Unfallschwerpunkt Kreuzung Wachtbergring in Berkum

SPD-Ratsmitglied Paul Lägel hat Lösungsmöglichkeiten recherchiert

Erst im Juli 2020 ereignete sich der letzte folgenschwere Abbiegeunfall mit zwei Schwerverletzten an der Kreuzung in Berkum nahe des Einkaufszentrums. Dieser Unfallschwerpunkt hat in den letzten dreieinhalb Jahren elf leicht – und drei Schwerverletzte gefordert, eine traurige Bilanz. Der Wachtberger Kreistagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion im Gemeinderat, Paul Lägel ist deshalb bereits im Herbst mit einer Vielzahl von Fragen an das zuständige Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises herangetreten, um Lösungsmöglichkeiten zu sondieren. Das Ergebnis seiner Recherchen ist allerdings ernüchternd: Die Reaktionen der Behörde waren hinhaltend und bestätigen den Volksmund: „Wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht will, sucht Gründe“.

Zunächst wurde konstatiert, dass der in Rede stehende signalisierte Verkehrsknoten grundsätzlich sicher befahren werden kann, sofern die geltenden Verkehrsregeln eingehalten werden. Drastischer formuliert: Die elf Leicht- und drei Schwerverletzten der letzten Jahre sind selbst schuld.

Ein Lösungsansatz wäre eine technische Veränderung der Ampelsteuerung der recht alten Anlage. Aber dies würde eine Installation einer komplett neuen Anlage erfordern. Je nach Aufwand (u.a. Tiefbauarbeiten) wird dafür ein Kostenrahmen von ca. € 100.000 angesetzt.

Ein anderer Lösungsansatz wäre nach Aussage des Straßenverkehrsamtes die Anlage eines Kreisverkehrs. Dies wurde auch von der Politik in den letzten Jahren immer wieder zur Diskussion gestellt. Dazu heißt es, ein Kreisverkehr sei wegen der Hanglage an dieser Stelle baulich nicht durchzusetzen. Ein Kreisverkehr könne nur bis zu einer bestimmten Längsneigung der beteiligten Verkehrsflächen samt den Zufahrtsachsen verkehrssicher angelegt werden. Diese maximale Längsneigung werde aber auf der Achse der L 123 überschritten, deren Höhenlage müsste für einen Kreisel kostenintensiv angepasst werden. Es wurde aber zugesagt, die grundsätzliche bauliche Umsetzbarkeit und die Kosten dafür zu skizzieren – das Ergebnis steht aus!

Der Verkehrsknoten wurde der Unfallkommission erstmalig im April 2018 als Unfallhäufungsstelle (UHS) gemeldet. Danach wurden etwa Wartelinien für Linksabbieger im Knotenbereich markiert, um ihre Wartepflicht gegenüber dem entgegenkommenden Verkehr zu markieren. Da das Unfallgeschehen aber weiterhin vorhanden ist, sollen nun alle Möglichkeiten und Auswirkungen durch ein externes Planungsbüro untersucht werden. Parallel prüft Straßen. NRW als übergeordneter Straßenbaulastträger die Möglichkeiten einer baulichen Anpassung. Dann muss entschieden werden, welche Maßnahmen ergriffen werden, um eine optimale Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die SPD wird die weitere Entwicklung im Auge behalten und zeitnah berichten.