2017 wird in Deutschland als Lutherjahr gefeiert werden. Da gibt es mit dem 31.10., dem Reformationstag, auch einen Feiertag als Bonus. An jenem 31. schlug Martin Luther seine 95 Thesen zur Reform der Kirche an die Tür der Kirche in Wittenberg. In diesem Zusammenhang werden wir auch um gewisse Übertreibungen nicht herum kommen. So werden Socken auf den Markt kommen, mit der Aufschrift „ Hier stehe ich“. Gut gefallen hat mir die Antwort des sächsischen Kabarettisten Steinle auf die Frage nach dem Glauben. Er zitierte seine Großmutter: „ Ich glaube, dass man aus 1 kg Rindfleisch eine gute Suppe machen kann“. Ich bin gespannt, was uns in diesem Zusammenhang noch erwartet.
Zwar wird zur Zeit in Deutschland nicht Fußball gespielt, gleichwohl überschlagen sich die Meldungen über diese Sportart, zumal die Chinesen nun mit irrsinnigen Gehältern Stars aus dem Ausland locken. Interessiert mich das ? Eigentlich weniger die Gehälter der Spieler, die mehr als absurd sind. Interessanter ist die Strategie, die dahinter steckt. Fernziel ist die Fußballweltmeisterschaft 2030 oder 2034 in China mit China als Fußballweltmeister.
Obermauschler Infantino, Fifa-Präsident, hat sich das Mandat geben lassen, die WM ab 2026 mit 48 Teams abzuhalten. Damit erreicht er zweierlei. Einmal löst er gegenüber kleinen Verbänden sein Versprechen ein, ihnen bessere Chancen für die WM zu geben, indem mehr Mannschaften teilnehmen. Zum anderen hat man ausgerechnet, dass man dann noch einmal 600 Mill. € auf die bereits gehandelten Milliarden für Übertragungsrechte hinzu bekommt. Wie sagte einst meine rheinländische Sekretärin: „Der Teufel scheißt nicht auf einen kleinen Haufen“. Wir werden viele spannende Spiele sehen, z.B. Samoa vs. Niger u.ä.
Dann gibt es, zweitens, die Diskussion um das russische Dopingsystem und die erbärmliche Rolle von Herrn Bach. Interessiert mich das? Ja, weil ich mich von Jugend an mit Olympia beschäftige. Die olympische Idee liegt am Boden. Es kann nur noch besser werden, indem Betrüger gesperrt werden. Bis dahin ist noch ein weiter Weg. Der russischen Schwimmerin Jefimowa wurden zweimal die Einnahme verbotener Mittel nachgewiesen. Dank Bach startete sie trotzdem in Rio und gewann unter Ächtung anderer Schwimmerinnen zwei Silbermedaillen. Mit solchen Mätzchen erreicht es Bach, dass in Deutschland jegliches Interesse an der Abhaltung olympischer Spiele erlosch. Der oberste Olympier, ein Deutscher, tut alles, um Olympia in Deutschland zu verhindern. Das ist nicht postfaktisch, aber surreal.
Als drittes Thema ist das „Sportförderkonzept“ von BMI/DOSB angesagt. Das interessiert mich auch, weil es mit dem zweiten zusammenhängt.
Ist es im Sinne der Sportarten und der sie ausübenden Sportler angelegt oder sitzen im BMI nur medaillenbescheuerte Sesselfurzer? Angesichts der 10 Milliarden Euro, die 2013 für die Kultur ausgegeben wurden (neuere Zahlen liegen noch nicht vor, es werden aber für 2014, 2015 und 2016 nicht weniger gewesen sein), sind die Mittel, die man zukünftig nur für die bereit stellen will, die Medaillen holen sollen, marginal. Für die anderen, die in einer dopingverseuchten Sportart antreten (z.B. Gewichtheben) und deshalb keine Chance haben oder als Sportart nicht olympisch sind, gibt es nichts. Das ist eine ziemlich traurige und unsportliche Entwicklung.
Dann gibt es noch ein viertes Thema, das mich beschäftigt und das man unter der Überschrift formulieren kann: „Islamisten als Feinde einer offenen deutschen Gesellschaft“. Das gehört aber nicht unmittelbar hierher. Gleichwohl platzierten zwei Innenpolitiker aus CSU und CDU, deren Namen man sich nicht merken muss, gleich zu Beginn des neuen Jahres einen Beitrag zum Unwort des Jahres. Um das Reizwort „Obergrenze“ zu vermeiden, wollen sie sich an der jährlichen Aufnahmekapazität und Integrationsmöglichkeit von Flüchtlingen orientieren. So wurde der Begriff „atmender Deckel“ von den beiden Dackeln erfunden.
Das sind alles keine lustigen Themen, so dass ich mich ernsthaft fragte, ob die monatliche Erinnerung an heitere Ereignisse im Sportgeschehen in Form einer Glosse noch dazu passt.
Dann sah ich den Kurzbericht eines Nachwuchsreporters. Er fragte in der Fußgängerzone einer Stadt in NRW ein vorbei flanierendes Ehepaar – um die 60 Jahre -, was ihm sportlich aus dieser Woche im Gedächtnis haften blieb. Der Mann drehte sich nachdenklich um und meinte dann ganz trocken: „Wir haben noch nicht gebumst“. Dem Reporter fiel vor Überraschung fast das Mikrofon auf den Boden. Er hatte keine Fragen mehr. Zufrieden schlenderte das Paar weiter.
Zeitgleich glänzten österreichische Skisprungtrainer mit Wiener Schmäh. Ihr Thema waren die slowenischen Brüder Prevc, von denen der jüngere, Domen (17), die spektakulärste Fluglage der Geschichte zeigt. „Er springt, wie Verstappen Formel 1 fährt“, meinte Bundestrainer Werner Schuster(Österreich) und ergänzte, „so kannst Du nur springen, wenn Du noch nie mit 250 gegen eine Mauer gefahren bist“. Norwegens Trainer Stöckl (auch ein Österreicher) fügte hinzu: „ …das ist faszinierend, aber irgendwann hauts ihn auf die Goschn, irgendwann drahts ihn um“.
Als dann aus dem Schulunterricht bekannt wurde, wie im Geschichtsunterricht nach 3 Hochkulturen gefragt wurde und als Antwort: „Römer, Ägypter, Imker“ herauskam oder im Musikunterricht die Frage nach Mozarts Frau mit „Mozarella“ beantwortet wurde, dachte ich mir, dass man an diesen Gags nicht achtlos vorbeigehen dürfte. So werde ich auch zukünftig versuchen, Besonderes aus Sport und Gesellschaft festzuhalten.
So gibt es einen Herrn Funke, der von der Bundesregierung ausstehende Gehälter in Höhe von 3,5 Mill.€ und eine Monatsrente von 47.000.-€ verlangt. Funke fuhr als Vorsitzender der Hypo Real Estate nach der Lehmann-Pleite seine Bank vor die Wand. Sie musste mit dem Geld von uns Steuerzahlern gerettet werden. Der Prozess beginnt am 20.03. dieses Jahres. Hans J. Jacobs (Handelsblatt) zitiert dazu den Münchner Komiker Karl Valentin, den ich über alles schätze: „ Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“ Hier kommt als vierte Seite noch eine dreiste hinzu.
Einige Male habe ich aus Anlass von Strafzahlungen der Deutschen Bank in Milliardenhöhe begründet, warum dies auf Führungsebene eine Vereinigung organisierter Bank(d)enkriminalität ist. Zu den Banditen auf diesem Niveau gesellen sich jetzt auch Manager der Autoindustrie. Diesel-PKW stoßen weit mehr Co2 aus als Lastwagen oder Busse. Die veralteten PKW-Motoren hat man im Labor kurzfristig auf ausstoßarm getrimmt und dann als Diesel- Dreckschleudern auf uns losgelassen. Dass das mit Wissen des Verkehrsministeriums und der Spitzenautolobby geschah, steigert nur noch den Skandal.
Meine Leser wissen, dass ich keinesfalls als Mitglied eines Uli Höness‘ Fanclubs infrage komme. Gleichwohl habe ich mit Respekt zur Kenntnis genommen, wie der Bayernpräsident die AFD attackierte. Sie hätten tatsächlich noch keine einzige Alternative aufgezeigt. Deshalb gehörten sie zu den Besserwissern, nicht aber zu den Bessermachern.
So in Fahrt hat er Bayern-intern nachgelegt. Danach muss in der Bayernkabine wieder deutsch gesprochen werden. Ich weiß nicht, ob man sich in der Kabine bis jetzt mit Händen und Füßen verständigt hat. Portugiesisch und Französisch ist offensichtlich out in München.
Die Bundesligatrainer hatten über Weihnachten und Neujahr überwiegend eine schöne Zeit. Sie konnten mit den Krippenfiguren unterm Weihnachtsbaum das Idealverhalten einer Viererkette nachahmen und andere Formationen überlegen. Dabei stürmen die Hl. Drei Könige mit ihren Torgeschenken ganz vorne. Ihre Kamele symbolisieren die Ausdauer. Die Hirten mit ihren Schafen und Ziegen sorgen für unfallfreie Bewegung im Mittelfeld und in der Verteidigung und Josef als Zimmermann vernagelt das Tor. Mutter Maria mit dem Jesuskind schwebt über dem Feld und sorgt für ein gutes Betriebsklima, während wir die Frage ihrer Jungfernschaft als postfaktisch ins Abseits stellen.
Empfehlenswert ist aber, hier die Frage mit einzubeziehen, warum bis auf die Bayern, die anderen im europäischen Geschäft Befindlichen ihren Bundesligazielen nachhängen. Der BVB, z.B., ist über das Basislager noch nicht hinausgekommen, während die Seilschaften Münchens und Leipzigs etliche Etappen über ihnen auf dem Weg zum Gipfel sind.
Im Mittelgebirge der zweiten Liga macht Braunschweig mit seiner Seilschaft den besten Eindruck. Sie arbeiten unspektakulär, aber wirksam, während Hannover und Stuttgart einmal gut vorankommen, sich dann aber manchmal in einem Seitenkar verlaufen. Im Tal beschäftigt sich mein Verein, der KSC, damit, nicht in den Bach zu fallen, der ihn in die 3. Liga befördern würde. Mit Mirko Slomka hat man jetzt einen erfahrenen Trainer verpflichtet, der das Team hoffentlich auf eine sichere Wiese oberhalb des abschüssigen Abhanges führen kann. Die Rückrunde wird auch in der 2. Liga spannend werden.

Siegbert Heid, 14.01.17