minuten Nachspielzeit angeordnet. Nach vier Minuten keine Veränderung im Ergebnis. Der Schiedsrichter hätte abpfeifen müssen, ließ aber weiterspielen. Dann, in der 96. Minute, grätschte ein Nürnberger den Ball ins Tor. Es stand 3 : 1. Nürnberg blieb in der 2. Bundesliga, das kleine Ingolstadt hatte das Nachsehen.  

Die Schiedsrichter verweigerten immer wieder die Realität, bis sie sie passend gemacht haben.

Zur Juliglosse haben mich einige Rückmeldungen erreicht. Leser Mirko weist auf die Ironie hin, dass Schalke 04, als Arbeiterclub geltend, nun 20 Jahre vom Milliardär und Aufsichtsratsvorsitzenden Tönnies angeführt wurde, der seinen Reichtum mit der Ausbeutung von Arbeitern verdient. Peinlich ist, dass der Arbeiterführer Sigmar Gabriel so knapp bei Kasse war, dass er sich gegen ein in der Branche bescheidenes Honorar von Tönnies anheuern ließ. Doppelt peinlich, weil er sich mit dieser Unterbezahlung übers Ohr hauen ließ und diesem Typen eine Beratung angedeihen ließ, was als Sozialdemokrat nicht zum guten Ton gehört. 

Dann stieg der ursprüngliche Kohleclub auf Gas um. Hauptsponsor ist der russische Gaskonzern Gazprom. Und dort begegnen wir wieder einem Arbeiterführer, nämlich Gerhard Schröder. Bei solchen Vorbildern ist es nicht überraschend, wenn die SPD, angeführt von ihren aktuell wunderlichen und bisweilen schrulligen beiden Vorsitzenden, inzwischen bei 14 – 18 % angekommen ist.   

Interessant wäre es, einmal nachzuprüfen, warum Schalke 04 nach wenigen Wochen Corona ohne Cashflow so schnell die finanzielle Puste ausging. Gibt es neue Figuren am Ruder des Clubs, sollten sie die Zeit nutzen und eine Wertediskussion versuchen. 200 Mill. € Schulden sind ja kein Pappenstiel. Wer hat denn da als Aufsichtsrat versagt?

Zum Nachdenken regten auch die Rückmeldungen zu den politischen Demonstrationen im Sport an. Man sollte darauf einwirken, sie im Wettkampf sein zu lassen. Wo zieht man die inhaltliche Linie? Ich habe den „Römischen Gruß“ bei Lazio Rom erwähnt. Der „serbische Gruß“ von Basketballern bei Länderspielen während des Jugoslawienkrieges darf ebenso wenig vergessen werden, wie jüngst die Haltung türkischstämmiger Fußballer auf deutschen Fußballplätzen, die nach einem Tor türkische Soldaten gegrüßt haben, die völkerrechtswidrig in Syrien einmarschiert sind.

Zuschauer wie Spieler waren sich einig, dass Fußball ohne Zuschauer fad ist. Am weitesten ging einst Udo Lattek in der Beurteilung des Verhältnisses von Zuschauern zu Fußballern:  „Im Kölner Stadion ist immer eine gute Stimmung. Da stört eigentlich nur die Mannschaft“.

Gibt es Belege aus früheren Zeiten? Die olympischen Spiele der Antike fanden von 776 v.Ch. bis ins 4. nachchristliche Jahrhundert statt. Ausgrabungen zeigen, dass das damalige Olympiastadion 40.000 Zuschauer ( 6.Jh.v.Ch. ) fasste. Die Veranstaltung ging über mehrere Tage. An die logistischen Probleme mag ich gar nicht denken. Von einem Grabstein wissen wir, dass ein Bäcker aus Mazedonien zwölf Mal Olympia als Fan besucht hat. D.h. über einen Zeitraum von 48 Jahren. Er muss für damalige Verhältnisse ziemlich alt geworden sein.

Der Circus Maximus in Rom, Schauplatz der Pferderennen, fasste sogar 250.000 Zuschauer (zur Zeit von Plinius d.Ä., gest. 79 n.Ch. während des Vesuvausbruches). Diese Pferderennen waren der Popularität der heutigen Champions‘ League vergleichbar. Sogar das Kolosseum fasste 50.000 Zuschauer, vergleichbar dem Rhein- Energiestadion in Köln. Wir wissen, dass es nicht nur in der Arena damals hoch her und vor allem grausam zuging. Es gab auch Zuschauerausschreitungen auf den Rängen mit Toten und Verletzten. Das erinnert mich an die Katastrophen bei Fußballspielen mit Zuschauern in England und im Brüsseler Heysel-Stadion. Interessanterweise umgab Cäsar die Arena des Circus Maximus mit einem Wassergraben, um sie von den Zuschauern zu trennen. Es ist also alles schon einmal da gewesen.   

Fragen wir noch, woher eigentlich der Begriff Fan stammt. Er wurde 1889 zum ersten Mal für die „Kansas City baseball fans“ gebraucht. Ausgegraben hat das Jannis Linkelmann in seiner Dissertation über die Bedeutung von Fußballzuschauern für die Stadionatmosphäre. Er stellte auch fest, dass die Tageszeitungen seit Ende des 19. Jahrhunderts regelmäßig mit eigenen Sportseiten aufwarteten.

Bei der neuen StVO konnte auch der Ahnungsloseste erkennen, dass die Autolobby Verkehrsminister Andy Scheuer fest im Griff hat. Schon vor Monaten meinte meine Freundin Ruth: „Scheuer ist nicht die hellste Kerze auf der Torte“. Sein Ministerium hat vermasselt, die Rechtsgrundlage für die neuen Fahrverbote anzugeben, d.h. kein Verwaltungshandeln ohne die Angabe der gesetzlichen Grundlage. Das hatten seine Juristen schlicht vergessen.  Diesen Formfehler nutzte er, um das Ganze rückgängig zu machen. Jetzt dürfen die Raser weiter rasen und müssen nicht mit dem Bus fahren. Die zu erwartende Geldstrafe stecken die locker weg, gemäß dem Spruch: Junge bleib locker, sprach der Arsch zum Hocker.

Mir blieb aus einer Vorlesung in Psychologie über Behavioristen in Erinnerung, dass ein Regenwurm ca. 25 Mal gegen ein Hindernis läuft, bis er begreift, dass da kein Durchkommen ist. Daran wurde ich erinnert, als der Andy landauf – landab verkündete, dass er jetzt die Euro-Maut einführen will. Die Karikaturisten spitzten schon einmal ihre Bleistifte.

Was haben wir gestaunt, als der Markus (Söder) durch die TV-Landschaften stolzierte. Boa, eei, er sagte allen, die es wissen wollten oder nicht, wie man Corona in den Griff bekommt. Die Einzigartigkeit seines Freistaates läge darin, dass man auf freiwillige Tests an der Grenze setze, mit garantiert fixen Ergebnissen. Dann wurde es aber leise im Freistaat. Jetzt warteten von 60.000 Rückkehrern noch 44.000 auf ihr Testergebnis. Mindestens 900 sind darunter, die positiv getestet wurden. Die wissen aber nichts davon und werden sicherlich in der Zwischenzeit andere angesteckt haben. Der Philosoph Nietzsche hätte dazu einen Kommentar gehabt: „ Blas Dich nicht auf. Sonst bringt Dich zum Platzen schon ein kleiner Stich.“ Am 17.08. setzt das „Handelsblatt“ noch einen Dämpfer obenauf. Von den 900 Infizierten bleiben 46 auf Dauer anonym. Sie haben leere Blätter abgegeben. Das ist aber den Helden daselbst nicht aufgefallen. Handelsblatt: „ Im Zeugnis von Ministerin Melanie Huml, CSU, stünde: Sie hat sich bemüht, ist aber trotzdem sitzen geblieben.“   

 Unsere Zeitung füllt in der Coronakrise die Seiten mit Kreuzwort- und Silbenrätsel. Dabei verstecken andere listige Journalisten ihre Rätsel im Text von normalen Artikeln. So schreibt die Rheinpfalz: „Udo Lindenberg: Panikrocker mit Coronabluse“. Seither bin ich auf der Suche nach einer derartigen Bluse. Die Süddeutsche prophezeit: „ Die kalten Tage werden kommen – und die Kinderarztpraxen explodieren“. Ich frage mich, wer macht denn sowas? In der Juliglosse offenbarte die Saarbrücker Zeitung eklatante Schreibfehler ihres Teams. Jetzt offenbarte sie auch die Rechenlücken: „ Schon vor Corona war jeder zehnte Haushalt in Deutschland überschuldet – im Saarland sogar jeder elfte“. Ganz langfristig plant man in Quickborn: „ Demo gegen Kohleausstieg erst im Jahre 2038“. Ich glaube nicht, dass ich das noch erlebe. Der Schwarzwälder Bote versucht auf seine Weise in Villingen-Schwenningen den Tourismus anzukurbeln: „ Hundehalter werden von der Stadt zur Vorsicht aufgerufen und sollten an der Leine geführt werden“. Da scheint mir die traditionelle schwäbische Fassenacht mit einer absoluten Neuerung aufzuwarten.

Bleiben wir noch einen Moment in Schwaben. Die „Stuttgarter Zeitung“ zitiert eine Hobbygärtnerin: „ Und wenn geerntet wird, dann muss man halt das essen, was es gerade gibt – auch die Kinder“. Hier muss ich als Badener allerdings die Schwaben in Schutz nehmen. War der Kannibalismus im Altpaläolithikum ( ca. 1 Mill. Jahre v.Ch. bis ca. 100000 J.v.Ch.) allgemein gebräuchlich, so sind die Schwaben davon auch längst abgekommen.

Dann spielt sich aktuell in Südthüringen interessantes ab. Das „Freie Wort“ berichtet: „ Hund Bruno ist blind – die Ursache ist unbekannt – Nun soll ein Fachtierarzt ein Auge auf Bruno werfen“.  Wie heftig darf er denn werfen? Im „Stern TV Magazin“ lesen wir über den Astrologen Johannes Kepler ( 1571 – 1630 ): „ Seine Erkenntnisse über die Bewegungen der Planeten zählen zu den Grundlagen der Anatomie“. Davon steht allerdings nichts in den Lehrbüchern. Ich bewundere diese kühnen Wortakrobaten. Von denen kann man ununterbrochen lernen, allerdings nicht für die Schule.  

Eines muss ich noch festhalten, weil es so absurd ist. Im Vogtland hat jetzt in der Urlaubszeit einer seinen Wohnwagen bei der Fahrt verloren. Erst nach einigen Kilometern später ist ihm das aufgefallen.

Siegbert Heid, 24.08.20

Ortsrundgang in Niederbachem

Ortsrundgang in Niederbachem und Initiative 50 Vogelhäuschen und 50 Insektenhotels für Wachtberg

Die Kandidaten der SPD für die Kommunalwahl am 13. September 2020

– Dr. Ilona Töpner – Wahlbezirk 90, Niederbachem I,

– Andreas Wollmann – Wahlbezirk 100, Niederbachem II,

– Lisa Wollmann – Wahlbezirk 110,  Niederbachem III

machten 07. August zusammen mit der SPD Kandidatin Alina Lägel (Wahlbezirk 010 Adendorf I und Klein-Villip) und dem stellvertretenden Bürgermeister und SPD Kandidat Paul Lägel (Wahlbezirk 040, Berkum I) einen Ortsrundgang durch Niederbachem. Sie besichtigten u.a. den neu gestalteten Vorplatz am Henseler Hof und fanden Schatten unter der schönen Linde mit der großen Rundbank.

Von der nach 25 Jahren endlich errichteten neuen Ampelanlage an der Kreuzung Bergstraße/Konrad-Adenauer-Straße/Bondorfer Straße berichtete Andreas Wollmann, der Vorsitzende der Niederbachemer Ortsvertretung sowie Vorstands- und Fraktionsvorsitzende der SPD Wachtberg, der sich über Jahrzehnte immer wieder dafür eingesetzt hatte. “Was lange währt, wird nun endlich gut”. Er zeigte sich befriedigt darüber, dass der Schulweg der Kinder und Passanten beim Überqueren der L123 nun endlich sicherer geworden ist.

Die Gruppe war anschließend in Begleitung von Philipp Willert, Zimmerer aus Adendorf, Initiator und Ausführender der SPD-Initiative- 50 Vogelhäuschen und 50 Insektenhäuser für Wachtberg in Niederbachem unterwegs, um etwas für die Umwelt zu tun und Vogelhäuschen sowie Insektenhotels zu installieren. Die SPD-Initiative war anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gemeinde 2019 in Angriff genommen worden und fand damit in Niederbachem ihre Fortsetzung. Inzwischen wurden mehr als 100 Nisthilfen in Wachtberg aufgehängt. Schon in 2020 wurden mehr als 100 “Einheiten” in Wachtberg angelegt.

Keine Aussicht auf Erhalt des Geldautomaten in Pech

Keine Aussicht auf Erhalt des Geldautomaten in Pech

SPD bedauert die Schließung der Volksbank Filiale in Pech und den Wegfall des Geldautomaten dort.

Von der Schließung eines Geldinstitutes in ihrer Ortschaft sind nicht nur die Pecher betroffen. Bundesweit schließen Banken und Sparkassen ihre unrentabel gewordenen Filialen. Das Verhalten der Bankkunden hat sich nämlich in den letzten Jahren radikal verändert. Die meisten Bankgeschäfte werden inzwischen online getätigt. In einem Gespräch wurde Jutta Danylow (SPD), Vorsitzende der Ortsvertretung in Pech, vom Vorstandssprecher der Volksbank Euskirchen Lembicz von Anfang an unmissverständlich vermittelt, dass die Schließung der Pecher Filiale aus betriebswirtschaftlichen Gründen unabdingbar sei.

Bei vollem Verständnis für die Zusammenführung zweier Wachtberger Filialen in Villip bleibt aber das Problem mangelnder Bargeldversorgung in Pech vor Ort ungelöst, denn auch der noch betriebsbereite Geldautomat in Pech wird Ende des Jahres nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist besonders für die Älteren in Pech ein Problem, die Bargeld für den Einkauf in den ortsansässigen Geschäften und für den Kauf von Fahrkarten z.B. zur Filiale nach Villip benötigen. Beim Friseur und in der Pizzeria kann z.B. nicht bargeldlos bezahlt werden.

Dem Vorschlag, abzuwarten, wie häufig der Geldautomat bis Ende Dezember benutzt würde, um vielleicht bei starker Frequentierung nach einer Alternative zu suchen, wurde mit dem Argument begegnet, dass man keine falschen Erwartungen wecken wolle; die Entscheidung sei unumstößlich.

Das Aufstellen von separaten Geldautomaten, besonders in der Nähe von Wohnbebauung, wird in der Bankenbranche zurzeit äußerst kritisch gesehen, zu hoch ist die Gefahr eines Aufbruchs und damit das Risiko für die Bewohner. Einen rollenden Bankservice, wie ihn z.B. die Sparkassen in einigen Regionen angeboten haben, hält Herr Lembicz nicht für zweckmäßig und derartiges gehört auch nicht zum Angebot der Volksbank Euskirchen.

Der Vorstandssprecher räumte weiter ein, dass die Einrichtung der Minibuslinie nach Villip mit dazu beigetragen habe, den Pecher Bürgern einen Wechsel in die Filiale in Villip zuzumuten. Seiner Meinung nach und diese wurde vom Geschäftsstellenleiter in Villip Herrn Zedow bestätigt, würden die meisten älteren Pecher Mitbürger, die ja die größten Probleme mit dem Wegfall ihrer Bankfiliale haben dürften, bei ihren Bankgeschäften durch Familienangehörige oder Freunde unterstützt.

Überhaupt sei der Bargeldbedarf durch Kartenzahlung oder durch Einkäufe im Internet stark rückläufig.

Aber die neue Situation hat auch etwas Positives: Die Villiper Filiale ist jetzt deutlich besser ausgelastet und kann dadurch zukünftig ein breiteres Angebot für die Kunden vorhalten. Und die Arbeitsplätze der ehemals Pecher Kolleginnen bleiben in Wachtberg erhalten.

Biodiversität im eigenen Garten

Biodiversität ist mehr als bunte Blumen. Ganz aktuell, herausgegeben im Mai 2020, stellt die „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030“ fest: „Biodiversität ist lebenswichtig – für unseren Planeten und unsere Wirtschaft. Wenn es der Natur gut geht, kann sie uns schützen und versorgen. …Der Verlust an biologischer Vielfalt und die Klimakrise hängen zusammen und verschärfen sich gegenseitig. Wiederaufforstung, Sanierung von Böden und Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Schaffung grüner Oasen in Städten – all das ist notwendig, um die bis 2030 notwendige Eindämmung des Klimawandels zu erreichen.“

 

Auch bei uns ist der Rückgang an Tieren und Pflanzen immens. In einer groß angelegten Studie über ganz Deutschland nahm die Masse an Insekten von 2006 bis 2017 in Wäldern und auf Grasland um mehr als 35 % ab und die Anzahl der Arten verringerte sich um 67 % (Wälder) bzw. 34 % (Grasland). Unberücksichtigt bleibt dabei, dass der Insektenrückgang schon viel früher als 2006 eingesetzt hat.

Spätestens seit Bekanntwerden dieser Zahlen und der Zahlen der sogenannte Krefeld-Studie wollen immer mehr Menschen ganz direkt etwas gegen das Insektensterben tun und ihr eigenes Grün insektenfreundlicher gestalten. Immer öfter sieht man Wildbienen-Nisthilfen, auch Insektenhotels genannt. Mit der Aktion „Je 50 Nisthilfen für Vögel und Insekten für 50 Jahre Wachtberg“ hat die SPD hier einen Beitrag geleistet und gleichzeitig auf die Bedrohung der Natur aufmerksam gemacht.

Mit dem Aufhängen von Nisthilfen ist es natürlich nicht getan.

Aber wie kann man sich im eigenen Garten wirkungsvoll gegen den Biodiversitätsverlust engagieren?

Was ist Biodiversität eigentlich? Leider gibt es keine Definition in einem Satz, es ist, wie alles in der Natur, komplizierter. Biodiversität ist Mehr als die Anzahl oder Vielfalt der Arten von Pflanzen und Tieren in einem Ökosystem, z.B. einem Garten. Aber Biodiversität ist viel mehr als Artenvielfalt. Das fängt an bei der Vielfalt im ganz Kleinen an, wie den verschiedenen Sorten einer Art, z.B. des Apfels. Biodiversität ist aber auch die Vielfalt im Großen, den verschiedener Ökosystemen wie Wald, Wiese, Moor oder Gewässer in einer Landschaft, und eben auch in einem Garten.

Bei der auf den ersten Blick zufällig erscheinenden biologischen Vielfalt in einem Ökosystem handelt es sich um ein Wirkungsgefüge mit komplexen Regeln. Durch die wechselseitigen Beziehungen der dort lebenden Organismen wird es zusammen- und stabil gehalten. Und auch die Vielfalt solcher Wechselwirkungen ist Biodiversität.

Fressen bzw. gefressen werden ist die bekannteste dieser Wechselwirkungen, aber auch die Bestäubung von Blüten und die Verbreitung von Samen durch Tiere gehören dazu. Pflanzen stellen Wohn- und Brutplätzen für Vögel und Wildbienen bereit und geeignete Datingplätze, wo man sich zur Fortpflanzung treffen kann. Das sind für viele Insekten die Blüten.

Wir Menschen machen uns übrigens viele dieser Wechselwirkungen zunutze, z.B. die Bestäubung im Obst- und Gartenbau. So wird der Geldwert der Blütenbestäubung weltweit auf rund 500 Milliarden US-$ pro Jahr geschätzt. Damit bekommt die biologische Vielfalt auch eine ökonomische und eine soziale Dimension, von der im eingangs erwähnten EU-Papier die Rede war.

Möchte man im eigenen Garten die Tierwelt nachhaltig fördern, geht das also nur über die Förderung der Pflanzen, von denen diese Tiere abhängig sind. Einheimische Pflanzen und Tiere haben sich im Verlauf der Evolution gemeinsam entwickelt und passen deshalb zusammen wie Schlüssel und Schloss. Daher sind heimische Pflanzen der wichtigste Faktor.

Für einen im wesentlichen nach diesen Gesichtspunkten gestalteten Garten hat sich die Bezeichnung naturnaher Garten eingebürgert. Inhaltlich entspricht er einem insektenfreundlichen Garten, denn Insekten sind der Schlüssel zur Vielfalt der Tiere. Von Insekten ernähren sich viele Tiere wie Vögel, Frösche und Igel.

In normalen Gartencentern könne Sie allerdings immer noch fast nur exotische Pflanzen kaufen, die von Natur aus in anderen Erdteilen wachsen. Sie haben eine wesentlich geringere Bedeutung als Lebensraum für unsere Wildtiere. Es bleibt zu hoffen, dass die Gartencenter bald die neue Marktlücke einheimische Pflanzen entdecken.

Man muss nicht gleich seinen ganzen Garten umgestalten, auch kleine Maßnahmen können eine große Wirkung entfalten, wie der Verzicht auf Pestizide und Torf. Lassen Sie einfach mal einen Teil des Rasens wachsen und schauen Sie, welche Blumen sich dort entwickeln. Wenn Sie den Rasen mähen, dann räumen Sie das Schnittgut ab, um ihn abzumagern, denn eine goldene Regel lautet: je magerer desto artenreicher.

Vor allen Dingen: lassen Sie Wildwuchs zu, räumen Sie nicht jede Gartenecke auf und lassen Sie Verblühtes, besonders von Wildpflanzen, länger stehen. Brennesseln sind übrigens ökologisch besonders wertvoll, denn nicht nur Käfer und andere Kleintiere leben dort, sondern sie sind auch Futterpflanzen für 49 Schmetterlingsarten.

Allgemein gilt: je mehr verschiedenartige Lebensräume es gibt, desto besser. Das kann schon ein Mörtelkübel als Kleinteich sein, oder sie schichten ihren Strauchschnitt zum Totholzhaufen auf. Wildbienen freuen sich über Sand und feuchten Lehm und Eidechsen über Steinhaufen.

Ein Naturgarten verlangt Umdenken, auch in ästhetischer Hinsicht. Er muss deshalb aber nicht verwahrlost oder gar langweilig aussehen, es gibt eben nur mehr Natur, als im konventionellen Garten, und abgestorbene Pflanzenteile gehören eben auch zur Natur. Wild muss nicht häßlich sein – und vielleicht ist ja auch einfach schön, der Natur beim Arbeiten zuzuschauen.

Das Gute am Garten ist, dass jeder seine eigenen Ideen und Vorstellungen verwirklichen kann. Wirklich häßlich sind nur die vermeintlich pflegeleichten Schotterflächen, die sich allerdings noch nicht einmal ein Regenwurm als Heimstatt aussuchen würde.

Kann das Engagement im eigenen Garten überhaupt Wirkung zeigen? Schließlich sind die Gartenflächen mit 3 % der Fläche in Deutschland winzig im Vergleich zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen von 50 %. Dort ist es um die Artenvielfalt allerdings nicht zum Besten bestellt. So machte der Weltbiodiversitätsrat 2019 die moderne Landwirtschaft als eine der Hauptursachen des Biodiversitätsverlustes aus. Gärten und Parks haben sich zum Rückzugsort für Pflanzen und Tiere entwickelt, denn sie können heute ein reichhaltigeres Nahrungsangebot  bereithalten als die freie Landschaft. Nachgewiesen ist, dass z.B. die Wildbienenarten, die in Gärten grundsätzlich leben können, hier wesentlich besser überleben als in der freien Landschaft, traurig aber wahr. Selbst kleine Anpflanzungen helfen, wenn alles vorhanden ist, was man in einem Wildbienenleben so braucht: Futter, Nistmaterial wie abgestorbene Pflanzenstängel und Baustoff wie Lehm.

Der SPD ist das private Engagement für den Naturschutz sehr wichtig. Damit sollen die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen aber nicht aus der Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagenentlassen werden.

Wir werden privates Engagement nach Kräften unterstützen und dabei eng mit der Gemeindeverwaltung zusammenarbeiten. Wir haben uns eingesetzt und setzen uns ein für mehr Aufklärung, die Gestaltung positiver Beispiele auf gemeindeeigenen Flächen und die Schaffung von Anreizen für die naturnahe Gartengestaltung.

Als konkrete Maßnahmen schlagen wir vor:

  • Bereitstellung von Informationsmaterial und Durchführung von Informationsveranstaltungen zum Thema Insektenfreundliche, naturnahe Gestaltung von Gärten
  • Einrichtung einer Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die ihren Garten umgestalten wollen
  • mehr gute Beispiele der Gemeinde auf den eigenen Flächen, mehr Informationen darüber zum Nachmachen im eigenen Garten
  • intensive Beratung vor Ort in Neubaugebieten von Baubeginn an, bevor die Gärten angelegt werden und Schaffung eines umfangreichen Unterstützungsangebotes
  • kostenlose Bereitstellung eines Einsteigerpaketes mit einheimischen Heckenpflanzen
  • Werbung für die Anlage eines naturnahen Mustergartens im Baugebiet und breite Unterstützung bei der Umsetzung, bis hin zu finanziellen Anreizen (hierbei sollte auch der Bauträger/Investor  in die Pflicht genommen werden).

Für dieses Maßnahmenpaket ist unsere Gemeinde gut aufgestellt:

  • durch den Beschluss zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung der gemeindeeigenen Flächen, den der Rat auf Antrag der SPD gemeinsam mit den Grünen 2018 gefasst hat (der entsprechend gestaltete Pecher Ortseingang ist ein hervorragendes Modellprojekt und gutes Beispiel für den privaten Garten)
  • durch die neu  eingestellte Naturschutz-Fachkraft
  • durch den naturnahen Schaugarten hinter dem Rathaus und seine Informationsbroschüre (www.schaugarten-berkum.de)
  • durch viele für den Naturschutz engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.
  • Als Sofortmaßnahme verteilt die SPD kostenlos die Broschüre des Arbeitskreises „Naturnahe Gärten in Wachtberg“. Sie zeigt, wie sich Naturschutz auf kleinstem Raum verwirklichen und gleichzeitig ein ästhetisch ansprechender Garten gestalten lässt. Neben allgemeinen Anleitungen enthält sie Pflanzpläne und Pflanzenlisten, in die die Erfahrungen von 17 Jahren „naturnahes Gärtnern“ in Wachtberg eingeflossen sind. Sprechen Sie uns an, persönlich oder per E-Mail (an roswitha.schoenwitz@spd-wachtberg.de.)
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Die Natur bedarf unseres Schutzes – Die SPD hilft ihr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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talk & ice

Rückschau und Sprechstunde der Jusos in der SPD-Fraktion

Am Sonntag, 16.8. laden die jüngeren Mitglieder der SPD Fraktion, angeführt von Lisa Wollmann und Otis Henkel unter dem Motto „Talk & Ice“ zu einer Bewertung der ablaufenden Ratsperiode ein. Bei Eis und kühlen Getränken stehen sie, neben den anderen Jusos Rede und Antwort zu allen Fragen, die die jüngere Generation betreffen. Gleichzeitig wollen sie einen Ausblick auf die Vorhaben der kommenden Zeit geben und über Wünsche & geplante Projekte reden.  Diese besondere „Bürgersprechstunde“ soll stattfinden auf dem Grillplatz Stumpeberg der Feuerwehr in Berkum in der Zeit von 15:00 bis 19:00 Uhr.  Getränke und Eis, die kostenlos angeboten werden, sind gesponsort von der Bürgermeisterin Renate Offergeld.

SPD steht für aktive und starke Naturschutzpolitik in Wachtberg

Die Landschaft unserer Gemeinde zeichnet sich durch eine reiche Strukturierung aus. Es finden sich unterschiedliche Lebensräume, von Streuobstwiesen über Wälder und Gewässer bis zu aufgelassenen Abbaustätten und ausgewiesenen Naturschutzgebieten. Dies sind beste Voraussetzungen für einen hohen Naturschutzwert. Wachtberg besitzt aber auch sehr fruchtbare Böden und damit eine lange Tradition der agrarischen Nutzung, speziell durch intensiven Obstanbau. Außerdem ist die Region eine der wenigen, die noch Zuzug verzeichnen kann, der Erhalt unserer attraktiven Landschaft stellt auch einen wichtigen Standortfaktor dar.

Der Druck auf Umwelt und Natur wächst. In ganz Deutschland hat die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und ihre Verbreitung dramatisch abgenommen. So sind frühere Allerweltsarten wie z.B. Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz kaum noch anzutreffen. Es ist daher wichtig, die wenigen verbliebenen Naturräume zu erhalten und die Natur soweit wie möglich auf die Agrarflächen zurückzubringen.

Zum Erhalt unserer lebenswerten Landschaft und der natürlichen Lebensgrundlage unserer Kinder braucht Wachtberg eine aktive und starke Naturschutzpolitik. Daher ist und bleibt für die Wachtberger SPD Natur- und Artenschutz ein Schwerpunktthema, auch für den am 13.09.2020 zu wählenden neuen Rat.

Dazu führt Dr. Roswitha Schönwitz, umweltpolitische Sprecherin der SPD Fraktion und Ratskandidatin bei der Kommunalwahl für Pech aus:

„Nach etlichen Jahren gibt es in Wachtberg jetzt wieder eine Umweltbeauftragte mit Schwerpunkt Naturschutz. Dafür hat sich die SPD zusammen mit der Bürgermeisterin eingesetzt und das begrüßen wir sehr! Aber es gibt auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich seit Jahren organisiert oder privat für den Schutz der Natur einsetzen, Tendenz steigend! Es ist daher an der Zeit, dieses so wichtige Zukunftsthema gemeinsam anzugehen und alle an einen Tisch zu holen: im Naturschutz engagierte Bürgerinnen und Bürger, deren wertvolle Erfahrungen von großem Nutzen sind, die Gemeinde mit ihrer neuen Fachkraft, die Landwirtschaft sowie Expertinnen und Experten für Naturschutzfragen, denn unsere natürliche Umwelt stellt ein äußerst komplexes System dar. Einzelne Themen können in Arbeitsgruppen vertieft werden“.

Um im Sinne einer zukunftsweisenden Naturschutzpolitik Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit unserer schönen Wachtberger Landschaft zu entwickeln, schlägt die SPD Wachtberg vor, nach der Kommunalwahl ein solches Diskussionsforum zum Naturschutz zu etablieren. Hier soll jeder seine Themen einbringen.

Aus Sicht der SPD können dies sein:

  • Unterstützung der Gemeinde bei der Umsetzung des Beschlusses zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung der gemeindeeigenen Flächen, den der Rat auf Antrag der SPD gemeinsam mit den Grünen 2018 gefasst hat.
  • Heckenstrukturen schützen und verbessern. Immer wieder berichten Bürgerinnen und Bürger vom Verschwinden wegebegleitender Hecken durch falsche Pflegemaßnahmen. Hecken sind aber für unsere heimische Tierwelt von großer Bedeutung.
  • Nutzung der Feldraine für den Naturschutz, also der Randstreifen zwischen den Feldern und Wegen. Sie befinden sich zumeist in erheblicher Breite in Gemeindebesitz, gehören also allen Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt ergäbe dies eine enorme Fläche, ein Riesenschatz, der für den Natur- und Artenschutz zur Verfügung steht, bisher aber kaum dafür genutzt wird.
  • Entwicklung eines Konzepts für Naturschutzflächen in Wachtberg und deren Vernetzung. Wachtberg bietet mit seinen Naturschutzgebieten, aufgelassenen Gruben und diversen größeren Flächen für den externen Ausgleich von Baumaßnahmen gute Möglichkeiten zur Schaffung neuer Räume für die Natur. Allerdings fehlt eine Bestandsaufnahme und ein Konzept zur Weiterentwicklung. Als Vorbild bietet sich das Projekt der Heinz Sielmann Stiftung an: Jeder Gemeinde ihr Biotop.
  • Entwicklung von Ideen für eine naturverträgliche Landwirtschaft und mehr Biodiversität auf Anbauflächen.

Der neue Rat wird sich dem Thema Naturschutz intensiv zuwenden müssen. Eine starke SPD und Renate Offergeld als Bürgermeisterin stehen hier für eine aktive und starke Naturschutzpolitik, die offen ist für neue Dialogformen und Konzepte.

Deshalb am 13.09.2020: SPD wählen.