Gemeinderat platzt aus allen Nähten

Wachtberg leistet sich 50 Ratsmitglieder. Bonn mit 16-mal mehr Einwohnern kommt mit 66 Ratsmitgliedern aus. Mehrkosten von rund 60.000 Euro pro Jahr belasten den Haushalt zusätzlich – Dank der CDU Wachtberg.

Die SPD-Fraktion hat in den vergangenen Jahren zweimal den Antrag gestellt, den Wachtberger Gemeinderat zu verkleinern. Beide Anträge sind von CDU, UWG und FDP abgelehnt worden. Nun ist das eingetreten, was die SPD mehrfach prognostiziert hat. Der Rat ist von 44 Ratsmitgliedern nach der Wahl 2014 weiter auf nunmehr 50 Ratsmitglieder aufgebläht worden. Maximal stehen Wachtberg nach dem Kommunalwahlgesetz eigentlich nur 38 Ratsmitglieder zu. Wenn aber die prozentuale Anzahl der Direktmandate einer Partei die prozentuale Anzahl aller auf sie entfallenden Stimmen übersteigt, haben die anderen Parteien oder Wählergemeinschaften einen Anspruch auf entsprechende Ausgleichsmandate. 12 Ratsmitglieder mehr als maximal vorgesehen werden den Haushalt mit mindestens jährlich 60.000 Euro belasten. Dies hätte vermieden oder zumindest gemindert werden können, wenn CDU, UWG und FDP den Anträgen der SPD gefolgt wären, die Ausgangszahl für die Größe des Rates von 38 auf 34 zu verringern. Mit diesem Antrag ist die SPD weit hinter der nach dem Kommunalwahlgesetz minimal möglichen Anzahl von 20 Ratsmitgliedern zurückgeblieben. Die Zahl 34 stellt auch einen verantwortbaren Kompromiss zwischen möglichen Kosteneinsparungen und einer dann immer noch gegebenen gleichmäßigen Abdeckung des Gemeindegebietes mit Wahlbezirken dar. 

Ein politischer Mehrwert ist mit den zusätzlichen 12 Ratsmitgliedern nicht verbunden. Höhere Kosten für Aufwandsentschädigungen, Drucksachen, Räume und Raumausstattungen sowie aufgeblähte uneffektive Ausschüsse werden die Ratsperiode 5 Jahre prägen. Auch Demokratiekosten brauchen einen Rahmen. Insofern bleibt zu hoffen, dass nunmehr Vernunft einkehrt und ein neuerlicher Vorstoß zur Verkleinerung des Rates eine Mehrheit findet. Die SPD wird unmittelbar nach der Konstituierung des neuen Rates und der Bildung der Ausschüsse erneut die Verkleinerung des Rates beantragen – § 3 II des Kommunalwahlgesetzes erlaubt eine Änderung bis spätestens 45 Monate nach Beginn der Ratsperiode – das sollte ausreichend Zeit für die Bedenkenträger in der CDU sein – es sei denn sie wollen, dass sich der Wachtberger Rat weiter an Bonn mit seinen 66 Ratsmitgliedern annähert 

Der Steilpass im August 2020

Der Landesmeisterschaft ( vgl. Glosse im Juli ) folgten jetzt noch die Vereinsspiele auf europäischer Ebene.

In der EuroLeague waren drei deutsche Mannschaften im Achtelfinale vertreten: Wolfsburg, Frankfurt, Leverkusen. Lediglich Leverkusen erreichte das Viertelfinale gegen Inter Mailand. Dort war mit der 2 : 1 Niederlage Endstation. Man hatte über das ganze Spiel den Eindruck, dass hier eine richtige Männermannschaft (Mailand) gegen eine A-Jugend spielte. Die Mannschaft aus Italien hielt ein Konzept durch. Hohes Pressing, verbunden mit extremer Laufbereitschaft und ein genaues Passspiel auf die beiden Spitzen, variiert zwischendurch durch ein offensives Spiel über die Außen, demonstrierte eine Überlegenheit, die nie infrage gestellt wurde. Lukaku als vorderster Stoßspieler ersetzte eine ganze Elefantenherde. Banden die Außenstürmer im Angriff drei Leverkusener Verteidiger, dann war bei Lukaku nur noch ein Aufpasser. Trainer Bosz änderte seine Dreier-Kette in der Verteidigung das ganze Spiel nicht. Leverkusen wurde in diesem Wettbewerb noch nicht einmal Vizekusen. Insgesamt blamierten die deutschen Vertreter in der EuroLeague den deutschen Fußball.

Das Endspiel in der EuroLeague, Sevilla vs. Inter Mailand, war hochspektakulär, hitzig und nickelig. Von der ersten Minute an hatte der Schiedsrichter große Anstrengungen unternommen, um die unter Strom stehenden Coaches und Spieler unter Kontrolle zu halten. Nach Fouls hatte die Mannschaft aus Mailand die Oberhand. Das reichte zum Glück nicht. Sevilla gewann mit 3 : 2.

In der Champion’s League drehte sich Trainer Tuchels Schicksal im Viertelfinale in der 90. Minute. Atalanta Bergamo führte bis dahin 1 : 0. Dann gelangen dem Team aus Paris noch zwei Treffer zum    2 : 1. In einem couragierten Spiel gewann Leipzig in der gleichen Runde mit Glück und Geschick 2 : 1 gegen die robusten Spieler von Atlético Madrid. Deren argentinischer Trainer Diego Simeone müsste eigentlich einmal eine Dokumentation gewidmet werden. Wie er beim Einlaufen der Teams schon einmal dem Schiedsrichter zeigt, wo er die gelben und roten Karten für den Gegner aufbewahren soll, damit sie gleich zur Hand sind, bis hin zu den Ausdrucksarten von Glück und Schmerz am Spielfeldrand. Ein Balletttänzer müsste nach Ende eines derartigen Spieles völlig fertig mit der Bahre vom Feld getragen werden.

Leipzig ließ sich indes nicht irritieren. Ohne Timo Werner, der zwecks besseren Gelderwerbs auf die Insel zog, vergaßen sie nicht, Fußball zu spielen. Dann im Halbfinale gegen Paris St. Germain reichte es nicht ganz. Sie haben den deutschen Fußball ehrenvoll vertreten.  

Dann kam der Galaauftritt der Münchner Bayern. Ich bin kein Fan dieses Vereins, habe aber großen Respekt vor den sportlichen Leistungen, die auf besonnenem wirtschaftlichem Kalkül beruhen. Da gibt es keinen Scheich, der mal aus der Portokasse 100 Millionen bereit stellt oder ein Zuckerwasserverkäufer, der mit einem Schachzug einen Verein weitgehend entschuldet.

8 : 2 gegen die europäische Macht FC Barcelona. Das traf den spanischen Verein ins Mark. Noch nie zuvor hat Barca so viele Tore auf europäischer Ebene kassiert. Die Bayern haben Messi, Suarez, Vidal, Piquet, Busquets, Jordi Alba und Co. auf Normalmaß gestutzt. Nach dem Scheitern in der spanischen Meisterschaft (Meister Real Madrid ) müssen die Verantwortlichen ein Konzept entwickeln, wie sie die in die Jahre gekommenen Stars, alle um die 33,ersetzen können. Barca braucht bis auf den Torwart Ter Stegen eine Rundumerneuerung. Als erste Maßnahme haben sie jetzt den Trainer rausgeschmissen. So zäumt man das Pferd von hinten auf. Wie das 1 : 7  bei der WM für die Brasilianer 2014 ist ein unumgänglicher Umbruch mit einem gewaltigen Knall verbunden. Interessant ist, dass Thomas Müller Schütze des ersten Tores in beiden Spielen war.

Wo war eigentlich Dembe´lé? Dieser hirnlose Schnösel wurde von niemandem vermisst. Beim BVB erzwang er seinerzeit seinen Wechsel nach Barcelona, indem er vertragsbrüchig wurde und dies mit glatter Arbeitsverweigerung unterstrich. Mit solchen Typen wird Barcelona keine Neuaufbau starten können.

Die spanische Sportpresse war sich uneinig. War das ein Tsunami, ein Wirbelsturm, eine Lawine, verursacht von einer Dampfwalze oder einem Schredderautomaten, ausgeführt von Dämonen oder Totengräbern?

Die Sporttageszeitung „AS“ ( erscheint in Madrid und ist damit Real, Atlético und Getafe freundlich ) fasst alles in einem Satz zusammen: „ Barcelona hat jetzt in der Hölle eingecheckt.“

Die Bayern gewannen zwar das Halbfinale gegen Olympique Lyon mit 3 : 0, das klare Ergebnis täuscht aber hinweg, dass es zwischendurch durchaus wacklig war.

Tuchels Leistung, in Paris aus einer Ansammlung von Stars ein Ensemble zu schaffen, wird inzwischen allgemein anerkannt. Im Finale gegen die Bayern spielten beide Teams ihre Musik auf hohem Niveau. Hatte das Team aus Paris den einen oder anderen Streicher mehr im Team, setzten die Münchener ein paar Bläser mehr ein. Letztendlich entscheidend war der Mann an der Pauke. Kingsley Coman haute in der 59. Minute drauf und knallte seinen Kopfball unerreichbar für Torwart Navas ins Netz.  

Von den vier Teams im Halbfinale wurden drei von deutschen Trainern geleitet ( Paris: Tuchel, Leipzig: Nagelsmann, München: Flick ). Ist das nur Zufall? Den Titel in der CL zuvor hat mit Liverpool ein vierter deutscher Trainer errungen ( Klopp ). Kommt von meinen Lesern hierzu eine Stellungnahme? Es würde mich freuen.   

Zwei französische und zwei deutsche Vereine im Halbfinale. Das hat es auch noch nicht gegeben – kein Verein aus der spanischen, englischen oder italienischen Liga.       

Ein Thema möchte ich noch aufgreifen, bevor es im sportlichen Geschehen untergeht: Juristen und Schiedsrichter spielen gerne Schicksal. So hat Manchester City eklatant gegen das Financial Fair Play Abkommen verstoßen. Die UEFA sprach eine zweijährige Sperre aus. Der Verein klagte dagegen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS. Was macht der? Die Sperre wird aufgehoben, zugunsten einer Geldstrafe von 10 Mill. €. Die spürt der Scheichclub noch nicht einmal.

Wer erinnert sich noch? Vor Jahren spielte der KSC in der Relegation gegen den Bundesligisten HSV. Nach einem 1 : 1 in Hamburg musste er in Karlsruhe nur das 0 : 0 halten. Das ging 90 Minuten gut. Es wurde eine Verlängerung von drei Minuten angegeben. Das ging auch dann gut. Doch der Schiedsrichter ließ weiter spielen. Er hätte abpfeifen müssen. Dann gab es in der Verlängerung der Verlängerung an der Karlsruher Strafraumgrenze einen Strafstoß nach einem angeblichen Foul, das nur der Schiedsrichter sah. Mit einem Kunstschuss, den er weder vorher noch danach jemals noch einmal fertig brachte, schoss der Hamburger das Tor. Hamburg blieb in der Bundesliga. Der kleine KSC hatte das Nachsehen.

In diesem Jahr wiederholte sich die Szene eine Etage tiefer. Ingolstadt forderte den Zweitligisten Nürnberg. Die Nürnberger gewannen zuhause mit 2 : 0. In Ingolstadt führten die Hausherren bis zur 90. Minute mit 3 : 0. Es wurden vier Minuten Nachspielzeit angeordnet. Nach vier Minuten keine Veränderung im Ergebnis. Der Schiedsrichter hätte abpfeifen müssen, ließ aber weiterspielen. Dann, in der 96. Minute, grätschte ein Nürnberger den Ball ins Tor. Es stand 3 : 1. Nürnberg blieb in der 2. Bundesliga, das kleine Ingolstadt hatte das Nachsehen.  

Die Schiedsrichter verweigerten immer wieder die Realität, bis sie sie passend gemacht haben.

Zur Juliglosse haben mich einige Rückmeldungen erreicht. Leser Mirko weist auf die Ironie hin, dass Schalke 04, als Arbeiterclub geltend, nun 20 Jahre vom Milliardär und Aufsichtsratsvorsitzenden Tönnies angeführt wurde, der seinen Reichtum mit der Ausbeutung von Arbeitern verdient. Peinlich ist, dass der Arbeiterführer Sigmar Gabriel so knapp bei Kasse war, dass er sich gegen ein in der Branche bescheidenes Honorar von Tönnies anheuern ließ. Doppelt peinlich, weil er sich mit dieser Unterbezahlung übers Ohr hauen ließ und diesem Typen eine Beratung angedeihen ließ, was als Sozialdemokrat nicht zum guten Ton gehört. 

Dann stieg der ursprüngliche Kohleclub auf Gas um. Hauptsponsor ist der russische Gaskonzern Gazprom. Und dort begegnen wir wieder einem Arbeiterführer, nämlich Gerhard Schröder. Bei solchen Vorbildern ist es nicht überraschend, wenn die SPD, angeführt von ihren aktuell wunderlichen und bisweilen schrulligen beiden Vorsitzenden, inzwischen bei 14 – 18 % angekommen ist.   

Interessant wäre es, einmal nachzuprüfen, warum Schalke 04 nach wenigen Wochen Corona ohne Cashflow so schnell die finanzielle Puste ausging. Gibt es neue Figuren am Ruder des Clubs, sollten sie die Zeit nutzen und eine Wertediskussion versuchen. 200 Mill. € Schulden sind ja kein Pappenstiel. Wer hat denn da als Aufsichtsrat versagt?

Zum Nachdenken regten auch die Rückmeldungen zu den politischen Demonstrationen im Sport an. Man sollte darauf einwirken, sie im Wettkampf sein zu lassen. Wo zieht man die inhaltliche Linie? Ich habe den „Römischen Gruß“ bei Lazio Rom erwähnt. Der „serbische Gruß“ von Basketballern bei Länderspielen während des Jugoslawienkrieges darf ebenso wenig vergessen werden, wie jüngst die Haltung türkischstämmiger Fußballer auf deutschen Fußballplätzen, die nach einem Tor türkische Soldaten gegrüßt haben, die völkerrechtswidrig in Syrien einmarschiert sind.

Zuschauer wie Spieler waren sich einig, dass Fußball ohne Zuschauer fad ist. Am weitesten ging einst Udo Lattek in der Beurteilung des Verhältnisses von Zuschauern zu Fußballern:  „Im Kölner Stadion ist immer eine gute Stimmung. Da stört eigentlich nur die Mannschaft“.

Gibt es Belege aus früheren Zeiten? Die olympischen Spiele der Antike fanden von 776 v.Ch. bis ins 4. nachchristliche Jahrhundert statt. Ausgrabungen zeigen, dass das damalige Olympiastadion 40.000 Zuschauer ( 6.Jh.v.Ch. ) fasste. Die Veranstaltung ging über mehrere Tage. An die logistischen Probleme mag ich gar nicht denken. Von einem Grabstein wissen wir, dass ein Bäcker aus Mazedonien zwölf Mal Olympia als Fan besucht hat. D.h. über einen Zeitraum von 48 Jahren. Er muss für damalige Verhältnisse ziemlich alt geworden sein.

Der Circus Maximus in Rom, Schauplatz der Pferderennen, fasste sogar 250.000 Zuschauer (zur Zeit von Plinius d.Ä., gest. 79 n.Ch. während des Vesuvausbruches). Diese Pferderennen waren der Popularität der heutigen Champions‘ League vergleichbar. Sogar das Kolosseum fasste 50.000 Zuschauer, vergleichbar dem Rhein- Energiestadion in Köln. Wir wissen, dass es nicht nur in der Arena damals hoch her und vor allem grausam zuging. Es gab auch Zuschauerausschreitungen auf den Rängen mit Toten und Verletzten. Das erinnert mich an die Katastrophen bei Fußballspielen mit Zuschauern in England und im Brüsseler Heysel-Stadion. Interessanterweise umgab Cäsar die Arena des Circus Maximus mit einem Wassergraben, um sie von den Zuschauern zu trennen. Es ist also alles schon einmal da gewesen.   

Fragen wir noch, woher eigentlich der Begriff Fan stammt. Er wurde 1889 zum ersten Mal für die „Kansas City baseball fans“ gebraucht. Ausgegraben hat das Jannis Linkelmann in seiner Dissertation über die Bedeutung von Fußballzuschauern für die Stadionatmosphäre. Er stellte auch fest, dass die Tageszeitungen seit Ende des 19. Jahrhunderts regelmäßig mit eigenen Sportseiten aufwarteten.

Bei der neuen StVO konnte auch der Ahnungsloseste erkennen, dass die Autolobby Verkehrsminister Andy Scheuer fest im Griff hat. Schon vor Monaten meinte meine Freundin Ruth: „Scheuer ist nicht die hellste Kerze auf der Torte“. Sein Ministerium hat vermasselt, die Rechtsgrundlage für die neuen Fahrverbote anzugeben, d.h. kein Verwaltungshandeln ohne die Angabe der gesetzlichen Grundlage. Das hatten seine Juristen schlicht vergessen.  Diesen Formfehler nutzte er, um das Ganze rückgängig zu machen. Jetzt dürfen die Raser weiter rasen und müssen nicht mit dem Bus fahren. Die zu erwartende Geldstrafe stecken die locker weg, gemäß dem Spruch: Junge bleib locker, sprach der Arsch zum Hocker.

Mir blieb aus einer Vorlesung in Psychologie über Behavioristen in Erinnerung, dass ein Regenwurm ca. 25 Mal gegen ein Hindernis läuft, bis er begreift, dass da kein Durchkommen ist. Daran wurde ich erinnert, als der Andy landauf – landab verkündete, dass er jetzt die Euro-Maut einführen will. Die Karikaturisten spitzten schon einmal ihre Bleistifte.

Was haben wir gestaunt, als der Markus (Söder) durch die TV-Landschaften stolzierte. Boa, eei, er sagte allen, die es wissen wollten oder nicht, wie man Corona in den Griff bekommt. Die Einzigartigkeit seines Freistaates läge darin, dass man auf freiwillige Tests an der Grenze setze, mit garantiert fixen Ergebnissen. Dann wurde es aber leise im Freistaat. Jetzt warteten von 60.000 Rückkehrern noch 44.000 auf ihr Testergebnis. Mindestens 900 sind darunter, die positiv getestet wurden. Die wissen aber nichts davon und werden sicherlich in der Zwischenzeit andere angesteckt haben. Der Philosoph Nietzsche hätte dazu einen Kommentar gehabt: „ Blas Dich nicht auf. Sonst bringt Dich zum Platzen schon ein kleiner Stich.“ Am 17.08. setzt das „Handelsblatt“ noch einen Dämpfer obenauf. Von den 900 Infizierten bleiben 46 auf Dauer anonym. Sie haben leere Blätter abgegeben. Das ist aber den Helden daselbst nicht aufgefallen. Handelsblatt: „ Im Zeugnis von Ministerin Melanie Huml, CSU, stünde: Sie hat sich bemüht, ist aber trotzdem sitzen geblieben.“   

 Unsere Zeitung füllt in der Coronakrise die Seiten mit Kreuzwort- und Silbenrätsel. Dabei verstecken andere listige Journalisten ihre Rätsel im Text von normalen Artikeln. So schreibt die Rheinpfalz: „Udo Lindenberg: Panikrocker mit Coronabluse“. Seither bin ich auf der Suche nach einer derartigen Bluse. Die Süddeutsche prophezeit: „ Die kalten Tage werden kommen – und die Kinderarztpraxen explodieren“. Ich frage mich, wer macht denn sowas? In der Juliglosse offenbarte die Saarbrücker Zeitung eklatante Schreibfehler ihres Teams. Jetzt offenbarte sie auch die Rechenlücken: „ Schon vor Corona war jeder zehnte Haushalt in Deutschland überschuldet – im Saarland sogar jeder elfte“. Ganz langfristig plant man in Quickborn: „ Demo gegen Kohleausstieg erst im Jahre 2038“. Ich glaube nicht, dass ich das noch erlebe. Der Schwarzwälder Bote versucht auf seine Weise in Villingen-Schwenningen den Tourismus anzukurbeln: „ Hundehalter werden von der Stadt zur Vorsicht aufgerufen und sollten an der Leine geführt werden“. Da scheint mir die traditionelle schwäbische Fassenacht mit einer absoluten Neuerung aufzuwarten.

Bleiben wir noch einen Moment in Schwaben. Die „Stuttgarter Zeitung“ zitiert eine Hobbygärtnerin: „ Und wenn geerntet wird, dann muss man halt das essen, was es gerade gibt – auch die Kinder“. Hier muss ich als Badener allerdings die Schwaben in Schutz nehmen. War der Kannibalismus im Altpaläolithikum ( ca. 1 Mill. Jahre v.Ch. bis ca. 100000 J.v.Ch.) allgemein gebräuchlich, so sind die Schwaben davon auch längst abgekommen.

Dann spielt sich aktuell in Südthüringen interessantes ab. Das „Freie Wort“ berichtet: „ Hund Bruno ist blind – die Ursache ist unbekannt – Nun soll ein Fachtierarzt ein Auge auf Bruno werfen“.  Wie heftig darf er denn werfen? Im „Stern TV Magazin“ lesen wir über den Astrologen Johannes Kepler ( 1571 – 1630 ): „ Seine Erkenntnisse über die Bewegungen der Planeten zählen zu den Grundlagen der Anatomie“. Davon steht allerdings nichts in den Lehrbüchern. Ich bewundere diese kühnen Wortakrobaten. Von denen kann man ununterbrochen lernen, allerdings nicht für die Schule.  

Eines muss ich noch festhalten, weil es so absurd ist. Im Vogtland hat jetzt in der Urlaubszeit einer seinen Wohnwagen bei der Fahrt verloren. Erst nach einigen Kilometern später ist ihm das aufgefallen.

Siegbert Heid, 24.08.20

Ortsrundgang in Niederbachem

Ortsrundgang in Niederbachem und Initiative 50 Vogelhäuschen und 50 Insektenhotels für Wachtberg

Die Kandidaten der SPD für die Kommunalwahl am 13. September 2020

– Dr. Ilona Töpner – Wahlbezirk 90, Niederbachem I,

– Andreas Wollmann – Wahlbezirk 100, Niederbachem II,

– Lisa Wollmann – Wahlbezirk 110,  Niederbachem III

machten 07. August zusammen mit der SPD Kandidatin Alina Lägel (Wahlbezirk 010 Adendorf I und Klein-Villip) und dem stellvertretenden Bürgermeister und SPD Kandidat Paul Lägel (Wahlbezirk 040, Berkum I) einen Ortsrundgang durch Niederbachem. Sie besichtigten u.a. den neu gestalteten Vorplatz am Henseler Hof und fanden Schatten unter der schönen Linde mit der großen Rundbank.

Von der nach 25 Jahren endlich errichteten neuen Ampelanlage an der Kreuzung Bergstraße/Konrad-Adenauer-Straße/Bondorfer Straße berichtete Andreas Wollmann, der Vorsitzende der Niederbachemer Ortsvertretung sowie Vorstands- und Fraktionsvorsitzende der SPD Wachtberg, der sich über Jahrzehnte immer wieder dafür eingesetzt hatte. “Was lange währt, wird nun endlich gut”. Er zeigte sich befriedigt darüber, dass der Schulweg der Kinder und Passanten beim Überqueren der L123 nun endlich sicherer geworden ist.

Die Gruppe war anschließend in Begleitung von Philipp Willert, Zimmerer aus Adendorf, Initiator und Ausführender der SPD-Initiative- 50 Vogelhäuschen und 50 Insektenhäuser für Wachtberg in Niederbachem unterwegs, um etwas für die Umwelt zu tun und Vogelhäuschen sowie Insektenhotels zu installieren. Die SPD-Initiative war anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gemeinde 2019 in Angriff genommen worden und fand damit in Niederbachem ihre Fortsetzung. Inzwischen wurden mehr als 100 Nisthilfen in Wachtberg aufgehängt. Schon in 2020 wurden mehr als 100 “Einheiten” in Wachtberg angelegt.

Keine Aussicht auf Erhalt des Geldautomaten in Pech

Keine Aussicht auf Erhalt des Geldautomaten in Pech

SPD bedauert die Schließung der Volksbank Filiale in Pech und den Wegfall des Geldautomaten dort.

Von der Schließung eines Geldinstitutes in ihrer Ortschaft sind nicht nur die Pecher betroffen. Bundesweit schließen Banken und Sparkassen ihre unrentabel gewordenen Filialen. Das Verhalten der Bankkunden hat sich nämlich in den letzten Jahren radikal verändert. Die meisten Bankgeschäfte werden inzwischen online getätigt. In einem Gespräch wurde Jutta Danylow (SPD), Vorsitzende der Ortsvertretung in Pech, vom Vorstandssprecher der Volksbank Euskirchen Lembicz von Anfang an unmissverständlich vermittelt, dass die Schließung der Pecher Filiale aus betriebswirtschaftlichen Gründen unabdingbar sei.

Bei vollem Verständnis für die Zusammenführung zweier Wachtberger Filialen in Villip bleibt aber das Problem mangelnder Bargeldversorgung in Pech vor Ort ungelöst, denn auch der noch betriebsbereite Geldautomat in Pech wird Ende des Jahres nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist besonders für die Älteren in Pech ein Problem, die Bargeld für den Einkauf in den ortsansässigen Geschäften und für den Kauf von Fahrkarten z.B. zur Filiale nach Villip benötigen. Beim Friseur und in der Pizzeria kann z.B. nicht bargeldlos bezahlt werden.

Dem Vorschlag, abzuwarten, wie häufig der Geldautomat bis Ende Dezember benutzt würde, um vielleicht bei starker Frequentierung nach einer Alternative zu suchen, wurde mit dem Argument begegnet, dass man keine falschen Erwartungen wecken wolle; die Entscheidung sei unumstößlich.

Das Aufstellen von separaten Geldautomaten, besonders in der Nähe von Wohnbebauung, wird in der Bankenbranche zurzeit äußerst kritisch gesehen, zu hoch ist die Gefahr eines Aufbruchs und damit das Risiko für die Bewohner. Einen rollenden Bankservice, wie ihn z.B. die Sparkassen in einigen Regionen angeboten haben, hält Herr Lembicz nicht für zweckmäßig und derartiges gehört auch nicht zum Angebot der Volksbank Euskirchen.

Der Vorstandssprecher räumte weiter ein, dass die Einrichtung der Minibuslinie nach Villip mit dazu beigetragen habe, den Pecher Bürgern einen Wechsel in die Filiale in Villip zuzumuten. Seiner Meinung nach und diese wurde vom Geschäftsstellenleiter in Villip Herrn Zedow bestätigt, würden die meisten älteren Pecher Mitbürger, die ja die größten Probleme mit dem Wegfall ihrer Bankfiliale haben dürften, bei ihren Bankgeschäften durch Familienangehörige oder Freunde unterstützt.

Überhaupt sei der Bargeldbedarf durch Kartenzahlung oder durch Einkäufe im Internet stark rückläufig.

Aber die neue Situation hat auch etwas Positives: Die Villiper Filiale ist jetzt deutlich besser ausgelastet und kann dadurch zukünftig ein breiteres Angebot für die Kunden vorhalten. Und die Arbeitsplätze der ehemals Pecher Kolleginnen bleiben in Wachtberg erhalten.

Biodiversität im eigenen Garten

Biodiversität ist mehr als bunte Blumen. Ganz aktuell, herausgegeben im Mai 2020, stellt die „EU-Biodiversitätsstrategie für 2030“ fest: „Biodiversität ist lebenswichtig – für unseren Planeten und unsere Wirtschaft. Wenn es der Natur gut geht, kann sie uns schützen und versorgen. …Der Verlust an biologischer Vielfalt und die Klimakrise hängen zusammen und verschärfen sich gegenseitig. Wiederaufforstung, Sanierung von Böden und Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Schaffung grüner Oasen in Städten – all das ist notwendig, um die bis 2030 notwendige Eindämmung des Klimawandels zu erreichen.“

 

Auch bei uns ist der Rückgang an Tieren und Pflanzen immens. In einer groß angelegten Studie über ganz Deutschland nahm die Masse an Insekten von 2006 bis 2017 in Wäldern und auf Grasland um mehr als 35 % ab und die Anzahl der Arten verringerte sich um 67 % (Wälder) bzw. 34 % (Grasland). Unberücksichtigt bleibt dabei, dass der Insektenrückgang schon viel früher als 2006 eingesetzt hat.

Spätestens seit Bekanntwerden dieser Zahlen und der Zahlen der sogenannte Krefeld-Studie wollen immer mehr Menschen ganz direkt etwas gegen das Insektensterben tun und ihr eigenes Grün insektenfreundlicher gestalten. Immer öfter sieht man Wildbienen-Nisthilfen, auch Insektenhotels genannt. Mit der Aktion „Je 50 Nisthilfen für Vögel und Insekten für 50 Jahre Wachtberg“ hat die SPD hier einen Beitrag geleistet und gleichzeitig auf die Bedrohung der Natur aufmerksam gemacht.

Mit dem Aufhängen von Nisthilfen ist es natürlich nicht getan.

Aber wie kann man sich im eigenen Garten wirkungsvoll gegen den Biodiversitätsverlust engagieren?

Was ist Biodiversität eigentlich? Leider gibt es keine Definition in einem Satz, es ist, wie alles in der Natur, komplizierter. Biodiversität ist Mehr als die Anzahl oder Vielfalt der Arten von Pflanzen und Tieren in einem Ökosystem, z.B. einem Garten. Aber Biodiversität ist viel mehr als Artenvielfalt. Das fängt an bei der Vielfalt im ganz Kleinen an, wie den verschiedenen Sorten einer Art, z.B. des Apfels. Biodiversität ist aber auch die Vielfalt im Großen, den verschiedener Ökosystemen wie Wald, Wiese, Moor oder Gewässer in einer Landschaft, und eben auch in einem Garten.

Bei der auf den ersten Blick zufällig erscheinenden biologischen Vielfalt in einem Ökosystem handelt es sich um ein Wirkungsgefüge mit komplexen Regeln. Durch die wechselseitigen Beziehungen der dort lebenden Organismen wird es zusammen- und stabil gehalten. Und auch die Vielfalt solcher Wechselwirkungen ist Biodiversität.

Fressen bzw. gefressen werden ist die bekannteste dieser Wechselwirkungen, aber auch die Bestäubung von Blüten und die Verbreitung von Samen durch Tiere gehören dazu. Pflanzen stellen Wohn- und Brutplätzen für Vögel und Wildbienen bereit und geeignete Datingplätze, wo man sich zur Fortpflanzung treffen kann. Das sind für viele Insekten die Blüten.

Wir Menschen machen uns übrigens viele dieser Wechselwirkungen zunutze, z.B. die Bestäubung im Obst- und Gartenbau. So wird der Geldwert der Blütenbestäubung weltweit auf rund 500 Milliarden US-$ pro Jahr geschätzt. Damit bekommt die biologische Vielfalt auch eine ökonomische und eine soziale Dimension, von der im eingangs erwähnten EU-Papier die Rede war.

Möchte man im eigenen Garten die Tierwelt nachhaltig fördern, geht das also nur über die Förderung der Pflanzen, von denen diese Tiere abhängig sind. Einheimische Pflanzen und Tiere haben sich im Verlauf der Evolution gemeinsam entwickelt und passen deshalb zusammen wie Schlüssel und Schloss. Daher sind heimische Pflanzen der wichtigste Faktor.

Für einen im wesentlichen nach diesen Gesichtspunkten gestalteten Garten hat sich die Bezeichnung naturnaher Garten eingebürgert. Inhaltlich entspricht er einem insektenfreundlichen Garten, denn Insekten sind der Schlüssel zur Vielfalt der Tiere. Von Insekten ernähren sich viele Tiere wie Vögel, Frösche und Igel.

In normalen Gartencentern könne Sie allerdings immer noch fast nur exotische Pflanzen kaufen, die von Natur aus in anderen Erdteilen wachsen. Sie haben eine wesentlich geringere Bedeutung als Lebensraum für unsere Wildtiere. Es bleibt zu hoffen, dass die Gartencenter bald die neue Marktlücke einheimische Pflanzen entdecken.

Man muss nicht gleich seinen ganzen Garten umgestalten, auch kleine Maßnahmen können eine große Wirkung entfalten, wie der Verzicht auf Pestizide und Torf. Lassen Sie einfach mal einen Teil des Rasens wachsen und schauen Sie, welche Blumen sich dort entwickeln. Wenn Sie den Rasen mähen, dann räumen Sie das Schnittgut ab, um ihn abzumagern, denn eine goldene Regel lautet: je magerer desto artenreicher.

Vor allen Dingen: lassen Sie Wildwuchs zu, räumen Sie nicht jede Gartenecke auf und lassen Sie Verblühtes, besonders von Wildpflanzen, länger stehen. Brennesseln sind übrigens ökologisch besonders wertvoll, denn nicht nur Käfer und andere Kleintiere leben dort, sondern sie sind auch Futterpflanzen für 49 Schmetterlingsarten.

Allgemein gilt: je mehr verschiedenartige Lebensräume es gibt, desto besser. Das kann schon ein Mörtelkübel als Kleinteich sein, oder sie schichten ihren Strauchschnitt zum Totholzhaufen auf. Wildbienen freuen sich über Sand und feuchten Lehm und Eidechsen über Steinhaufen.

Ein Naturgarten verlangt Umdenken, auch in ästhetischer Hinsicht. Er muss deshalb aber nicht verwahrlost oder gar langweilig aussehen, es gibt eben nur mehr Natur, als im konventionellen Garten, und abgestorbene Pflanzenteile gehören eben auch zur Natur. Wild muss nicht häßlich sein – und vielleicht ist ja auch einfach schön, der Natur beim Arbeiten zuzuschauen.

Das Gute am Garten ist, dass jeder seine eigenen Ideen und Vorstellungen verwirklichen kann. Wirklich häßlich sind nur die vermeintlich pflegeleichten Schotterflächen, die sich allerdings noch nicht einmal ein Regenwurm als Heimstatt aussuchen würde.

Kann das Engagement im eigenen Garten überhaupt Wirkung zeigen? Schließlich sind die Gartenflächen mit 3 % der Fläche in Deutschland winzig im Vergleich zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen von 50 %. Dort ist es um die Artenvielfalt allerdings nicht zum Besten bestellt. So machte der Weltbiodiversitätsrat 2019 die moderne Landwirtschaft als eine der Hauptursachen des Biodiversitätsverlustes aus. Gärten und Parks haben sich zum Rückzugsort für Pflanzen und Tiere entwickelt, denn sie können heute ein reichhaltigeres Nahrungsangebot  bereithalten als die freie Landschaft. Nachgewiesen ist, dass z.B. die Wildbienenarten, die in Gärten grundsätzlich leben können, hier wesentlich besser überleben als in der freien Landschaft, traurig aber wahr. Selbst kleine Anpflanzungen helfen, wenn alles vorhanden ist, was man in einem Wildbienenleben so braucht: Futter, Nistmaterial wie abgestorbene Pflanzenstängel und Baustoff wie Lehm.

Der SPD ist das private Engagement für den Naturschutz sehr wichtig. Damit sollen die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen aber nicht aus der Verantwortung für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagenentlassen werden.

Wir werden privates Engagement nach Kräften unterstützen und dabei eng mit der Gemeindeverwaltung zusammenarbeiten. Wir haben uns eingesetzt und setzen uns ein für mehr Aufklärung, die Gestaltung positiver Beispiele auf gemeindeeigenen Flächen und die Schaffung von Anreizen für die naturnahe Gartengestaltung.

Als konkrete Maßnahmen schlagen wir vor:

  • Bereitstellung von Informationsmaterial und Durchführung von Informationsveranstaltungen zum Thema Insektenfreundliche, naturnahe Gestaltung von Gärten
  • Einrichtung einer Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, die ihren Garten umgestalten wollen
  • mehr gute Beispiele der Gemeinde auf den eigenen Flächen, mehr Informationen darüber zum Nachmachen im eigenen Garten
  • intensive Beratung vor Ort in Neubaugebieten von Baubeginn an, bevor die Gärten angelegt werden und Schaffung eines umfangreichen Unterstützungsangebotes
  • kostenlose Bereitstellung eines Einsteigerpaketes mit einheimischen Heckenpflanzen
  • Werbung für die Anlage eines naturnahen Mustergartens im Baugebiet und breite Unterstützung bei der Umsetzung, bis hin zu finanziellen Anreizen (hierbei sollte auch der Bauträger/Investor  in die Pflicht genommen werden).

Für dieses Maßnahmenpaket ist unsere Gemeinde gut aufgestellt:

  • durch den Beschluss zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung der gemeindeeigenen Flächen, den der Rat auf Antrag der SPD gemeinsam mit den Grünen 2018 gefasst hat (der entsprechend gestaltete Pecher Ortseingang ist ein hervorragendes Modellprojekt und gutes Beispiel für den privaten Garten)
  • durch die neu  eingestellte Naturschutz-Fachkraft
  • durch den naturnahen Schaugarten hinter dem Rathaus und seine Informationsbroschüre (www.schaugarten-berkum.de)
  • durch viele für den Naturschutz engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung.
  • Als Sofortmaßnahme verteilt die SPD kostenlos die Broschüre des Arbeitskreises „Naturnahe Gärten in Wachtberg“. Sie zeigt, wie sich Naturschutz auf kleinstem Raum verwirklichen und gleichzeitig ein ästhetisch ansprechender Garten gestalten lässt. Neben allgemeinen Anleitungen enthält sie Pflanzpläne und Pflanzenlisten, in die die Erfahrungen von 17 Jahren „naturnahes Gärtnern“ in Wachtberg eingeflossen sind. Sprechen Sie uns an, persönlich oder per E-Mail (an roswitha.schoenwitz@spd-wachtberg.de.)
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Die Natur bedarf unseres Schutzes – Die SPD hilft ihr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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talk & ice

Rückschau und Sprechstunde der Jusos in der SPD-Fraktion

Am Sonntag, 16.8. laden die jüngeren Mitglieder der SPD Fraktion, angeführt von Lisa Wollmann und Otis Henkel unter dem Motto „Talk & Ice“ zu einer Bewertung der ablaufenden Ratsperiode ein. Bei Eis und kühlen Getränken stehen sie, neben den anderen Jusos Rede und Antwort zu allen Fragen, die die jüngere Generation betreffen. Gleichzeitig wollen sie einen Ausblick auf die Vorhaben der kommenden Zeit geben und über Wünsche & geplante Projekte reden.  Diese besondere „Bürgersprechstunde“ soll stattfinden auf dem Grillplatz Stumpeberg der Feuerwehr in Berkum in der Zeit von 15:00 bis 19:00 Uhr.  Getränke und Eis, die kostenlos angeboten werden, sind gesponsort von der Bürgermeisterin Renate Offergeld.

SPD steht für aktive und starke Naturschutzpolitik in Wachtberg

Die Landschaft unserer Gemeinde zeichnet sich durch eine reiche Strukturierung aus. Es finden sich unterschiedliche Lebensräume, von Streuobstwiesen über Wälder und Gewässer bis zu aufgelassenen Abbaustätten und ausgewiesenen Naturschutzgebieten. Dies sind beste Voraussetzungen für einen hohen Naturschutzwert. Wachtberg besitzt aber auch sehr fruchtbare Böden und damit eine lange Tradition der agrarischen Nutzung, speziell durch intensiven Obstanbau. Außerdem ist die Region eine der wenigen, die noch Zuzug verzeichnen kann, der Erhalt unserer attraktiven Landschaft stellt auch einen wichtigen Standortfaktor dar.

Der Druck auf Umwelt und Natur wächst. In ganz Deutschland hat die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten und ihre Verbreitung dramatisch abgenommen. So sind frühere Allerweltsarten wie z.B. Rebhuhn, Feldlerche und Kiebitz kaum noch anzutreffen. Es ist daher wichtig, die wenigen verbliebenen Naturräume zu erhalten und die Natur soweit wie möglich auf die Agrarflächen zurückzubringen.

Zum Erhalt unserer lebenswerten Landschaft und der natürlichen Lebensgrundlage unserer Kinder braucht Wachtberg eine aktive und starke Naturschutzpolitik. Daher ist und bleibt für die Wachtberger SPD Natur- und Artenschutz ein Schwerpunktthema, auch für den am 13.09.2020 zu wählenden neuen Rat.

Dazu führt Dr. Roswitha Schönwitz, umweltpolitische Sprecherin der SPD Fraktion und Ratskandidatin bei der Kommunalwahl für Pech aus:

„Nach etlichen Jahren gibt es in Wachtberg jetzt wieder eine Umweltbeauftragte mit Schwerpunkt Naturschutz. Dafür hat sich die SPD zusammen mit der Bürgermeisterin eingesetzt und das begrüßen wir sehr! Aber es gibt auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich seit Jahren organisiert oder privat für den Schutz der Natur einsetzen, Tendenz steigend! Es ist daher an der Zeit, dieses so wichtige Zukunftsthema gemeinsam anzugehen und alle an einen Tisch zu holen: im Naturschutz engagierte Bürgerinnen und Bürger, deren wertvolle Erfahrungen von großem Nutzen sind, die Gemeinde mit ihrer neuen Fachkraft, die Landwirtschaft sowie Expertinnen und Experten für Naturschutzfragen, denn unsere natürliche Umwelt stellt ein äußerst komplexes System dar. Einzelne Themen können in Arbeitsgruppen vertieft werden“.

Um im Sinne einer zukunftsweisenden Naturschutzpolitik Lösungen für einen nachhaltigen Umgang mit unserer schönen Wachtberger Landschaft zu entwickeln, schlägt die SPD Wachtberg vor, nach der Kommunalwahl ein solches Diskussionsforum zum Naturschutz zu etablieren. Hier soll jeder seine Themen einbringen.

Aus Sicht der SPD können dies sein:

  • Unterstützung der Gemeinde bei der Umsetzung des Beschlusses zur insektenfreundlichen Bewirtschaftung der gemeindeeigenen Flächen, den der Rat auf Antrag der SPD gemeinsam mit den Grünen 2018 gefasst hat.
  • Heckenstrukturen schützen und verbessern. Immer wieder berichten Bürgerinnen und Bürger vom Verschwinden wegebegleitender Hecken durch falsche Pflegemaßnahmen. Hecken sind aber für unsere heimische Tierwelt von großer Bedeutung.
  • Nutzung der Feldraine für den Naturschutz, also der Randstreifen zwischen den Feldern und Wegen. Sie befinden sich zumeist in erheblicher Breite in Gemeindebesitz, gehören also allen Bürgerinnen und Bürgern. Insgesamt ergäbe dies eine enorme Fläche, ein Riesenschatz, der für den Natur- und Artenschutz zur Verfügung steht, bisher aber kaum dafür genutzt wird.
  • Entwicklung eines Konzepts für Naturschutzflächen in Wachtberg und deren Vernetzung. Wachtberg bietet mit seinen Naturschutzgebieten, aufgelassenen Gruben und diversen größeren Flächen für den externen Ausgleich von Baumaßnahmen gute Möglichkeiten zur Schaffung neuer Räume für die Natur. Allerdings fehlt eine Bestandsaufnahme und ein Konzept zur Weiterentwicklung. Als Vorbild bietet sich das Projekt der Heinz Sielmann Stiftung an: Jeder Gemeinde ihr Biotop.
  • Entwicklung von Ideen für eine naturverträgliche Landwirtschaft und mehr Biodiversität auf Anbauflächen.

Der neue Rat wird sich dem Thema Naturschutz intensiv zuwenden müssen. Eine starke SPD und Renate Offergeld als Bürgermeisterin stehen hier für eine aktive und starke Naturschutzpolitik, die offen ist für neue Dialogformen und Konzepte.

Deshalb am 13.09.2020: SPD wählen.

kritische Verkehrssituation

Unfallschwerpunkt Kreuzung Wachtbergring

Am Wachtbergring in Wachtberg-Berkum treffen mit der K58 und der L 123 eine Kreis- und eine Landesstrasse aufeinander. Ende Juni 2020 ereignete sich ein folgenschwerer Abbiegeunfall, bei dem zwei junge Frauen schwer verletzt wurden. Leider nicht der erste Unfall dieser Art. Elf Leicht- und drei Schwerverletzte in 3,5 Jahren sprechen eine beredte Sprache.

Zuständig, verantwortlich in dieser Situation ist das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises, wo Harald Pütz dem Amt vorsteht und der Landesbetrieb Straßen NRW. Laut Herrn Pütz, hat das Straßenverkehrsamt Rhein-Sieg hier “den Hut auf”! Es heißt weiter, dass die Kosten möglicher Maßnahmen zwischen Kreis und Straßen NRW anteilig berechnet würden. Leider sind Maßnahmen, die zu einer Entspannung der Lage hätten beitragen können bis dato ausgeblieben. Immer wieder haben Ortsvertretung und Verwaltung der Gemeinde, Vorschläge an die Kreisverwaltung herangetragen. Vorgeschlagen wurde z.B. die Anlage eines Kreisverkehrs – abgelehnt mit der Begründung, dass aufgrund der topographischen Lage (Hanglage) dies nicht durchzusetzen sei. Eine gutachterliche Begründung dieser Einschätzung wurde nicht gegeben – außerdem wäre die Anlage eines Kreisverkehrs in Bezug auf die anfallenden Kosten höchst umstritten. Auch mehrfach vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzungen wurden immer wieder verworfen.

Eine “alte Ampel” mit veralteter Technik tut Jahr für Jahr “ihre Pflicht”, die Unfälle häufen sich und haben diese Kreuzung in die Kategorie – Unfallhäufungsstelle -katapultiert.

Mit all dem muss jetzt Schluss sein, argumentiert der Kreistagsabgeordnete und das für diesen Bezirk in Wachtberg zuständige Ratsmitglied – Paul Lägel -. In Anlehnung an das Wort unseres Dichterfürsten ” Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich nun endlich Taten sehen” will er seine Kreistagskollegen einschalten, die notwendigen Fragen stellen und das Problem einer raschen Lösung zuführen.

50 Vogelhäuschen für Wachtberg

50 Vogelhäuschen für Wachtberg

Die SPD – Initiative – 50 Vogelhäuschen für Wachtberg -, die anlässlich des 50 – jährigen Jubiläums der Gemeinde in 2019 in Angriff genommen wurde, fand aktuell in Adendorf, Arzdorf und Klein- Villip nun ihre Fortsetzung.

Philipp Willert, Zimmerer aus Adendorf, Initiator und Ausführender der Aktion war in Begleitung der SPD Kandidatinnen für die Kommunalwahl 2020

– Alina Lägel – Wahlbezirk 010 Adendorf I und Klein-VIllip

– Konstanze Müller – Wahlbezirk 020 Adendorf II und Arzdorf

in eben diesen Orten unterwegs, um Vogelhäuschen und Insektenhotels zu installieren. Die SPD-Damen nutzten die Gelegenheit, um sich ein Bild ihres Wahlkreises vor Ort zu machen und im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern deren Nöte und Bedürfnisse kennen zu lernen. Die vielfältig gewonnen Eindrücke will man in konstruktive Kommunalpolitik einfließen lassen. Der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde – Paul Lägel – war mit von der Partie. Weitere Aktionen dieser Art sollen folgen, wir werden entsprechend berichten.

Im Bild einmal die beiden Kandidatinnen mit Vogelhäuschen, Alina Lägel auf der Leiter, Konstanze Müller reicht an. Das zweite Bild zeigt Philipp Willert ” bei der Arbeit”!

Für Fragen und Anregungen an die SPD-Damen hier die email Adressen:

Alina Lägel – email: alina.laegel@SPD-wachtberg.de

Konstanze Müller – email: konstanze.mueller@spd-wachtberg.de

Der Steilpass im Juli 2020

Beinahe wären wir in den Genuss einer Attraktion gekommen. Im Falle eines Aufstieges in die 1. Bundesliga versprach Heidenheims Trainer Frank Schmidt: „ Dann lassen wir die Mücken rückwärts fliegen!. Leider ist daraus nichts geworden. Werder Bremen hat im entscheidenden Relegationsspiel in Heidenheim 2 : 2 gespielt und sich durch die Auswärtstore nach dem 0 : 0 in Bremen durchgesetzt.

Zur letzten Glosse gab es wieder einige bemerkenswerte Rückmeldungen, ernste, nachdenkliche, aber auch humorvolle. So berichtet Leser Kay von einer Anfrage, die ihn jüngst als Geschäftsführer eines renommierten Bonner Hockey- und Tennisclubs erreichte. Anrufer: „ Ist dort der Bonner Tennis- und Hockeyverein?“ Kay: „ Ja, seit 1903!“. Anrufer:      „ haben Sie auch Tennisplätze ?“ Der Anrufer schien ein großer Skeptiker zu sein.

Sportler sollten sich auf dem Spielfeld politisch nicht äußern. Daran wollten sich einige jetzt nicht mehr orientieren. Sie demonstrierten gegen den Rassismus in den USA. Eigentlich durften sie nicht. Gleichwohl gab es viel Lob. Man war sich einig, die Demonstration galt einer guten Sache.

Was aber machen wir, wenn Sportler für eine Sache demonstrieren, die politisch anrüchig ist? Man sollte das nicht vertiefen, muss aber damit rechnen, irgendwann sich mit einer entsprechenden Provokation auseinander setzen zu müssen. Die FIFA hat zu den letzten Weltmeisterschaften Kampagnen wie „ Sag nein zum Rassismus“ gestartet.  Sportler benutzten jüngst ihre Unterhemden zu Botschaften oder sie senkten ihr Knie als Zeichen der Solidarität. Damit unterstrichen sie ihre Übereinstimmung mit der FIFA Kampagne. Das hätten sie aber nicht tun, höchstens denken dürfen.

Ich erinnere mich an eine Szene in Rom. Dort schoss vor Jahren ein italienischer Stürmer von Lazio Rom ein Tor, das frenetisch von den ( rechtsextremen ) Ultras des Vereins gefeiert wurde. Der Spieler eilte zu denselben und bedankte sich, indem er den Arm nicht senkte, sondern zum faschistischen Gruß hob. Was machen wir bei solchen Botschaften?

Was sollen Fußballspieler können, die ins Ausland wollen? Fußball spielen natürlich. Daneben empfehle ich aber schon frühzeitig mit dem Erlernen von Fremdsprachen zu beginnen. Englisch auf jeden Fall, mit Abstand auch Spanisch, Italienisch oder Französisch. Exzentriker lernen auch Russisch (Höwedes, Kuranyi),  Japanisch (Buchwald, Littbarski, Podolski) oder Türkisch (Podolski). Vom Chinesischen oder Arabischen würde ich abraten, schon allein wegen der Tatsache, dass ein chinesisches Wort in hoher, mittlerer oder unterer Tonlage eine ganz verschiedene Bedeutung haben kann. Da stünden die Fettnäpfchen nur so vor einem. Von Vorteil wäre auch eine ungefähre Vorstellung über den geographischen Standort, damit es einem nicht so geht, wie einst Andy Möller: „ Ob Mailand oder Madrid ist mir egal, Hauptsache Italien“.

Wir werden in Deutschland nach jedem Spieltag mit ätzenden nichtssagenden Interviews gequält, von penetranten Journalisten aus noch gequälteren Spielern herausgepresst. Warum sollten nur wir darunter leiden? Deshalb sollte in den Koffer eines auswandernden Fußballers ein Kurzsprech in der jeweiligen Landessprache gehören.

Ein Vorschlag:

(1)Ja, gut; (2) der Trainer hat uns richtig eingestellt ( bei einem Sieg); (3) der Trainer war mit mir zufrieden (bei Sieg oder Unentschieden ); (4) ich konnte der Mannschaft helfen; (5) in der 28 Minute (beliebig ersetzbar) erzielten wir das erste Tor (beliebig ersetzbar); (6) wir schauen in der Tabelle nicht nach oben, wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel; (7) das nächste Spiel ist das Schwerste; (8) der Ball ist rund.

Ist eine Frage nicht verstanden worden, dann passt irgend eine Antwort aus der Sammlung immer. Wenn er dann noch die (9)„Viererkette“ und die (10)„falsche Neun“ oder die (11)„abkippende Sechs“ unfallfrei über die Lippen der Fremdsprache  bringt, wird er ohne weiteres in das Aktuelle Sportstudio des jeweiligen Landes eingeladen.

„ Die wollen ja nur spielen“, wollte uns DFL-Seifert weis machen, als er sein 51-seitiges Hygienekonzept vorstellte. Dabei ging es nur um die Sicherstellung der Fernsehgelder für die Bundesligavereine.

Nun geht Timo Werner doch nicht zu den Roten nach Liverpool, sondern für 54 Millionen € zu den Blauen nach Chelsea London und einem 5-Jahresvertrag von ca. 140 Mill. € . Liverpool war ausgestiegen, weil man 100 Mill. € Debit irgendwie ausgleichen musste. Dann war die Luft raus und der Scheichclub stieg ein. Zusätzlich verpflichtete man Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam) für 40 Millionen €. Er soll Werner mit Vorlagen füttern. So unterschiedlich jongliert man heutzutage im Fußball die Millionen. 100 Millionen scheinen eine magische Zahl zu sein. Der Investor Red Bull hat dem Leipziger Club genau diesen Betrag erlassen. Das können die leicht, weil es genug Deppen gibt, die das Gebräu kaufen. In der Bilanz hat man das Darlehen in eine Kapitalrücklage umgewandelt. Jetzt hat Leipzig keine 186 Mill. € Schulden, sondern nur noch 86 Mill.

Im Pokalhalbfinale zeigten die Bayern ( 2 : 1 gegen Frankfurt) in der ersten Halbzeit die Kunst, wie man allerbeste Chancen versemmelt. Dabei wurde von beiden Mannschaften so viel eklig gespuckt, als müsste damit der Platz gewässert werden. Wie kann man die Dreckspatzen von dieser Unsitte abhalten? Hat jemand eine Idee? Im Finale gegen Leverkusen gewannen sie anstandslos 4 : 2. Sie sind der nationalen Konkurrenz weit enteilt.

Eine andere Sache wird immer klarer und erklärt die Überlegenheit der Bayern. Sie spielen mit voller Kapelle, auch wenn zwei Solisten nicht mitspielen ( Müller, Lewandowski vs. Mönchengladbach 2:1). Mit Gnabry, Hernández, Perisic oder Martinez und künftig Sané füllen Superspieler die Lücke. Dabei war Gladbach gewiss keine Schülerkapelle. So sind sie schließlich souverän zum 30. Mal Deutscher Meister geworden. Das hat die Dortmunder so getroffen, dass sie im folgenden Spiel gegen Mainz zu Hause sang- und klanglos 0 : 2 verloren haben. Für sie ging es um nichts mehr. Das kommt allerdings in die Nähe von Wettbewerbsverzerrung, gerade beim Kampf der Teams gegen den Abstieg.

Fehlt ein wertvoller Solist in anderen Mannschaften, so merkt man das sofort. So gewann z.B. Dortmund in Düsseldorf mit 1 : 0 buchstäblich mit dem letzten Spielzug, als der kurz vorher eingewechselte Haaland einen Kopfball im Tor unterbrachte. Noch ein Beispiel:  Hertha in Berlin führte zur Pause 1 : 0 gegen Frankfurt. Dann musste ihr Abwehrchef Boyata mit einer Roten Karte versehen, vorzeitig unter die Dusche. Er fehlte dann an allen Ecken und Enden. Niemand vermochte die Lücke annähernd zu füllen. Hertha verlor 1 : 4.

Mein badischer Landsmann Christian Streich, Freiburgs Trainer, wurde 55. Ich mag seinen Humor und seine unverstellten Interviews, die nie in Sprechblasen enden. Nach dem Auswärtsunentschieden vor kurzem dachte ein Journalist an die Teilnahme am Europacup     ( der 7. Platz würde reichen, Freiburg steht an 8. Stelle) und fragte nach seinem Ziel am Ende der Saison: „ Mir kicke ja, damit wir 6. werden und nicht 7.“ Daraufhin fiel der Journalist in tiefes Nachdenken. Nach einer Niederlage meinte Streich in der anschließenden Pressekonferenz in Richtung des Trainerkollegen: „ Ich würde ihm lieber zum Geburtstag gratulieren – wenn er ihn hätte – als zum Sieg.“ Da blitzt sympathische Empathie auf.

Auf einer noch höheren Welle der Sympathie bewegt sich Jürgen Klopp. Nach 30 Jahren wird Liverpool wieder englischer Meister. Mit freuen darf sich auch Thomas Gronnemak. Er ist im Trainerteam für Einwürfe zuständig. Man muss sich das vorstellen. Der bestreitet seinen Lebensunterhalt mit Einwürfen. Das zeigt aber auch die Gründlichkeit von Jürgen Klopp. Als er kam, ging Torjäger Suarez nach Barcelona. Systematisch suchte er für jede Position den Spieler, der seine Vorstellung von Pressing und Gegenpressing am ehesten entsprach. So hat er jetzt eine unglaublich kompakte Truppe zusammen.

Neben den Fußballstadien gibt es in der Wirtschaft oder in der Politik aktuelle Schauplätze, über die man nur staunen kann. Das drückte ein Bekannter wie folgt aus. Ich sagte ihm, ich wüsste einen guten Witz und ob ich ihn erzählen sollte. „ Nein, danke“, meinte er, „ich sehe regelmäßig Nachrichten.“

Politisch nervt MP Laschet mit seiner Forderung nach „verantwortungsvoller Normalität“ Um darüber nachzudenken, habe ich aus dem Keller eine Flasche Lambrusco geholt. Man muss ja jetzt die gebeutelten Italiener unterstützen. Aber auch sie half mir nicht weiter. Dann habe ich es anders herum versucht. Das Gegenteil von Laschets Credo ist „verantwortungslose Normalität“. Und die fand ich in der Autoindustrie. Dort sind en masse verantwortungslose Gesellen vertreten, die zuerst ihre Kunden belügen, dann Gelder auf den Cayman-Inseln und anderen Steueroasen parken und trotzdem Milliarden flüssig haben. Bei VW sollen es 25, bei Daimler 18 und bei BMW 19 Mrd. € sein. BMW-Miterbin, Frau Kladden und ihr Bruder, durften mit einer bescheidenen Dividende von 800 Mill. € rechnen. Und dann wollen sie noch Steuermittel und ein Programm, das dem der früheren „Abwrackprämie“ ähneln soll! Angesichts dieser Chuzpe fällt mir nichts mehr ein.

Das Sahnehäubchen in dieser Galerie der Verantwortungslosen ist Billigfleischproduzent Tönnies. Er hätte eine eigene Kommentierung verdient. Dafür reicht aber der Platz in einer Glosse nicht. Markus Braun, Vorstandschef von WireCard hat jetzt noch einen drauf gesetzt. Er wurde bei der Suche nach verschwundenen 1,6 Mrd. € nach einer Kaution von 5 Mill. € wieder auf freien Fuß gesetzt. Mitvorstand Marsulek ist indessen untergetaucht. Er wurde auf den Philippinen gesehen und soll in China verschwunden sein. Das geht in China. Als für eine Dopingkontrolle Entsandte der WADA durchs vordere Tor des Trainingsbereiches fuhren, flüchteten chinesische Athleten hinten in die Wüste Gobi und waren nicht mehr gesehen.

It takes two for Tango, d.h. Betrüger plus die, die sich betrügen lassen. Man fragt sich entgeistert, wo waren die Wirtschaftsprüfer von WireCard oder die Bafin? Dort bewies man besonders naive Blauäugigkeit. Als Reporter der „Financial Times“ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen auf die Betrügereien aufmerksam machten, untersuchten deren Beamte nicht WireCard, sondern die „Financial Times“. Sie gingen dem Verdacht der Marktmanipulaton nach. Für solche Beamten kann man sich nur schämen.

Dann gibt es die Cum-Ex-Geschäfte, mit denen der Staat und damit wir Steuerzahler um Mrd. € betrogen wurden. Es sind feine Banker, Steuerberater und Rechtsanwälte, die sich als Verbrecher an der Gesamtheit entpuppen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Führungskräfte es für normal halten, wenn sie uns Steuerzahler als intellektuell beeinträchtigt behandeln. Verantwortungslos ist, dass sie dem Staat Mittel entziehen, gleichzeitig aber beste Schulen, Infrastruktur etc. für sich und ihre Familien fordern. Damit habe ich für mich ansatzweise geklärt, was „verständnislose Normalität“ ist, ein Zustand also, in dem die eigentlich als Elite gelten sollenden Führungspersönlichkeiten sich als habgierige Lumpen entzaubern. Die sind auf einer Ebene mit korrupten afrikanischen Potentaten.

Die Lufthansa wollte dazu wenigstens einen Einakter auf die Bühne bringen. Vom Pleitegeier bereits fest im Visier, prüften sie (Vorstand und Aufsichtsrat) allen Ernstes ein staatliches Hilfsangebot von kanpp 8 Mrd. €. Was haben sie sich geziert. Das muss man sich einmal vorstellen. Vor ihrem Untergang bringt ihnen ein Rettungsboot eine derartige Summe und die überlegen ernsthaft, ob sie da einsteigen wollen. Dagegen sehen unsere Profikomiker alt aus. Deshalb ist die Lufthansa zu Recht aus dem Dax geflogen.

Tägliche Einakter liefert Donald Trump. An sozialer Empathie und Taktgefühl ist ihm mein fünfjähriger Enkel hoch überlegen. Für ein Standbild mit Bibel als Werbung bei seiner Stammkundschaft, den weißen Evangelikalen ( ca. 20 – 25 % der Wähler), wollte er zu Fuß zur St. John’s Church gehen. Dummerweise waren Demonstranten gegen Rassismus im Weg. Diese pustete sein Justizminister Barr aus dem Weg, indem er den Raum dazwischen mit Tränengas desinfizierte.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass Führungskräfte in Trump’s Stab es als positives Zeichen für ihre spätere Karriere ansehen, wenn sie von Trump mindestens einmal rausgeschmissen worden sind. Sein Verteidigungsminister hat ihm kürzlich widersprochen, als er gegen den Rassismus die US-Armee einsetzen wollte, falls die Gouverneure in den Bundesstaaten nicht so agieren, wie er will. Das geht schon in Richtung der Frage, ob Trump lieber einen Bürgerkrieg vom Zaun bricht, als einmal inne zu halten.

Titus Livius ( röm. Historiker 59 v.Ch. – 17 n.Ch. ) meinte einst: „ Edle Gesinnung kommt von hohen Ämtern“. Lieber Titus, kann ich da heute nur sagen, die Zeiten haben sich grundlegend geändert.

Es ist immer sehr vergnüglich, gute Artikel von Journalisten zu lesen und zu erleben, wie sie beim Rechnen ins Schleudern kommen. So vermerkt die „Welt am Sonntag“: Bayern feierte den achten Sieg in Serie ( = 24 Punkte)….Von 34 möglichen Punkten holte der Rekordmeister 36“. Da ist einer mit den Zahlen arg durcheinander gekommen. Die FAZ am Sonntag würdigte Marcel Reich-Ranicki. „ Er wurde am 2.6.20 im polnischen Wloclawek geboren und starb am 18. September 2013 in Frankfurt.“ Corona bezogene Informationen dürfen natürlich nicht fehlen: „ Großbritannien hat offiziellen Statistiken zufolge die meisten Todesopfer in Großbritannien“, erklärt die Rheinische Post nach heftigem Nachdenken. Und die Schwäbische Zeitung weiß: „ Landtag plant Sondersitzung zu Corona in Fleischfabrik“. Das scheint mir doch etwas übertrieben zu sein. In den Zeiten der Globalisierung wollte da „Spiegel.de“ nicht hintanstehen: „Angst vor einer neuen Viruswelle in China: Peking lässt weitere Stadtviertel abriegeln. An der deutsch-dänischen Grenze bilden sich bereits Staus“. Der Verfasser ist beim Spiegel wohl verantwortlich für die ganz großen Zusammenhänge.

Die Not ist regional so groß, dass die Saarbrücker Zeitung“ fordert: „ Schulzeit bitte um ein Jar verlängern“. Das hat der Verfasser nämlich dringend nötig. Sein Kollege in der „Rheinischen Post“ würde gerne einmal sich in Uruguay umsehen. Sonst hätte er nicht geschrieben: „ Auch eine Rinderfarm dort mit 12.500 Schafen gehört ihm.“ Völlig ratlos lässt mich die „Westerwald Rundschau“. Sie rät: „ Sind Sie infiziert oder wohnen mit einem Erkrankten zusammen, packen Sie bitte Taschentücher in gesonderte Tüten , bevor Sie sich in den Restmüll werfen“. Ich frage mich, warum ich mich in den Müll werfen soll?

Aus dem Film „Das Böse unter der Sonne“ mit Peter Ustinov (ARTE, 21.06.) wird ein Spiel mit Worten erzählt. Danach stellt in einem Lebensmittelladen die Besitzerin einen Dieb zur Rede. Dieser flüchtet. „ Ich habe ihn durch die Gemüseabteilung verfolgt, durch die Fleischabteilung, durch die Käseabteilung, aber bei den Eiern habe ich ihn gepackt“, gibt die noch atemlose Verfolgerin zu Protokoll.

Eine kuriose Geschichte gilt es aus Wien zu berichten. Dort kontrollierte die Polizei einen Studenten, der dabei eine gewaltige Flatulenz nicht verhindern konnte, weil er kurz vorher angeblich ein Bohnengericht verspeiste. Das fand die Polizei gar nicht witzig. Sie sprach eine Strafe über 500.-€ wegen Anstandsverletzung aus, die der Student nicht akzeptiert. Die beiden Polizisten scheinen im katholischen Glauben erzogen worden zu sein. Sonst wäre ihnen Luthers Wort: „ Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz“ vertraut gewesen. Ich bin gespannt, wie die richterliche Entscheidung ausfallen wird. Vielleicht hängt es davon ab, was das Hohe Gericht vorher verzehrt hat.

 

Siegbert Heid, 06.07.20